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Einzelhandel: Betreiber werten Auftakt als Erfolg / Gastronomen ebenfalls zufrieden / Auch benachbarte Geschäfte profitieren

Q6/Q7 will unter der Woche zulegen

Von unserem Redaktionsmitglied Bettina Eschbacher

Drei Millionen Kunden haben das Einkaufszentrum nach Betreiberangaben seit der Eröffnung besucht.

© Prosswitz

Mannheim. "Vor Weihnachten wurden wir überrannt", sagt Matthias Storch zwischen Pfälzer Weinen, dänischer Lakritze und Schwarz-Weiß-Fotografien. Er ist Inhaber des Concept-Stores Butiq im Einkaufszentrum Q6/Q7 und erzählt von seinen Erfahrungen seit der Eröffnung. Schließlich habe das Personal verdoppelt werden müssen, um dem Andrang gerecht zu werden. Der Mannheimer Butiq-Store soll der erste einer ganzen Kette sein, vor zwei Wochen hat Storch den zweiten Laden in Stuttgart eröffnet. Sein Urteil über die ersten 100 Tage von Q6/Q7: "Das Konzept kommt an. Ich bin froh, mit Butiq an Bord zu sein."

Hendrik Hoffmann ist der Geschäftsführer von CRM, der Betreibergesellschaft des Centers, und spricht angesichts von drei Millionen Kunden seit der Eröffnung Ende September 2016 von einem "überdurchschnittlichen Erfolg". Damit liege Q6/Q7 im Branchenvergleich im oberen Mittelfeld.

Betrachtet man den Gesamtumsatz, hätten sich bisher die Textilmarken am erfolgreichsten erwiesen. Und das obwohl der Textilhandel deutschlandweit in einer sehr schwierigen Situation sei. Den höchsten Umsatz umgerechnet auf die Verkaufsfläche erzielten die Kosmetik- und Schmuck-Marken.

  • Das Stadtquartier Q6/Q7 besteht aus Einkaufszentrum, Wohnungen, Praxen, Fitnessstudio, Hotel und Tiefgarage mit 1376 Stellplätzen auf 118 000 Quadratmetern Fläche.
  • 27 300 Quadratmeter davon sind rund 70 Einzelhändlern und Gastronomie-Betrieben gewidmet.
  • Betreiber des Einkaufszentrums ist die Center & Retail Management GmbH (CRM). Sie wurde extra dafür von der Mannheimer Diringer & Scheidel Gruppe

    gegründet, die das Stadtquartier auch gebaut hat.

Die umsatzstärksten Tage im Quartier Q6/Q7 sind Hoffmann zufolge der Freitag und der Samstag. "An den anderen Wochentagen feilen wir noch." Zudem laufen Verhandlungen, um die sieben noch unvermieteten Läden zu füllen. Wegen dieser Leerstände wurde Kritik von Händlerseite laut (Artikel unten).

Auch die Gastronomie laufe gut, betont Hoffmann, vor allem zu Mittagspausen-Zeiten unter der Woche und in den Abendstunden. "An den Wochenenden sind wir komplett ausgebucht", sagt dazu Marc Uebelherr, Geschäftsführer von Oh Julia! In Mannheim hat er nach München sein zweites italienisches Restaurant eröffnet. Die Mannheimer hätten sein Konzept schneller als erwartet angenommen. Jetzt freut er sich auf den Frühling mit der Außenbestuhlung auf dem Münzplatz.

Das Einkaufszentrum habe eine ganz spezielle Kundschaft, ist die Erfahrung von Thomas Viering, der den Rewe Markt in Q6/Q7 betreibt: Viele Gutverdiener und auch jede Menge Studenten, die Wert auf qualitativ hochwertige Lebensmittel legten. Gefragt seien Feinkost-Produkte, Regionales dagegen weniger. Wichtige Umsatzbringer sind für ihn die Abendstunden zwischen 20 und 22 Uhr. Die zum Quartier gehörenden rund 85 Wohnungen sind nach Angaben von Achim Ihrig, Mitglied der Geschäftsleitung von Diringer & Scheidel, zu 85 Prozent vermietet. Auch die Arztpraxen seien mittlerweile zum Großteil bezogen.

Mehr Parkplätze als Plus

Martina Wolf, die gegenüber von Q6/Q7 den Kindermodeladen Piccolini betreibt, ist froh, dass die drei Jahre lange Baustellenzeit für das Riesenprojekt überstanden sei und die Fressgasse als Einkaufstraße nun besser da stehe. "Jetzt entdecken uns einige neue Kunden", sagt sie. Doch das könne die Umsatzeinbußen der Bauzeit bisher nicht ausgleichen.

Für Manfred Schnabel, Präsident des Einzelhandelsverbands Nordbaden, bringt das zusätzliche Parkhaus mitten in der City ein großes Plus. "Die jetzt exzellente Parkplatzsituation ist ein maßgebliches Kriterium für Kunden aus dem Umland." Dass der neue Einkaufsgigant zu einer Verdrängung im City-Handel führt, hat er noch nicht festgestellt. "Aber natürlich ist die Kaufkraft begrenzt", so dürften Schwierigkeiten bei einzelnen Händlern nicht ausbleiben.

Einen Kaufkraft-Abfluss aus Nachbarstädten nach Q6/Q7 sieht Schnabel aktuell nicht. Schwetzingen sei es gelungen, durch eigene Fachmarktcenter die Kaufkraft in der Stadt zu halten. Weinheim habe viele zusätzliche Einkaufsflächen geschaffen und müsse nun zeigen, dass diese gefüllt werden können. In den Einkaufszentren Rheingalerie in Ludwigshafen und Rhein-Neckar-Zentrum in Viernheim habe sich die Kundenfrequenz durch Q6/Q7 nicht verändert, erklärte ein Sprecher des Betreibers ECE auf Anfrage.

© Mannheimer Morgen, Freitag, 17.02.2017
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