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Containerbau: Verkauf des insolventen Mannheimer Unternehmens nimmt wichtige Hürde / Banken zuvor irritiert

Graeff-Gläubiger stimmen Verkauf zu

Von unserem Redaktionsmitglied Frank Schumann

"Zwei Drittel des Wegs beschritten": Für Graeff sieht es besser aus.

©  prosswitz

Mannheim. Der Gläubigerausschuss des insolventen Mannheimer Containerbauers Graeff hat dem Verkauf des Unternehmens an die Losberger GmbH aus Bad Rappenau gestern einstimmig zugestimmt. Das bestätigte Graeff-Insolvenzverwalter Christopher Seagon gegenüber dieser Zeitung. "Damit sind zwei Drittel des Weges beschritten", sagte der Heidelberger Rechtsanwalt mit Blick auf die endgültige Übernahme von Graeff durch Losberger. Vor der Ausschusssitzung hatte es Irritationen unter den Gläubigerbanken gegeben. Mehrere Institute fühlten sich von Seagon vor dem Verkauf unzureichend informiert.

Wie berichtet, hatte sich der Insolvenzverwalter vor knapp zwei Wochen mit Losberger über die Graeff-Übernahme geeinigt und einen entsprechenden Kaufvertrag unterzeichnet. Der Bad Rappenauer Zeltspezialist sichert neben den Graeff-Standorten Mannheim und Lübars (Sachsen-Anhalt) auch fast alle der zuletzt 85 Arbeitsplätze. Über die Höhe des Kaufpreises wurde Stillschweigen vereinbart. Nach Angaben von Seagon müssen dem Graeff-Verkauf nun unter anderem noch das Bundeskartellamt sowie der Vermieter des Graeff-Firmengeländes zustimmen.

Vor dem gestrigen Treffen des Gläubigerausschusses hatte sich bei einigen Banken Unverständnis breitgemacht. Sie kritisierten, von Seagon vorab nicht umfassend genug über das Geschäft mit Losberger ins Bild gesetzt worden zu sein. Öffentlich wollte sich keine Mannheimer Bank dazu äußern, ob sie zu den Graeff-Gläubigern zählt und welche offene Forderung gegenüber dem insolventen Unternehmen besteht. Ein Banker antwortete auf die Frage, welche wichtigen Mannheimer Banken bei der Insolvenz mit im Boot saßen: "Alle." Auch in der Region sollen noch weitere Geldhäuser zu den Gläubigern gehören. Alleine die offenen Forderungen der Banken dürften sich auf einen Millionenbetrag summieren.

Seagon wies die Kritik der Geldinstitute entschieden zurück. Ein Insolvenzverwalter sei formal zur eigenständigen Verwertung eines Unternehmens berechtigt, entsprechende Verträge stünden unter dem Vorbehalt einer Zustimmung durch die Gläubiger. "Der mit Losberger erzielte Abschluss war auch im Interesse der Gläubiger die beste Lösung, die zu erzielen war", sagte der Rechtsanwalt. Die am Insolvenzverfahren beteiligten Institute sind auch im Gläubigerausschuss vertreten, der den Verkauf nun gebilligt hat.

Die Übernahme von Graeff deckt sich mit der Strategie von Losberger, auch über Zukäufe weiter wachsen zu wollen. Mit den Hallen und Containern von Graeff erweitert Losberger sein bisheriges Angebot an mobilen Lösungen. "Wir wollen weiter kräftig wachsen und Graeff passt sehr gut in unser Sortiment", hatte ein Unternehmenssprecher den Kauf kommentiert.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 22.06.2012
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