In der Diskussion um die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim gab es nun schon so viele Wendungen, dass man auch bei den jüngsten Äußerungen von Rüdiger Grube vorsichtig bleiben sollte. Natürlich darf man die Aussagen des Bahnchefs als verbindlich annehmen, doch entscheiden wird letztlich das Bundesverkehrsministerium. Und hier wartet man bekanntlich noch auf ein Gutachten, das erfolgversprechende verkehrliche Konzepte finden soll. Ausgang offen.
Dennoch: Ein ICE-Bypass an Mannheim vorbei ist aus heutiger Sicht unwahrscheinlicher denn je. Es ist kaum vorstellbar, dass ein Bundesverkehrsminister eine solche Umfahrung gegen den Willen der Bahn und der Metropolregion Rhein-Neckar durchdrückt.
Ein wenig Schulterklopfen ist somit durchaus erlaubt. Die Region hat in dieser Sache in bemerkenswerter Weise zusammengestanden und für die gemeinsamen Interessen gekämpft. Nicht zu vergessen ist dabei die von dieser Zeitung mitinitiierte Unterschriftenaktion zum Erhalt des ICE-Knotens Mannheim, an der sich über 100 000 Bürger beteiligt hatten.
Grube ist auf dem Mannheimer Maimarkt einen großen Schritt auf die Region zugegangen. Der Anfang zu vertrauensvolleren Gesprächen als bisher ist gemacht. Darauf kann man auf jeden Fall aufbauen.