Noch ist der neue Block 9 des Mannheimer Großkraftwerks (GKM), der 2015 in Betrieb gehen soll, eine sinnvolle Investition. Wenn es aber mit der Energiewende so weitergeht wie bisher, dürften die Renditeerwartungen der GKM-Eigentümer RWE und EnBW sowie der Mannheimer MVV demnächst weiter nach unten korrigiert werden. EnBW-Chef Frank Mastiaux attestierte dem Block 9 dieser Tage bereits "latente Wirtschaftlichkeitsprobleme".
Weil immer mehr Strom mit Windrädern und Solaranlagen erzeugt wird, wird die Stromerzeugung in Kohlekraftwerken wie dem GKM immer weniger rentabel. Dummerweise weht der Wind nicht immer und Wolken schieben sich gelegentlich vor die Sonne. In solchen Zeiten wird Strom auch in Zukunft aus konventionellen Kraftwerken kommen müssen. Doch gerade Neubauten wie Block 9 brauchen eine gewisse Mindestlaufzeit übers Jahr, um ihre Investitionskosten verdienen zu können. Schon derzeit laufende Anlagen machen wenig Freude. Weil die Strom-Großhandelspreise durch die massenhafte Einspeisung von Wind- und Solarstrom gesunken sind, stehen Kohlekraftwerke (wie das GKM) "extrem unter Druck", so Mastiaux.
Beim GKM selbst spüren die Anteilseigner die Malaise in unterschiedlicher Schärfe. RWE und EnBW beziehen von dort nur Strom. Die MVV nimmt Strom und die komplette Fernwärme ab. Beim Strom spürt auch die MVV den Margendruck. Durch die Fernwärme, ein vergleichsweise einträgliches Geschäft, ist es aber nicht ganz so schlimm wie bei RWE und EnBW.