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Kein bisschen Krise

Die Mannheimer Hypotheken-Management-Gruppe verwaltet Hypothekendarlehen und nimmt damit den Banken die Arbeit ab. Von Frank Schumann

Als Krisengewinner will zurzeit eigentlich kein Unternehmen der Finanzwirtschaft dastehen. Erst hat die Branche ein zu großes Rad gedreht und damit die weltweite Konjunktur abgewürgt, und in der Folge laufen die Geschäfte gut - das ist Bürgern und Bankkunden schwer zu vermitteln. Trotzdem gibt es Firmen, die unter der Krise nicht nur leiden. Die Mannheimer Hypotheken-Management-Gruppe (HM) gehört auch dazu.

"Die aktuelle Situation könnte für uns auch positive Auswirkungen haben", sagt HM-Geschäftsführerin Beate Stollenwerk. Der Mannheimer Dienstleister nimmt Banken eine Arbeit ab, die die Institute aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr selbst erledigen wollen: die Bearbeitung von Hypothekenkrediten. Die HM-Gruppe verwaltet derzeit die Daten von 300 000 Darlehensnehmern, die große Mehrheit von ihnen sind Privatkunden.

Viele Banken und Bausparkassen lagern die aufwendige Abwicklung einer Immobilienfinanzierung aus, um ihre Kosten zu senken. "Aufbereitung der Unterlagen, Prüfung der Bonität, Wertermittlung der Immobilie - all das überlassen die Institute unseren Kreditsachbearbeitern", sagt Hagen Luckert, neben Stollenwerk der zweite HM-Geschäftsführer. Auch nach dem Abschluss betreut das Mannheimer Unternehmen die Darlehen auf Wunsch weiter - ohne dabei aber selbst in das Kreditgeschäft einzugreifen. "Die Entscheidung über Vertragsfragen liegt alleine bei der Bank", sagt Stollenwerk. "Für den Verbraucher hat unsere Arbeit keine negativen Auswirkungen." Dafür würden die Banken umso mehr von der HM-Dienstleistung profitieren.

"In Zusammenarbeit mit den Instituten und mit Hilfe unserer eigenen IT-Lösungen versuchen wir die Kreditabwicklung so weit wie möglich bankenindividuell zu standardisieren", sagt Luckert. "Ziel ist eine schnelle und wenig fehleranfällige Abwicklung." Daran sind Banken und Bausparkassen sehr interessiert - das Geschäft mit Hypothekendarlehen für Privatkunden ist hart umkämpft und dementsprechend knapp sind die Margen. Aber kaum ein Anbieter möchte das Segment missen, denn mit einer Immobilienfinanzierung bindet sich der Kunde für viele Jahre an seine Bank. Unter diesen Vorzeichen ist ein Dienstleister wie HM, der die Darlehensbetreuung billiger als das eigene Personal erledigt, eine durchaus überlegenswerte Alternative: Wenn die eigenen Kosten sinken, steigt letztendlich der Profit. Stollenwerk und Luckert blicken trotz der Finanzkrise denn auch optimistisch in die Zukunft.

"Die Krise erhöht den Druck auf die Banken, ihre Kosten zu optimieren", sagt Stollenwerk. "Gleichzeitig sehen sich die Institute neuen gesetzlichen Anforderungen gegenüber, auf die sie ihre Abläufe und IT-Systeme einstellen müssen." Auch strategisch sieht sich die HM-Gruppe für die Zukunft gut aufgestellt. Der Mannheimer Dienstleister hat mit dem Segment Immobilienfinanzierung nach den Worten von Hagen Luckert eine attraktive Nische besetzt.

"Konsumentenkredite sind für die Banken ein Standardprodukt ohne großen Aufwand, während komplexe Unternehmensfinanzierungen in der Regel von den Instituten selbst abgewickelt werden müssen. Mit Immobilienkrediten haben wir uns genau in der Mitte positioniert." Zur Prognose gehört auch, dass die Zahl der eigenen Mitarbeiter mittelfristig steigen soll. "Wir werden über alle Standorte in Mannheim, Essen und Mainz-Kastel hinweg weiter kompetentes Personal aufbauen", sagt Geschäftsführerin Stollenwerk.

Wirtschaftsmorgen
26. August 2009

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Jens Hofschulte (34) ist Ingenieur bei ABB. Seit Januar arbeitet er für mindestens zwei Jahre im ABB-Forschungs- zentrum Schanghai. Regelmäßig berichtet er hier über sein neues Leben in China. » mehr

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