Keiner will ihn aber zu viele reden darüber - einen "Währungskrieg". Wer seine Währung schwächt, verbessert die Exportchancen der Industrie, weil diese dann im Ausland billiger anbieten kann. Vor allem Frankreich beklagt zu schnell einen zu starken Euro. Das bedeutet im unausgesprochenen Umkehrschluss, die Europäische Zentralbank möge dafür sorgen, dass er schwächer wird. Doch Manipulationen an Wechselkursen sind meist nur Ersatzhandlungen für andere Nöte. Gerade Frankreichs Wirtschaft leidet seit Jahren unter der Schwindsucht in Sachen internationaler Wettbewerbsfähigkeit. Kein Wunder, dass die Politik nach künstlicher Hilfe an der Währungsfront ruft.
Sollte die kommen, wird das auch hierzulande zu spüren sein, als erstes an den Tankstellen. Denn ein schwacher Euro bedeutet im Umkehrschluss einen starken Dollar. Weil Rohöl international in Dollar abgerechnet wird, steigen an deutschen Zapfsäulen mit einem abgewerteten Euro die Spritrechnungen. Warum aber soll der deutsche Autofahrer für die Schwächen der französischen Industrie bezahlen?
Es ist übrigens noch gar nicht so lange her, da wurde, auf dem Höhepunkt der europäischen Staatsschuldenkrise, über einen zu schwachen Euro lamentiert. Die neue Euro-Stärke ist so gesehen auch ein Ausdruck für neues Vertrauen der internationalen Finanzwelt in die Währung. Die neue Stärke bedeutet auch, dass die Bewältigung der Krise gute Fortschritte macht. Auch das sollten französische Politiker nicht mit leichtfertigem Gerede kaputtmachen.