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Sky-Bundesliga: Nach einer erneuten, deutlichen Preiserhöhung für die Gastronomie-Abos, bleibt mancher Kneipen-Fernseher aus

„Das ist nicht mehr bezahlbar“

Archiv-Artikel vom Freitag, den 22.08.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Kros

Gemeinsam in der Kneipe Fußball schauen, wie hier in München, macht vielen Fans mehr Spaß als zu Hause.

© dpa

Mannheim. In der heute beginnenden Bundesliga-Saison bleibt der Fernseher in mancher Kneipe aus. Im Schriesheimer Sport-Pub zum Beispiel. Nachdem der Bezahlsender Sky das Gastronomie-Abo, das etwa die Live-Übertragungen von Bundesliga und Champions League beinhaltet, zum September nochmals erhöhte, hat Inhaber Wolfgang Braunwarth den Vertrag auf Ende August gekündigt. 324 Euro monatlich habe er bislang gezahlt, nun wolle Sky 494 Euro - rund 65 Prozent mehr.

Zudem sei das bereits die zweite Erhöhung innerhalb eines Jahres. "Das ist einfach nicht mehr bezahlbar", sagt Braunwarth. Schon bislang sei das Abo nur "ein Service für den Gast gewesen. Verdient habe ich daran nichts". Richtig voll sei die Kneipe nur bei absoluten Top-Spielen gewesen, ansonsten komme kaum ein Gast bei Live-Übertragungen zusätzlich. Der Gastronom fühlt sich von Sky regelrecht vergrault. Der Privatsender versuche offenbar, mehr Privat-Abos zu gewinnen.

Das freilich weist man bei Sky weit von sich. "Gastronomie-Abos sind ein Wachstumsgeschäft", betont Kommunikationschef Wolfram Winter. Er will auch lediglich von einer "Preisanpassung" sprechen. Die Tarife seien auf der Basis verschiedener Parameter wie der Größe der Gaststätte oder der Kaufkraft in der jeweiligen Region neu berechnet worden, wodurch es bei 20 Prozent der Gastronomie-Kunden sogar zu einer Preissenkung gekommen sei. Bei rund 80 Prozent, das räumt Winter ein, stehe zum September aber tatsächlich eine Erhöhung an, und zwar um durchschnittlich 30 Prozent. Als Begründung dafür nennt er die "deutlich gestiegenen Kosten für das Produkt Bundesliga", aber auch eigene Fehler in der Vergangenheit. "Teilweise haben wir das Abo lange Zeit unter Wert verkauft."

Kein einheitlicher Preis

Der monatliche Abo-Preis, den der Bezahlsender Sky in der Gastronomie verlangt, variiert von Kneipe zu Kneipe. Er bemisst sich an der Größe der Gaststätte sowie der Kaufkraft und der Fußballaffinität in der jeweiligen Region. Gibt es einen Bundesligisten in der Nähe, wird das Abo entsprechend teurer.

Grundsätzlich ziehen die Abo-Preise aus diesen Gründen in den Großstädten durchweg an, während es im eher ländlichen Raum laut Sky sogar zu Preissenkungen für die Gastronomen gekommen ist.

Nicht immer Bayern gegen BVB

Das alles kann Ilona Heimke, Inhaberin des Ladenburger Bistros "Sowieso", nicht überzeugen. Ihr Abo-Preis soll von aktuell 385 auf 500 Euro monatlich steigen. "Da müsste ich schon eine ganze Menge mehr Bier verkaufen", sagt sie und hat den Vertrag mit Sky deshalb gekündigt. Schließlich spiele ja nicht jedes Wochenende Bayern gegen Dortmund, und die Top-Spiele der Champions League seien teilweise auch kostenlos im öffentlich-rechtlichen Fernsehen zu sehen. Dass nun die Stammgäste ausbleiben, glaubt Heimke nicht. "Klar sind manche Kunden enttäuscht, aber die meisten haben Verständnis."

Rückendeckung bekommt das Bistro "Sowieso" vom Gaststättenverband Dehoga. "Die Branche darf versichert sein, dass wir diese erneute Preiserhöhung deutlich kritisiert und auch die massive Verärgerung der Betriebe gegenüber Sky deutlich gemacht haben", so Verbandssprecher Christopher Lück. Man habe aber keinen Einfluss auf die Preisgestaltung, sagt er mit Blick auf den Kooperationsvertrag zwischen Dehoga und Sky, durch den Verbandsmitglieder Rabatte von bis zu 800 Euro jährlich bekommen können. Aus Verärgerung über die massiven Preiserhöhungen stelle man die Zusammenarbeit mit dem Bezahlsender nun sogar grundsätzlich infrage, schon im Herbst soll das Thema in den verschiedenen Verbandsgremien diskutiert werden.

So lange gibt es in Mannheims Innenstadtkneipe "Destille Nr. 13" auf jeden Fall noch Bundesliga. "Dieses Jahr schauen wir uns das noch mal an", sagt Inhaber Robert Wittenzellner, der künftig 640 Euro monatlich für sein Abo zahlen soll, mehr als doppelt so viel wie bisher. "Da bleibt jetzt natürlich noch weniger übrig als vorher", ist er sicher. Trotzdem bleibt der Fernseher vorerst eingeschaltet.

Auch Heimke in Ladenburg hat die Hoffnung noch nicht völlig aufgegeben. "Vielleicht besinnt sich Sky ja noch einmal", sagt sie. Bislang sei allerdings noch niemand auf sie zugekommen.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 22.08.2014
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