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Mannheimer Apple Pizza liefert direkt ins Auto

Erstes Drive-in der Stadt als Startschuss für ein eigenes Franchise-Unternehmen. Italienische Spezialitäten bald in mehreren Filialen zu finden. Von Jens Zillmann

Immer wieder fahren Autos auf den Parkplatz. Leute steigen aus und gehen schnurstracks ins Gebäude. Wenig später steigen sie mit einem Karton unter dem Arm zurück in ihr Fahrzeug und brausen davon. Roller sausen vom Hof, kleine Autos werden mit Kisten beladen. Lieferanten beginnen ihre nächste Route. Auf den ersten Blick scheint die Filiale von Apple Pizza in Mannheim nichts Außergewöhnliches zu sein. Erst als ein Auto auf der Seite an einen Schalter fährt und die Insassen vom Sitz aus bestellen, wird klar, irgendetwas ist anders. Willkommen im ersten Pizza-Drive-in Mannheims. Doch das ist erst der Anfang. Hier soll ein völlig neues Franchise-Unternehmen mit mehreren Filialen in der Region entstehen.

Man braucht Nasir Jalali, gemeinsam mit Partnerin Monika Freding verantwortlich für Apple Pizza, nicht lange zuzuhören, um festzustellen, dass er seine Idee mit ganzem Herzen lebt. "Ich habe lange überlegt, was ich machen könnte und was in Mannheim fehlt. Ein Drive-in für Pizza gibt es noch nicht", ist der Unternehmer stolz. Überhaupt scheint es in seinem Kopf vor Ideen nur so zu sprudeln. Jeder Ansatz wird aufgeschrieben. Seine schwarze Aktentasche ist voll mit Notizen und kleinen Zetteln. "Man muss immer am Puls der Zeit sein. Die Welt ändert sich ständig. Stillstand kann man sich da eigentlich nicht erlauben", sagt der gebürtige Inder.

Das Prinzip bei Apple Pizza ist einfach. Der Kunde fährt vor an einen elektronischen Terminal und gibt über eine Sprechanlage seine Bestellung auf. Auf seinem Dach wird ein Apfel aus Plastik mit einer Nummer platziert. Im Hinterhof wird dann gewartet, bis Servicepersonal das Essen bringt. Schnellöfen garantieren, dass der Kunde nicht lange warten muss. Sieben bis zehn Minuten sind vorgesehen. Hinzu kommt das übliche Angebot eines Pizza-Service, mit telefonischer, online- und persönlicher Bestellung vor Ort. Alles ist auf dem neuesten Stand. Zahlreiche Flachbildschirme zeugen von aktuellster Technik - auch innerhalb des Restaurants.

Doch trotz ständigem Zeitdruck geht es in der Küche nicht hektisch zu. Es herrscht gute Stimmung unter den Mitarbeitern. "Jeder kann alles machen. Das ist mir ganz wichtig", erklärt Jalali. Der Betriebsleiter schneidet frisches Gemüse, der Pizzabote hilft beim Belegen und der nächste Mitarbeiter holt Zutaten aus dem Kühlhaus.

Die Auswahl für den Kunden ist groß. Zahlreiche Salat-, Nudeln-, und Pizzavarianten gibt es. Alle sechs Wochen kommt eine komplett neue Karte. Nur ein paar Klassiker bleiben. Eine Salami- oder eine Mozzarella-Pizza darf natürlich auch hier nicht fehlen.

Die Zutaten für jedes Essen sind genau festgelegt. Ein Rezeptbuch hängt für alle sichtbar über dem Herd in der Küche. Das ist von großer Bedeutung, denn Jalali hat viel vor: "In den kommenden zwei bis drei Monaten werden wir in Mannheim eine weitere Filiale eröffnen. Bis Ende des Jahres soll es einen Standort in Heidelberg geben. Da muss der Kunde immer wissen, was er bekommt. Der Wiedererkennungswert soll in jeder Filiale garantiert sein."

Lizenzanfragen von weiteren potenziellen Franchisenehmern hat Jalali viele, doch er will sein Konzept erst noch verfeinern. Außerdem ist er kritisch gegenüber Interessenten: "Wir lassen uns Zeit und bauen das Ganze langsam auf. Wir brauchen keine Investoren, die das schnelle Geld im Blick haben. Wir suchen Existenzgründer, die etwas Neues anfangen wollen. Diese Menschen geben auch anderen eine Chance. Mit deren Hilfe sollen neue Arbeitsplätze geschaffen werden." Interessenten sollen erst ein paar Monate bei Apple Pizza arbeiten, um das Konzept verstanden zu haben, sagt Jalali. Dann werde über eine eventuelle Lizenzvergabe verhandelt.

Auch die Zufriedenheit der Kunden ist dem Wahl-Brühler wichtig. Auf seiner Homepage kann das Essen bewertet werden. "Wir wollen, dass die Leute wiederkommen und sind offen für Verbesserungsvorschläge", sagt der Chef, der Wert auf Qualität legt. Alles ist frisch. Im Kühlraum stapeln sich die Kisten. Jeden morgen werden neue Zutaten geliefert und zubereitet. Nichts ist tiefgefroren. "Analogkäse ausgeschlossen", garantiert Jalali. Deshalb auch der Apfel - er dient als Symbol für Frische. Dass er mit seiner Idee ein gewisses Risiko eingeht, ist dem Unternehmer bewusst. Doch das nimmt er gerne in Kauf. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell Erfolg haben. Ich bin angenehm überrascht", sagt Jalali. "Deshalb glaube ich und bin überzeugt, dass die Idee wirklich funktionieren kann."

Wirtschaftsmorgen
26. August 2009

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