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Automobil: PSA meldet Rekordverlust, nun sollen mehr als 11 000 Arbeitsplätze wegfallen

Peugeot reißt Frankreich in die Krise

Von dpa-Korrespondent Ansgar Haase

Peugeot, die Marke mit dem Löwen im Logo, soll künftig stärker im Qualitätssegment positioniert werden.

© dpa

Paris. Optisch manchmal ein bisschen extravagant, aber ansonsten bodenständig und erfolgreich: Das war jahrzehntelang das Image der französischen Autobauer. Seit einigen Monaten ist davon kaum mehr etwas zu hören. Die Absatzkrise in Europa macht den einst so stolzen Herstellern Renault und PSA Peugeot Citroën schwer zu schaffen. Statt über neue Modelle wird über Sanierungspläne und Werksschließungen diskutiert. Rund 20 000 Stellen sollen ihnen in den kommenden Jahren zum Opfer fallen.

Besonders hart hat es den PSA-Konzern mit den Marken Peugeot und Citroën getroffen. Die europäische Nummer zwei nach VW verkündete gestern einen Rekordverlust in Höhe von 5,01 Milliarden Euro. Besorgt schauen viele Franzosen auf das Unternehmen, das Kultwagen wie die "Ente" (2CV) oder die legendäre Limousine "DS" ("Göttin") entwickelte. Eine Rückkehr in die schwarzen Zahlen soll nur über den Abbau von mehr als 11 000 Arbeitsplätzen möglich sein - rund 8000 umfasst allein das vor einigen Monaten angekündigte "Restrukturierungsprogramm".

Der Politik und den Gewerkschaften bleibt nicht viel mehr, als frustriert zuzuschauen. Die Stellenstreichungen gelten angesichts massiver Überkapazitäten als unumgänglich. Bei PSA wurden nach Ansicht eines Regierungsgutachters in den vergangenen zwei Jahrzehnten schwerwiegende strategische Fehlentscheidungen getroffen. Statt in Wachstums- und Schwellenländer zu investieren, hat die Nummer zwei in Europa demnach lieber höhere Dividenden gezahlt und eigene Aktien aufgekauft. Falsch aufgestellt, zu klein und schlecht geführt - so lautet das vernichtende Expertenurteil.

Erst im vergangenen Jahr kündigte PSA die Allianz mit dem US-Hersteller GM an, dessen deutsche Tochter Opel ebenfalls in der Krise steckt. Viel zu spät, meinen Beobachter. Ähnliches gilt für die Markenpositionierung, die lange als schwammig galt. Peugeot, die Marke mit dem Löwen im Logo, soll künftig im Qualitätssegment positioniert werden, während Citroën Einsteigermodelle ohne großen Luxus anbietet. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten verlor PSA auf dem Heimatmarkt zuletzt nicht nur Umsatz, sondern auch Marktanteile.

© Mannheimer Morgen, Donnerstag, 14.02.2013
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