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Übernahme: Lebensmittelmulti wechselt für 28 Milliarden Dollar den Besitzer

Buffett schluckt Heinz-Ketchup

Am traditionellen Geschmack ändert sich nichts. Aber der berühmte Tomatenketchup gehört bald nicht mehr Heinz, sondern zwei Investoren.

© dpa

Pittsburgh/Ohama. Die weltweit berühmteste Ketchup-Marke wechselt den Besitzer: Der bekannte Finanzinvestor Warren Buffett übernimmt mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und dem Finanzinvestor 3G Capital den US-Lebensmittelmulti H.J. Heinz.

"Heinz hat ein starkes, nachhaltiges Wachstumspotenzial", begründete der US-Milliardär Buffett den Zukauf. Die beiden Investoren zahlen 28 Milliarden Dollar (21 Milliarden Euro) für das Unternehmen und wollen es anschließend von der Börse nehmen. Es gebe bereits eine Vereinbarung mit dem Heinz-Verwaltungsrat.

H.J. Heinz ist ein Riese der Lebensmittel-Branche mit einem Jahresumsatz von annähernd 12 Milliarden Dollar und rund 32 000 Mitarbeitern. Pro Jahr verkauft der Konzern allein 650 Millionen Flaschen Ketchup. Hinzu kommen unter anderem Saucen ("Jack Daniel's"), Fertiggerichte und sogar eine eigene Restaurantkette ("T.G.I. Friday's"). Seit dem vergangenen Jahr gehört auch die deutsche Suppenmarke "Sonnen Bassermann" dazu.

Gründer mit Wurzeln in der Pfalz

Gegründet wurde der heutige Weltkonzern von Henry John Heinz, einem Sohn deutscher Einwanderer aus dem pfälzischen Kallstadt. Bereits 1869 eröffnete er ein kleines Lebensmittelgeschäft in den USA und verkaufte zunächst eingelegten Meerrettich und Gurken in Glasflaschen. Den ersten Tomatenketchup stellte Henry John Heinz 1876 her. Schon 1907 produzierte die Firma 12 Millionen Flaschen pro Jahr und lieferte sie bis nach Australien, Südamerika, Japan und Großbritannien.

Buffett schlägt wieder zu

Jetzt wechselt das mehr als 140 Jahre alte Unternehmen den Besitzer. "Die Flinte wird immer nachgeladen", sagte Buffett gestern dem US-Wirtschaftssender CNBC. Wenn immer er ein attraktives Geschäft sehe und das Geld habe, steige er ein.

Nach und nach hat Buffett seiner Berkshire Hathaway rund 80 Tochterfirmen hinzugefügt vom Bekleidungshersteller Fruit of the Loom bis zum US-Autoversicherer Geico. Daneben gehören zu der Investmentholding noch große Aktienpakete an Konzernen wie dem Softdrink-Primus Coca-Cola oder dem Rückversicherer Munich Re, der früheren Münchener Rück.

Die beiden Investoren zahlen den bisherigen Aktionären 72,50 Dollar je Aktie. Es ist eine der größten Übernahmen in der Lebensmittel-Branche überhaupt. Das aktuelle Geschäft mit H.J. Heinz muss allerdings nicht nur von den Anteilseignern noch akzeptiert werden, sondern auch von den Wettbewerbshütern. Geht alles glatt, besitzen die beiden Investoren Warren Buffett und 3G Capital ab dem dritten Kalenderquartal 2013 eine eigene Ketchup-Firma. dpa/aks

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
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