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Baustoffe: HeidelbergCement legt nach Druck von Separatisten Werk im Osten der Ukraine bei Donezk still 

„Eigene Vorstellungen vom Geschäft“

Archiv-Artikel vom Dienstag, den 18.11.2014

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Roth

In dem Werk von HeidelbergCement nahe Donezk wurde bis vor kurzem noch produziert. Jetzt haben dort die Separatisten das Sagen.

© zg

In dem Werk von HeidelbergCement nahe Donezk wurde bis vor kurzem noch produziert. Jetzt haben dort die Separatisten das Sagen.

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Mannheim. Der Baustoffkonzern HeidelbergCement hat die Zementproduktion in einem Werk in der Ukraine, östlich von Donezk, stillgelegt. Informationen dieser Zeitung bestätigte ein Sprecher.

Das Werk sei zwar nicht besetzt, "aber die Separatisten haben eigene Vorstellungen, wie das Geschäft laufen soll", sagte ein Konzernsprecher. "Darauf werden wir uns nicht einlassen und lehnen alle Gespräche mit den Separatisten ab", machte er klar. Das sei im Einklang mit eigenen und mit Vorgaben der Europäischen Union.

Zudem seien normale Geschäftsbeziehungen derzeit nicht möglich. Im IT-Bereich des Werks seien Vorkehrungen getroffen worden, um Missbrauch zu verhindern, so der Sprecher. Die 500 Mitarbeiter des Werks seien noch im Unternehmen beschäftigt, derzeit aber nur mit Reinigungsarbeiten befasst.

Wenn sich die Situation nicht ändere, dann seien diese Jobs demnächst gefährdet. Deutsche Mitarbeiter sind derzeit nicht vor Ort. Die Kapazität des Zementwerks liegt bei zwei Millionen Tonnen im Jahr. Zum Vergleich: das Werk in Leimen bei Heidelberg kommt auf rund eine Million Tonnen.

In dem Werk wurde bereits im Sommer nachts im Steinbruch nicht mehr gesprengt, weil Truppenbewegungen von ukrainischer Armee und Aufständischen meist in der Nacht durchgeführt werden. Man wolle durch Sprengungen kein falsches Aufsehen erregen und unter Beschuss geraten, hieß es im Juli.

In der Ukraine macht HeidelbergCement in drei Werken einen Umsatz von 150 Millionen Euro, das entspricht einem Prozent des Gesamtumsatzes von HeidelCement. Im Zuge des Konflikts im Osten des Landes schrumpfte der Ukraine-Umsatz dieses Jahr um 30 Prozent. Im Werk südlich der ukrainischen Hauptstadt Kiew läuft die Produktion nach Angaben des Sprechers normal. In Russland ist die Geschäftsentwicklung zuletzt sogar recht gut gewesen, so der Sprecher.

Drei Zementwerke in Russland

HeidelbergCement hat drei Werke in Russland (Petersburg, Moskau, Ufa am Ural) und macht dort mit 1600 Mitarbeitern rund 300 Millionen Euro Umsatz und an die 40 Millionen Euro operativen Gewinn. "Putin wird nun versuchen die heimische Wirtschaft zu stärken", vermutete Konzernchef Bernd Scheifele im Sommer.

Das bedeute Investitionen in Infrastruktur, davon profitiere die Bauwirtschaft. Auf der Krim sollen zwei neue Flughäfen entstehen und ein Hafen. "Die Russen wollen sogar Zement aus der Ukraine importieren", weiß der HeidelbergCement-Chef. Einen Grund hat er für die schlechten Geschäfte in der Ukraine schon im Sommer ausgemacht. "Wir sind dort am falschen Ende des Landes", so Scheifele.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 18.11.2014
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