DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Samstag, 25.05.2013

Suchformular
 
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Freihandel: Das würde ein Abkommen zwischen EU und USA für Verbraucher bedeuten

Gen-Mais und Chlor-Hühner?

Von den dpa-Korrespondenten Christoph Sator und André Stahl

Innerhalb der Europäischen Union gibt es schon heute freien Handel.

© dpa

Berlin. Ein Freihandelsabkommen der EU mit den USA, das US-Präsident Barack Obama am Mittwoch gefordert hatte, hätte nicht nur Auswirkungen auf die Wirtschaft, sondern auch auf die Verbraucher. Egal, ob es um den Kauf eines Autos, um die schnellere Zulassung von Medikamenten oder die Auswahl an der Fleischtheke geht.

Würde das Einkaufen in den USA einfacher?

Hier gehen die Meinungen auseinander. Letztlich hängt es von den Vereinbarungen ab. Nicht jedes Freihandelsabkommen ist gleich.

Wie sieht die derzeitige Regelung aus?

Bisher kann eine Shopping-Tour in New York oder die Bestellung übers Internet im Nachhinein ziemlich teuer werden. Für Heimkehrer von USA-Reisen gilt bis zu einem Warenwert von 430 Euro eine Freimenge. Dann werden Mehrwertsteuer und Zoll in fällig: Bis 700 Euro gilt eine Pauschalregel von 17,5 Prozent. Wer nicht zahlen will und sich am Flughafen beim Schmuggeln erwischen lässt, hat richtig Ärger.

Würde all dies in einer Freihandelszone künftig wegfallen?

Viele hoffen darauf. Das Argument: Wenn Zölle für Konzerne wegfallen, dann ja wohl auch für Privatleute. Im Finanzministerium dämpft man die Erwartungen. Es handele sich schließlich um ein Handels- und nicht um ein Zollabkommen.

Würde tatsächlich vieles billiger?

Möglich. Ohne Zölle, Quoten und andere Handelsbarrieren könnte billiger produziert werden. Gespart würde auch durch einheitliche Standards - zum Beispiel, wenn bei Autos keine unterschiedlichen Rückspiegel, Stoßstangen oder Blinker mehr eingebaut werden müssten, je nachdem, ob es in die USA oder nach Europa geht.

Muss man vor Gen-Mais und Chlor-Hähnchen Angst haben?

Gerade bei der Herstellung von Lebensmitteln gibt es große Unterschiede. Dass Hähnchen mit Chlor desinfiziert, Fleisch mit Hormonen behandelt oder andere Lebensmittel wie Mais durch Gentechnik verändert werden, ist vielen Europäern ein Graus. Im Gegenzug halten Amerikaner Rohmilchkäse für unhygienisch. Im Agrarbereich werden deshalb besonders schwierige Verhandlungen erwartet.

Könnten Verbraucherrechte eingeschränkt werden?

In der Europäischen Union wurden die Rechte von Verbrauchern in den vergangenen Jahren deutlich gestärkt. In den USA dagegen sind die Unternehmen immer noch stark im Vorteil. Die Verbraucherzentralen vermuten deshalb: "Die Gefahr, dass Verbraucherrechte wieder abgeschafft werden, besteht. Handelsabkommen zwingen häufig zu Deregulierung."

© Mannheimer Morgen, Freitag, 15.02.2013
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 

Börsenticker

Alles zum Thema
BÖRSE & FINANZEN
finden Sie hier

DAX
DAX 8.347,50 -0,05%
TecDAX 959,00 -0,21%
EUR/USD 1,2932 -0,00%

Quelle: Deutsche Bank / Realtime Indikation

Wertpapiersuche

Aktien Tops & Flops

SIEMENS 82,63 +1,51%
HEID. CEMENT 58,07 +1,45%
BEIERSDORF 70,54 +0,81%
SAP 58,52 -3,27%
DT. BANK 35,08 -2,57%
INFINEON 6,27 -2,12%

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Aquila Intl Corby AF 1.360,29%
Allianz Thailand E AF 178,69%
Fidelity Thailand AF 157,17%
Amundi Fds Eq Thai AF 137,16%
Custom Markets CS SF 119,08%

mehr

Wechselkurse interaktiv

Kontakt zur Wirtschaftsredaktion

Telefon: (ab 10 Uhr) 0621/392-1361
Fax: 0621/392-1412
 

Schreiben Sie uns eine E-Mail!

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

© morgenweb 2000 - 2013 | Über uns | Impressum | AGB | Datenschutz | Mediadaten | RSS