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Quartalsbilanz: MVV rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit Einbußen beim Ergebnis / Umsatz soll zulegen

Energiewende drückt auf MVV-Gewinn

Von unserem Redaktionsmitglied Michael Roth

Der Mannheimer Energieversorger MVV rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem Rückgang beim operativen Gewinn.

©  Prosswitz

Mannheim. Der Mannheimer Energieversorger MVV bekommt die negativen Folgen der Energiewende in seinem Zahlenwerk zu spüren. Im laufenden Geschäftsjahr wird der operative Gewinn um fünf Prozent unter dem Vorjahreswert von 223 Millionen Euro liegen, kündigte der Konzern gestern bei der Vorlage von Zahlen zum ersten Quartal an. "Wir können uns dem anhaltend schwierigen und sich in den zurückliegenden Wochen und Monaten weiter verschärfenden Branchentrend nicht entziehen", sagte Vorstandschef Georg Müller laut Mitteilung.

Was Müller genau meint, wird im Quartalsbericht erklärt. Die sinkenden Strompreise auf der Großhandelsebene durch die zunehmende Einspeisung von Solar- und Windenergie "wirken sich negativ auf die Rentabilität unserer konventionellen Kraftwerke und damit auch auf unsere weitere Ergebnisentwicklung im Geschäftsjahr 2012/2013 aus", heißt es dort. Hinzu komme, dass die bisher frei zugeteilten CO2-Emissionszertifikate für die Stromerzeugung seit Jahresbeginn ersteigert werden müssen.

Gleich doppelt unter Druck

Von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des operativen Ergebnisses sei die Erzeugungsmarge aus der Steinkohleverstromung (unter anderem im GKM). Sie werde durch Kohlepreise, Strompreise, Wechselkurse und den Preis für Emissionszertifikate bestimmt. In der Umweltsparte (Müllverbrennung) werde der Beitrag zum Gewinn wesentlich von Abfall- und Energieerlösen bestimmt. Hier kam die MVV zuletzt gleich von zwei Seiten unter Druck. Seit Jahresbeginn gelten niedrigere Preise aus neuen Verträgen für die Abfallbeseitigung von Mannheim und Heidelberg sowie der Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises. Zudem macht der zuletzt gefallene Strompreis im Großhandel Sorgen, weil ein Teil des in den Müllverbrennungsanlagen erzeugten Stroms kurzfristig vermarktet werde. In der Umweltsparte ist es außerdem im ersten Quartal zu unvorhersehbaren Schäden in der Wärmeerzeugung von Heizkraftwerken in Mannheim und Leuna gekommen. "Nichts Dramatisches", so ein Sprecher, es fielen Kosten für Reparaturen und Ersatzteile an.

Im Gegensatz zum rückläufigen Gewinn soll der Umsatz im Geschäftsjahr bei normalem Witterungsverlauf das Vorjahresniveau von 3,89 Milliarden Euro übertreffen. Zu dem Wachstum werden nach MVV-Angaben Mengensteigerungen bei Strom und Gas sowie Verdichtungen bei der Fernwärme (mehr Anschlüsse von Haushalts- und Gewerbekunden) an allen Standorten beitragen. Darüber hinaus wird auch mit höheren Erlösen durch den Ausbau der Windenergie an Land, des Biomethangeschäfts (eine zweite Anlage wird gerade in Ostdeutschland errichtet) sowie aufgrund von Strompreiserhöhungen (Weitergabe von staatlichen Förderungen für Erneuerbare Energien an Stromkunden) gerechnet.

Konzernweit legten im ersten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2012/2013 (1.10. bis 31.12.) Umsatz und Ergebnis zu. Im Vorjahreszeitraum hatten eine milde Witterung und ein Turbinenschaden im Kraftwerk Kiel für Belastungen gesorgt, die nun weggefallen waren.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
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