Auch bei der Stadt Mannheim hat man sich nach eigenen Angaben bis zuletzt vergeblich bemüht, größere Teile des Duden-Verlags am Standort zu halten. "Wir haben versucht auszuloten, ob es nicht doch einen Kompromiss gibt", heißt es aus dem Dezernat von Wirtschaftsbürgermeister Michael Grötsch. Vor allem die Duden-Redaktion hätte man gerne in der Stadt gehalten.
Das Wirtschaftsministerium in Baden-Württemberg hat sich nach eigenem Bekunden ebenfalls für einen Erhalt der Arbeitsplätze in Mannheim eingesetzt und "Hilfe angeboten". Zuvor hatte der Betriebsrat des Verlags die Landesregierung um Unterstützung gebeten. Das Ministerium habe darauf mit der Firmenleitung gesprochen. "Leider konnte dadurch nicht der Erhalt der Arbeitsplätze in Mannheim erreicht werden", so eine Sprecherin.
Offen ist, ob sich Mannheim weiter mit der Bezeichnung "Hauptstadt der deutschen Sprache" schmücken wird. "Vor dem Hintergrund, dass die Duden-Redaktion künftig in Berlin sitzt, muss man sich überlegen, ob das in dieser Form noch Sinn macht", sagt Ludwig Eichinger, Leiter des Instituts für Deutsche Sprache in Mannheim.
Zwar soll die Sprachtechnologie des Duden-Verlags hier bleiben. "Aber wir haben vor allem mit der Duden-Redaktion zusammengearbeitet", sagt Eichinger. Das Institut für Deutsche Sprache hatte die Initiative "Hauptstadt der deutschen Sprache" 2007 gemeinsam mit dem Duden-Verlag, der Stadt und dem Goethe-Institut Mannheim-Heidelberg ins Leben gerufen.
Ziel war es, die "Konzentration von Institutionen mit Fachkompetenz für die Erforschung, Erfassung und Vermittlung der deutschen Sprache" in Mannheim stärker nach außen zu tragen und damit zu werben. "Natürlich sind wir auch ein Spieler, der so eine Initiative tragen kann. Aber der Duden als bekannte Marke war eben eine sehr gute Ergänzung", sagt Eichinger.