Mannheim/Schanghai. Die Kolumne "Abenteuer China" von ABB-Expatriate Jens Hofschulte ist fast schon zum festen Bestandteil unseres Wirtschaftsteils geworden (hier im Bild ist der Ladenburger dritter von links in oberer Reihe umgeben von seinen Kollegen im Forschungszentrum Schanghai). Fast 20 Mal - immer mittwochs und samstags - hat der Ingenieur von seinem neuen Leben in der chinesischen Metropole berichtet.
Die Fleischtheke in einem chinesischen Supermarkt bietet ein völlig anderes Seh- und Geruchserlebnis, als wir Europäer es von zu Hause gewohnt sind. Am ehesten kommen uns beim Einkaufen die Enten bekannt vor, auch wenn sie in Asien komplett frittiert, der Länge nach halbiert und völlig platt gedrückt angeboten werden, so dass sie mehr an eine Scholle als an einen Vogel erinnern. Fast immer finden sich neben den Enten auch Hühnerfüße und - ebenfalls frittierte - Schweineköpfe.
Laufende Rechnungen für Miete, Gas oder Telefon zu bezahlen, ist in China mit einigem Aufwand verbunden. Ein Lastschriftverfahren wie in Deutschland ist dort wenig verbreitet. Deshalb müssten meine Frau oder ich jeden Monat zum Vermieter, Gasversorger und Telefonanbieter gehen, um die fälligen Beträge dort bar einzuzahlen. Das wäre recht aufwendig, hinzu kommt, dass man rechtzeitig genügend Bargeld abheben muss, und zwar mehrmals.
Aberglaube ist in China weit verbreitet und spielt auch im Alltagsleben eine nicht ganz unwichtige Rolle. Meine Frau Monika und ich zum Beispiel leben in unserer Wohnanlage in Turm acht, obwohl es nur sieben Gebäude gibt. Das liegt daran, dass die Zahl Vier in China traditionell als Unglückszahl gilt, weil sie ähnlich wie "Tod" klingt. Dementsprechend gibt es keinen Turm vier und in unserem Wohnhaus auch keinen vierten oder vierzehnten Stock.
Um ein "Alien", also ein Außerirdischer, zu sein, muss man nicht unbedingt von einem anderen Planeten stammen. Es genügt auch, eine Arbeitsgenehmigung in China ausgestellt zu bekommen. Die wird nämlich tatsächlich "Alien's Pass" genannt.
Die Chinesen rufen sich in diesen Tagen "Kung hei fat choy" zu: "Möge sich Dein Vermögen mehren!" Mitte Februar hat auch in Schanghai das "Jahr des Tigers" begonnen, eines von zwölf Tierzeichen des chinesischen Horos-kops. Neben einem imposanten Feuerwerk und dem Vertreiben der bösen Geister steht das Neujahrsfest traditionell auch im Zeichen des Geldes.
Nach rund sechs Wochen in Schanghai war es Zeit für einen Friseurbesuch. Einen zu finden war gar nicht so schwierig: Er ist leicht an den leuchtenden, sich drehenden Spiralen vorm Laden zu erkennen. Die Frage war nur, wie lässt sich dem Friseur ohne chinesische Sprachkenntnisse klarmachen, wie man die Haare gerne geschnitten haben möchte? Zum Glück hatten wir am letzten Pressetag der ABB in Ladenburg ein paar Bilder mit ansehnlicher Frisur von mir machen lassen.
Ein gemeinsames Essen im Kreis von Kollegen endet in China traditionell in einer Karaoke-Bar. Da macht ABB in Schanghai keine Ausnahme. Von Vorteil für einen ungeübten deutschen Sänger wie mich ist dabei, dass in den chinesischen Karaoke-Bars üblicherweise nicht vor versammelter Mannschaft gesungen wird. Stattdessen zieht man sich in kleineren Gesellschaften in einzelne Räume zurück.
Wer zum Arbeiten nach China kommt, sollte sich in seiner Freizeit nicht nur im Kreise anderer Ausländer bewegen. Statistisch gesehen ist das angeblich sogar der häufigste Grund, warum manche Expatriats im Ausland scheitern und früher als geplant wieder heimkehren.
Einen speziellen Dresscode gibt es bei ABB in Schanghai nicht. Mit Stoffhose und Hemd liegt man eigentlich immer richtig. Nur für einen Besuch in der Produktion am Standort ist eine Art Schutzbekleidung erhältlich. Für jeden Mitarbeiter, der möchte, gibt es eine spezielle Jacke, die die eigene Bürokleidung zum Beispiel vor Fettspritzern oder anderen Flüssigkeiten schützen soll. Sie ist auffällig rot und hat auf der Rückseite ein großes ABB-Logo.
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