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Banken: Ministerin Aigner will mehr Transparenz / Verbraucherschützer fordern eine gesetzliche Höchstgrenze

Streit um Deckel für Dispozins

Laut einem Gutachten berechnen deutsche Banken einen Dispozins von durchschnittlich 10,27 Prozent - einzelne verlangen allerdings fast 20 Prozent.

©  dpa

Berlin/mannheim. Viele Kreditinstitute knöpfen ihren Kunden beim Überziehungskredit höhere Zinsen ab als nötig. Zu diesem Ergebnis kommt eine umfangreiche Studie im Auftrag des Bundesverbraucherministeriums. So profitierten Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken zwar von den sinkenden Leitzinsen. "Die Dispozinsen sind nicht in gleichem Maße gefallen", heißt es in dem gestern vorgelegten Gutachten. Verbraucherministerium Ilse Aigner (CSU) dringt auf mehr Transparenz und Wettbewerb. Gesetzliche Obergrenzen, wie sie SPD, Grüne und Verbraucherschützer verlangen, lehnt sie ab.

Aigner forderte die Geldinstitute auf, Zinsvorteile weiterzugeben. "Wollen die Banken den Kredit bei ihren Kunden nicht verspielen, müssen sie runter von überhöhten Dispozinsen." Nötig seien unter anderem bessere Informationen. "Es kann nicht sein, dass man eine Stunde lang auf der Internetseite einer Bank suchen muss, bis man die Höhe des Dispozinses findet." Im Herbst will die Ministerin Branche, Verbraucherschützer und Schuldenberater zu einem Gespräch einladen.

Laut dem Gutachten liegt die Bandbreite der Dispozinsen zwischen etwa sechs bis nahezu 20 Prozent. Durchschnittlich berechnen die Institute demnach 10,27 Prozent. Sparkassen oder Banken könnten laut Studie mit einem Zinssatz von rund zehn Prozent profitabel arbeiten. Dagegen hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins, zu dem sich Banken Geld beschaffen können, erst Anfang Juli auf das historische Tief von 0,75 Prozent gesenkt.

Schmid will Bundesratsinitiative

Aus Sicht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) reicht Transparenz nicht aus, um das Problem in den Griff zu bekommen. "Das gelingt nur mit einer gesetzlichen Deckelung", sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen. Banken müssten zu besseren Umschuldungsmöglichkeiten in günstigere Ratenkredite verpflichtet werden. Auch der baden-württembergische Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) forderte ein Gesetz gegen zu hohe Preise. "Wir brauchen eine gesetzliche Obergrenze für Dispo-Zinsen", sagt Bonde. Die Grenze soll sich an den EZB-Leitzinsen orientieren. Baden-Württembergs Finanzminister Nils Schmid (SPD) kündigte eine Bundesratsinitiative an.

Aigner sagte dagegen, eine staatliche Obergrenze hätte das Risiko, dass es für alle Kunden teurer werde, "weil auch günstige Banken die Obergrenze voll ausschöpfen würden und sich teure Banken das entgangene Geld über Gebührenerhöhungen hereinholen." Im Gutachten für das Ministerium wird analysiert, dass Obergrenzen Klarheit für Verbraucher schafften, aber auch negative Effekte hätten. So bestehe die Gefahr, dass Anbieter sie "zu ihren Gunsten ausschöpfen".

Die Bankenbranche wies die Kritik zurück. Der intensive Wettbewerb führe zu "marktgerechten Zinskonditionen", betonte die Deutsche Kreditwirtschaft als Dachorganisation von Banken, Sparkassen und Genossenschaftsbanken. Dispokredite seien ein besonderes, kurzfristig nutzbares Angebot, das nur als Überbrückung für kurze Zeit gedacht sei. "Das Geschäft ist kleinteilig und daher im Verhältnis mit hohen Kosten verbunden", sagte ein Sprecher der VR Bank Rhein-Neckar gestern auf Anfrage.

Die Banken müssten zudem ein "Abrufrisiko" tragen. Das heißt, dass Geld für Dispokredite jederzeit bereitgehalten werden müsse, ohne dass es ein Institut anderweitig ertragbringend einsetzen könne. Der Dispokredit sei für eine Bank auch deshalb mit einem höheren Risiko verbunden, weil er ohne Sicherheit vergeben werde, ergänzte der VR-Bank-Sprecher.

Fast jeder vierte Volljährige in Deutschland hat in diesem Jahr schon sein Konto überzogen, wie das Verbraucherministerium ermitteln ließ. Im April summierten sich die gewährten Überziehungskredite laut Bundesbank auf 41 Milliarden Euro. Somit macht jeder Prozentpunkt beim Dispozins 410 Millionen Euro aus. dpa/wom/fas

© Mannheimer Morgen, Freitag, 20.07.2012
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