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Einrichtungen: Für die SAP-nahe Kita „Haus der kleinen Hände“ in Walldorf sind erst fünf von 40 Fachkräfte-Stellen besetzt / Kein Einzelfall in der Metropolregion

Erzieherinnen-Mangel bremst Ausbau

Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Kros

In Rot gibt es heute schon das "Haus der kleinen Füße".

© SAP

Walldorf. Weil Erzieherinnen fehlen, kann die neue Kindertagesstätte auf dem Gelände der Walldorfer SAP wohl nicht wie geplant starten. "Wir haben bis jetzt nur fünf der 40 geplanten Erzieherinnen-Stellen besetzen können", sagt Nathalie Boulay, Gesellschafterin der Trägergesellschaft family&kids@work, die bereits im benachbarten Rot die vergleichbare Kindertagesstätte "Haus der kleinen Füße" betreibt. Von hier wären weitere vier Erzieherinnen bereit, nach Walldorf zu wechseln, würden aber dann dort entsprechende Lücken hinterlassen. Mehr gehe im Moment nicht. "Und das obwohl wir bundesweit Stellenanzeigen geschaltet haben", so Boulay ernüchtert.

Derzeit entsteht auf dem SAP-Gelände in Walldorf das "Haus der kleinen Hände", die Eröffnung ist schon im kommenden März vorgesehen. Das Projekt gilt als vorbildhaft, weil die Beteiligten in besonderer Weise zusammenspielen. Der Softwarekonzern stellt das Grundstück zur Verfügung, die Baukosten in Höhe von fünf Millionen Euro trägt die Stiftung des Mitgründers Dietmar-Hopp und um den Betrieb kümmern sich ehrenamtlich die Betriebsrätinnen Boulay und Christiane Kuntz-Mayr, letztere ist zudem noch stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende.

Doch nun gerät die Sache ins Stocken. "Wir gehen davon aus, dass wir im März nur mit zwei Kindergruppen starten werden", befürchtet Boulay. Acht sollten es eigentlich sein, mit über 100 Plätzen, von denen der Softwarekonzern und die Stadt Walldorf etwa die Hälfte als Belegplätze übernehmen will. Bei SAP wird die Warteliste dadurch nicht kürzer: Rund 430 Namen stehen bei den Walldorfern darauf, weitere 200 direkt bei family&kids@work.

Das Problem kennt Alice Güntert vom "Forum Vereinbarkeit von Beruf und Familie" der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH gut: "Auch in der Metropolregion ist der Fachkräftemangel angekommen. Sowohl Arbeitgeber als auch Träger, die eine betriebliche Kinderbetreuung anbieten möchten, bekommen dies zu spüren", berichtet sie aus ihrer Tätigkeit.

Schätzungen zufolge fehlen bundesweit mehr als 40 000 Erzieherinnen. Und das Problem dürfte sich noch weiter verschärfen, denn neben den Kommunen planen auch viele Unternehmen, etwa die BASF, im laufenden Jahr einen deutlichen Ausbau ihrer Betreuungsangebote. Andere Firmen wie Freudenberg in Weinheim denken zudem über ganz neue Einrichtungen nach. Ohne zusätzliche Erzieherinnen geht das nicht: Laut Betreuungsschlüssel müssen etwa in Baden-Württemberg rechnerisch auf 10 Kinder im Alter von null bis drei Jahren mindestens 3,5 Fachkräfte kommen.

Werden deshalb unternehmensnahe Einrichtungen wie das "Haus der kleinen Hände" dank ihrer finanziellen Möglichkeiten den Kommunen das Personal abwerben? "Ausdrücklich nein", sagt Boulay. "Wir spielen unter den gleichen Bedingungen, das heißt wir zahlen ganz normales Tarifgehalt". Schließlich wolle man "keinen Groll" mit anderen Einrichtungen in der Nachbarschaft, mit denen man ja auch weiterhin gut zusammenarbeiten wolle. "Ich bezweifele aber ohnehin, dass es nur am Geld liegt", so Boulay weiter. Es gehe stärker darum, "das Berufsbild positiver zu gestalten". Dazu gehörten beispielsweise moderne Konzepte in der Betreuung, Fortbildungen und mehr Verantwortung für die einzelnen Erzieherinnen.

Auch Güntert sieht als Hauptgrund für die Misere "die mangelnde Attraktivität des Berufs beziehungsweise der Ausbildung". Hier sei auch ein Wandel in der Gesellschaft von der Geringschätzung zur Wertschätzung erforderlich, ist sie überzeugt. "Neue Wege wie zum Beispiel die Vereinfachung des Verfahrens zur Anerkennung ausländischer Abschlüsse würden helfen, den Fachkräftemangel zumindest abzumildern."

© Mannheimer Morgen, Samstag, 12.01.2013
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