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Kabelfernsehen: Unitymedia erhöht Gebühren für Anschlüsse deutlich / Verbraucherschützer sehen kaum Wechselmöglichkeiten

Kritik an höheren Preisen

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 20.01.2016

Von unserem Redaktionsmitglied Matthias Kros

Wer einen Einzelanschluss von Unitymedia hat, muss ab März deutlich mehr dafür bezahlen.

© dpa

Mannheim. Der in Baden-Württemberg, Hessen und NRW aktive TV-Kabelnetzbetreiber Unitymedia hat mit seiner neuerlichen Preiserhöhung für Kritik gesorgt. Vor allem für Kunden in Mehrfamilienhäusern, in denen sich mehrere Parteien einen Anschluss teilten, der über die Nebenkostenabrechnung des Vermieters abgegolten wird, sei die Anhebung ärgerlich, sagte Michael Gundall, Medienexperte der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz, gestern. Denn sie hätten kaum die Möglichkeit, etwa auf Satellitenempfang umzusteigen. Nicht einmal die volle Sendervielfalt erhalte man bei Unitymedia, bemängelt der Experte zudem. Trotz des steigenden Preises fehlten nach wie vor diverse Spartenkanäle und dritte Programme in HD-Auflösung.

Unitymedia plant, die Gebühren für einen TV-Einzelanschluss zum 1. März von aktuell 18,90 auf 20,99 Euro monatlich anzuheben - also um rund elf Prozent. Betroffen seien Neu- und Bestandskunden, die man bereits schriftlich informiert habe, bestätigte ein Sprecher gestern. Bei den Kunden in Mehrfamilienhäusern seien die Gebühren bereits zum Jahreswechsel um knapp fünf Prozent erhöht worden.

Letzte Anhebung erst 2014

Auch Internet teurer

  • Unabhängig von der Erhöhung der Gebühren für den TV-Kabelanschluss wird es auch für einige Internetkunden von Unitymedia ab dem 1. März teurer. Sie müssen für ihren Anschluss knapp drei Euro mehr bezahlen.
  • Betroffen sind nach Unternehmensangaben aber nur diejenigen Nutzer, die bei der letzten Preisanpassung 2015 nicht höher eingestuft wurden. Dies sei etwa bei jedem Vierten der Fall.

Als Begründung für die Preisanhebung nannte ein Unternehmenssprecher "gestiegene Personal- und Betriebskosten". Auch die von den Sendern erhobenen Urheberrechtsentgelte seien zuletzt erhöht worden. "Daher ist eine Preisanpassung von unserer Seite notwendig." Unitymedia habe zudem in den vergangenen Jahren erheblich in sein Kabelnetz investiert, was damit deutlich leistungsfähiger geworden sei. So werde bald ein Internetsurfen mit bis zu 400 Mbit pro Sekunde möglich sein. Auch gebe es ein wachsendes Angebot an HD-Sendern.

Inwieweit die Anhebung gerechtfertigt ist, will Hannelore Brecht-Kaul von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg nicht beurteilen. "Dafür fehlt mir der Einblick in die Kalkulation", sagte sie. In den vergangenen Tagen hätten sich aber zahlreiche betroffene Unitymedia-Kunden bei der Verbraucherzentrale beschwert. Sauer aufgestoßen sei dabei vielen, dass Unitymedia erst 2014 zuletzt den Preis für einen Kabelanschluss erhöht habe. Die Verbraucherschützerin erinnert dabei an das Sonderkündigungsrecht, das Unitymedia-Kunden mit Einzelanschluss angesichts der üppigen Preiserhöhung hätten. Es gelte sechs Wochen lang nach Eingang des Schreibens. Brecht-Kaul warnt allerdings vor überstürzten Aktionen: "Ich kann gut verstehen, wenn Kunden jetzt verärgert sind", sagte sie. Bevor jemand den Vertrag kündige, solle er sich aber im Klaren darüber sein, wie man anschließend Fernsehen empfangen wolle. Eine Satellitenschüssel komme sicher nicht für jeden infrage und das Antennenfernsehen DVB/T biete nach wie vor deutlich weniger Programme.

Auch Unitymedia erwartet keine Kündigungswelle: Immer mehr Kunden buchten neben Fernsehen auch Telefon und Internet, so der Sprecher. Und wenn man das Gesamtpaket am Wettbewerb messe, sei man immer noch vergleichsweise günstig.

Auf dem deutschen TV-Kabelmarkt gibt es nur zwei große Anbieter: Unitymedia mit rund 7,1 Millionen Kunden in Baden-Württemberg, Hessen und NRW sowie Vodafone (Kabel Deutschland), der den Rest Deutschlands abdeckt.

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 20.01.2016
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