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Personalvermittler: Beim Heidelberger Dienstleister herrscht trotz der Verhaftung von Gründer Soheyl Ghaemian Zuversicht

Käufer für Reutax in Sicht

Von unserem Redaktionsmitglied Kevin Hagen

Firmensitz von Reutax im ehemaligen Heidelberger ABB-Gebäude an der Speyerer Straße.

© Rothe

Mannheim/Heidelberg. Beim insolventen Heidelberger IT-Personaldienstleister Reutax blickt man trotz der dramatischen Vorgänge um Unternehmensgründer Soheyl Ghaemian (Bild) positiv in die Zukunft. Man stecke mitten im Investorenprozess und wolle "innerhalb der nächsten Wochen" einen Käufer präsentieren, teilte der Mannheimer Insolvenzverwalter Tobias Wahl dieser Zeitung mit. Es gebe "seriöse" Interessenten. Aus der Branche ist zu hören, dass die Konkurrenten Hays, Allgeier Experts und Gulp eher nicht in Frage kommen. Stattdessen könnte es vielmehr auf kleinere Unternehmen hinauslaufen, die durch den Zukauf ihre Marktposition verbessern wollen, sowie auf Finanzinvestoren aus den USA und Großbritannien. Bei den Gesprächen spiele die Verhaftung des ehemaligen Vorstandschefs keine Rolle, sagte Wahl. "Das hat keine Auswirkungen auf das Insolvenzverfahren."

Wohnsitz durchsucht

Die Polizei hatte am Dienstag Ghaemians Wohnsitz und den eines Zeugens durchsucht, Beweismaterial sichergestellt und den 36-Jährigen festgenommen. Tags darauf wurde er dem Haftrichter vorgeführt. Das sagte gestern der Mannheimer Staatsanwalt Peter Lintz, ohne Namen zu nennen. Tobias Wahl hatte jedoch bestätigt, dass es sich dabei um Ghaemian handelt. Diesem werden Betrug, Untreue und Unregelmäßigkeiten in der Buchführung vorgeworfen. Trotz des drohenden Insolvenzverfahrens soll er mit freien Beratern Verträge abgeschlossen haben. Es geht dabei um eine Schadenssumme von 100 000 Euro. Außerdem steht im Raum, Ghaemian habe in den USA für 3,3 Millionen Euro eine Villa auf Firmenkosten gekauft und auch ein Haus in Wilhelmsfeld mit Geldern des Unternehmens erworben. Im Falle einer Verurteilung drohen Ghaemian somit mehrere Jahre Gefängnis.

Derzeit sitzt er in Untersuchungshaft, weil die Staatsanwaltschaft von Fluchtgefahr ausgeht. Nachdem er im März mit Reutax Insolvenz angemeldet und den Vorstandsvorsitz abgegeben hatte, galt Ghaemian längere Zeit als verschwunden. Dem widerspricht jedoch der Heidelberger Anwalt und Stadtrat Nils Weber, der mit Ghaemian nach eigenen Angaben noch mehrfach Kontakt hatte. "Insider wussten, dass er die ganze Zeit da war", sagt er. Er bezweifle, dass die Befürchtung, Ghaemian könne sich aus dem Staub machen, berechtigt ist. Weber muss sich wohl auch Sorgen um die Ghaemian-Stiftung machen, deren Präsident er ist, und die auf das Geld ihres Namensgeber angewiesen ist. Die Webseite der Stiftung war gestern nicht mehr online. "Wir wissen auch nicht, was jetzt ist", sagte Weber.

Soheyl Ghaemian fühlte sich offenbar wohl in der Heidelberger Society. So präsentierte er sich nicht nur als Mäzen, der Fußball-Bundesligist TSG Hoffenheim oder die Uni Heidelberg unterstützte. Er war auch bekannt für seinen auffälligen Lebensstil voller Prunk und Luxus.

Im Jahr 2002 hatte er Reutax gegründet und setzte auf die Vermittlung von IT-Fachkräften - zunächst mit Erfolg. Noch für das vergangene Jahr führte das Marktforschungsunternehmen Lünendonk die AG auf Rang vier der umsatzstärksten Firmen der Branche in Deutschland (Marktführer: Hays aus Mannheim). Doch das Ende kam im März dieses Jahres. Berichten zufolge könnte die Insolvenz im Zusammenhang mit dem Rückzug von Hans-Peter Wild stehen. Der Chef der Eppelheimer Wild-Werke (Capri-Sonne) soll privat mit mehreren Millionen Euro bei Reutax beteiligt sein.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 05.07.2013
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