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Das Wetter des Monats: Frostiger Frühlingsstart und rekordverdächtig milder Ausklang / Pflanzen sprießen
Von unserem Redaktionsmitglied Christine Maisch-Straub
Die Grafikkurve veranschaulicht es eindrucksvoll: Der erste Frühlingsmonat war zweigeteilt. Sackte die Quecksilbersäule noch bis zum 12. auf Frösteltemperaturen weit unter die Nullmarkierung ab, so kletterte sie bereits am 15. über 10 Grad hinaus. Und die Natur? Nach einem kalten Winter mit jeder Menge Eis und Schnee hinkte sie zunächst mal um Wochen hinterher. Doch jetzt starten Sträucher und Bäume richtig durch. Einige haben sogar so kräftig aufgeholt, dass sie früher sprießen, als im vergangenen Jahr.
Das gilt beispielsweise für die Birke. Schön fürs Auge, aber zum Leidwesen etlicher Allergiker trägt die Schwarz-weiß-stämmige zurzeit nicht nur ein zartgrünes Kleid, sondern bereits blütenpollenbestäubte, gelbe Würstchen. "Durch den Wärmeschub ist die Birke jetzt zeitiger dran, als 2009", resümiert Bernd Fischer, der mit seinem Team im Auftrag des Deutschen Wetterdienstes die Daten für die Quadratestadt im Auge behält.
Nun gut, ein Maximum von 21,3 Grad ist im ersten Lenzmonat noch nichts Außergewöhnliches. Der März 1989 kann sogar einen Spitzenwert von 26,1 Grad und damit einen sogenannten Sommertag mit Temperaturen über 25 Grad präsentieren. Doch trotz des eisigen Starts schlug die zweite Hälfte so kräftig zu Buche, dass der März 2010 im langjährigen Vergleich fast ein halbes Grad zu warm war.
Strahlendes Wetter, Regengüsse, Blitz und Donner - zuweilen führte sich der März launisch wie der April auf. Aber es gab nur zwei Tage, an denen sich der hellleuchtende Himmelskörper gar nicht blicken ließ. Ein beachtliches Ergebnis, das nur der erste Frühlingsmonat im Jahre 1950 toppt. Damals gab es keinen einzigen Tag ohne Sonne. Auch zwei Gewittertage sind eine kleine Sensation, denn der Nachkriegs-Rekord liegt mit drei nur knapp darüber.
Und was erwartet uns in den nächsten Tagen? Die Aussichten des Wettermanns sind nicht besonders heiter: "Heute bleibt's mild, aber am Freitag kühlt's empfindlich ab." Schade, doch Bernd Fischer lässt sich sein sonniges Gemüt nicht trüben: "Der Frühling hat zwar noch zu kämpfen, aber am Sonntag könnte er einen neuen Anlauf nehmen." Wir drücken jedenfalls die Daumen.
Mannheimer Morgen
07. April 2010
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