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Qualitätsbewusstsein zahlt sich auch im Export aus

Selbst der japanische Kaiser weiß den Pfälzer Wein zu schätzen. VON SIGRID DITSCH

Iwan liebt seinen Wodka. Doch zu einem guten Essen bevorzugt er inzwischen auch einige Gläser rassigen Riesling. Diese Erkenntnis verdankt er einer Geschäftsreise in die Pfalz und der Begegnung mit seinem Lieblingswinzer, der ihm nun mehrmals im Jahr einen Karton mit Wein von der Haardt an die Wolga schickt. Pfälzer Tropfen haben die Russen längst auf den Geschmack gebracht. Mittlerweile werden jährlich über 2,1 Millionen Liter dorthin exportiert und es werden jedes Jahr mehr.

Dabei produziert das Gebiet zwischen Weinstraße und Wasgau mit rund 100 Millionen Liter Weißweinen und 70 Millionen Liter Rotweinen in erster Linie für den Durst der eigenen Rebenrepublik. Im Vergleich: Das halb so große Moselgebiet schickt mehr als das Doppelte über seine Grenzen. "Unsere Ausfuhr macht gerade 15 Millionen Liter aus", verrät Holger Klein von der Pfalzweinwerbung in Neustadt. Und sie ist in den letzten Jahren trotz vieler Werbekampagnen nicht weiter gestiegen - wie generell bei den meisten Trauben-Domänen, die aus Deutschland 217 Millionen Liter auf die Reise schicken.

Laut Klein erfassen die statistischen Zahlen nur die Ausfuhr von Weißweinen bis 13 Prozent Volumen, die allerdings über 90 Prozent der exportierten Promille-Ladung darstellen. Rotweine oder Weine mit höherem Alkoholanteil sind dabei nicht berücksichtigt.

Waren früher Liebfrauenmilch und andere süße Kreszenzen der Renner, so hat sich das Konsumverhalten geändert. Der Abschied von der Billigschiene, das verbesserte Image und die Verlagerung auf weniger Masse zugunsten von mehr Klasse zahlt sich durchaus im Geldbeutel der Erzeuger aus. Flossen im Jahr 2000 lediglich 1,50 Euro pro Liter exportiertem Rebensaft, waren es 2008 bereits 2,70 Euro. So lässt sich auch der Exporterlös von rund 31 Millionen Euro erklären.

Der größte Markt liegt für die Pfälzer in Großbritannien. Allerdings hat sich die Menge der Flaschen in den vergangenen zehn Jahren fast halbiert. Inzwischen werden nur noch 3,9 Millionen Liter geordert. Dagegen stiegen die Ausfuhren in die USA deutlich auf 3,6 Millionen Liter.

Das Deutsche Weininstitut in Mainz sieht jedoch durch die Wirtschaftskrise Einbußen bei den Zuwachsraten von zehn Prozent und mehr. Holger Klein: "Das ist bei uns noch nicht so dramatisch angekommen." Auch die Bestellungen aus den Niederlanden (eine Million Liter), Belgien (0,7 Millionen Liter), Japan (0,5 Millionen Liter), Litauen (0,5 Millionen Liter), Kanada (0,4 Millionen Liter) und Frankreich (0,4 Millionen Liter) versiegen nicht. Besonders gefragt: Riesling, Spätburgunder und vereinzelt edelsüße Raritäten.

Hochkarätige Weingüter aus der Pfalz bis hin zum Doktorenhof in Venningen mit seinen Weinessigen dürfen sich dank besonderer Kunden geadelt fühlen. So zählen unter anderem auch das japanische Kaiserhaus, die englische Queen und der Schah von Brunei zu den Abnehmern - Diskretion ist dabei natürlich Ehrensache.

Wirtschaftsmorgen
26. August 2009

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