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Motorradbranche kann der Krise nicht davonfahren

Sparzwänge der Kunden und verfehlte Modellpolitik bringen Hersteller in Not. VON MATTHIAS KROS

Auch die Motorradbranche kann der Wirtschaftskrise nicht davonfahren. Nach jahrelangen Zuwächsen vor allem bei den kleineren Maschinen, müssen mittlerweile kleinere Brötchen gebacken werden: "Die Krise ist nicht spurlos an uns vorübergegangen", sagt Achim Marten, Sprecher des Industrie-Verbands Motorrad Deutschland in Essen. Die Hersteller hätten in den vergangenen Monaten teilweise sogar Verkaufseinbrüche zu verzeichnen gehabt.

Hauptgrund für diese Entwicklung sei, dass Motorräder - anders als Autos - in der Regel keine reinen Fortbewegungsmittel seien, sondern vielmehr "Lifestyleprodukte", an denen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten oftmals gespart werde. Natürlich gebe es dabei Gewinner und Verlierer, so Marten: "Manchmal geht auch einfach die Modellpolitik an dem Geschmack der Fahrer vorbei".

Europäische Hersteller wie Ducati, BMW und Triumph würden sich dabei noch vergleichsweise gut schlagen. Schon weil sie kaum noch teurer als die Konkurrenz aus Fernost seien, so Marten: "Frühere Preisnachteile gegenüber den Japanern haben sich immer mehr aufgelöst", weiß der Experte. So nahm den Spitzenplatz auf dem deutschen Motorradmarkt mit einem Marktanteil von 17,4 Prozent nach wie vor der Premiumproduzent BMW ein. Dabei liegt die Reise-Enduro BMW R 1200 GS bei den Top-Ten-Modellen 2008 mit 6367 Neuzulassungen auf Platz 1. An zweiter Stelle folgt die Honda CBF 600 S (3760 Neuzulassungen) vor der Suzuki GSF 1250 Bandit (2977 Neuzulassungen).

Und noch eine Ausnahme von den jüngsten Verkaufsrückgängen in Krisenzeiten macht der Verbandssprecher aus: die Motorroller. Hier gehe es nämlich nicht ums Vergnügen oder gar Luxus, sondern ums Sparen: Die Roller ersetzten zunehmend den Zweitwagen im Haushalt. "Zudem lässt sich mit einem Roller flexibel und günstig von einem Ort zum andern kommen, ohne sich dem Stress chaotischer Verkehrssituationen und der anschließenden Parkplatzsuche auszusetzen", so Marten.

Bei den größeren Motorrädern sind in Deutschland nach wie vor mit großem Abstand die Sportler bzw. Super-Sportler (Marktanteil: 45,5 Prozent) am beliebtesten. Auf den Plätzen folgen die geländegängigen Enduros (22 Prozent) vor dem Chopper/Cruiser (11,2 Prozent).

Wirtschaftsmorgen
26. August 2009

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