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Verlage: Mannheimer Bibliographisches Institut verkauft Sparte an die S. Fischer Verlage / Gespräche mit Mitarbeitern

Kinderbücher gehen nach Frankfurt

Von unserem Redaktionsmitglied Tatjana Schneider

Die Duden-Zwerge für Kleinkinder gehören zu dem Programm, das nun nach Frankfurt verkauft wird.

© Rinderspacher

Mannheim. Die geplante Verkleinerung des Mannheimer Bibliographischen Instituts (Duden-Verlag) geht voran: Wie gestern bekannt wurde, übernehmen die S. Fischer Verlage in Frankfurt die Kinder- und Jugendbuchsparte des Unternehmens. Sie stand seit einigen Monaten zum Verkauf. In dem Bereich arbeiten derzeit in Mannheim noch "etwas mehr als 20 Mitarbeiter", wie eine Sprecherin des Duden-Verlags gestern mitteilte.

Wie viele von ihnen zum neuen Besitzer nach Frankfurt wechseln können, steht derzeit noch nicht fest. "Eine konkrete Zahl kann ich noch nicht nennen. Aber wir haben in unserem eigenen Kinder- und Jugendbuchbereich in Frankfurt derzeit fünf Mitarbeiter und erweitern durch den Zukauf deutlich das Programm. Wir werden also in jedem Fall Beschäftigte aus Mannheim brauchen", sagte Michael Justus, kaufmännischer Geschäftsführer der S. Fischer Verlage. In den kommenden Wochen werde man deshalb nun Gespräche mit den Mitarbeitern aus Mannheim führen.

Lizenzen für Duden und Meyers

Von ihrem bisherigen Arbeitgeber, dem Duden-Verlag, hatten die Beschäftigten der Kinder- und Jugendbuchsparte ebenso wie viele weitere Mitarbeiter in Mannheim schon im Oktober die Kündigung erhalten. Einige sind seither bereits ausgeschieden. Früheren Verlagsangaben zufolge waren mit der Sparte ursprünglich rund 45 Arbeitsplätze am Standort Mannheim verbunden.

Mit dem Kauf übernimmt Fischer nun die Kinder- und Jugendbuchprogramme von Sauerländer, Sauerländer Audio, Meyers und Duden. Während die Marke Sauerländer damit komplett an das Frankfurter Unternehmen übergeht, erhält es für die Marken Duden und Meyers lediglich Lizenzen: Fischer darf die Marken damit im Kinderbuchbereich nur zeitlich befristet verwenden. "Es handelt sich um einige Jahre", so Justus. In dem Paket nicht enthalten ist die Lizenz für das Guinness-Buch der Rekorde. Sie bleibt beim Bibliographischen Institut. Alle übernommenen Programme will Fischer weiter ausbauen. "Durch den Zukauf schaffen wir quasi den Sprung von der zweiten Liga in die erste", sagte der Geschäftsführer des Frankfurter Verlags.

Das Kinder- und Jugendbuchgeschäft von Fischer ist bislang, verglichen mit der Konkurrenz, vergleichsweise klein: Dort erscheinen pro Jahr rund 100 neue Bücher, insgesamt umfasst das Sortiment etwa 500 Titel. Das Umsatzvolumen beziffert Justus mit 4,5 bis 5 Millionen Euro. Das Kinder- und Jugendbuchprogramm des Bibliographischen Instituts, das nun dazu kommt, zählt bislang etwa 140 Neuerscheinungen im Jahr und ein Gesamtangebot von rund 1200 Titeln. Das Umsatzvolumen soll bei rund zehn Millionen Euro liegen.

"Werden zum Vollsortimenter"

Strategisch passe die Mannheimer Sparte "perfekt" zum eigenen Programm, heißt es bei Fischer. Bisher bieten die Frankfurter vor allem Belletristik für die Altersgruppe der Acht- bis 15-Jährigen an. Sachbücher für Kinder und Produkte für Jüngere gibt es dagegen kaum im Sortiment. Das ändert sich durch den Zukauf: Das Bilderbuchangebot wird vergrößert, dazu kommen Kindersachbücher und Produkte für Kleinkinder, wie die Pappbilderbücher "Duden-Zwerge", die sich teilweise schon an Kleinkinder ab 12 Monaten richten. "Wir werden dadurch zum Vollsortimenter mit tollen Marken", sagte Justus.

Die Kinder- und Jugendbuchsparte des Duden-Verlags sei bei Fischer "in sehr guten Händen", so Marion Winkenbach, verlegerische Geschäftsführerin des Duden-Verlags in Mannheim. Man sehe bei dem Frankfurter Unternehmen, das zur Holtzbrinck-Gruppe (u.a. Rowohlt, Droemer Knaur) gehört, "eine gute Weiterentwicklungsmöglichkeit für das Programm und für unsere Mitarbeiter eine gute und interessante Perspektive." Auch der Betriebsrat des Mannheimer Verlags, der sich in den vergangenen Monaten vehement gegen die drastische Verkleinerung des Unternehmens und des Standorts gewehrt hatte, begrüßte gestern grundsätzlich, dass ein Käufer mit Perspektiven gefunden worden sei. Man hoffe nun, dass möglichst viele Mitarbeiter in Frankfurt eine Chance auf Weiterbeschäftigung bekämen.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 16.01.2013
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