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Blick ins digitale Zeitalter

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 06.03.2013

Von Von Alexander Jungert

Wie rasant sich Technik entwickelt, erleben Besucher auf der CeBIT in Hannover. Auch Unternehmen aus Rhein-Neckar zeigen sich der Welt. Viele nennen die Region schon das "europäische Silicon Valley".

Co-Vorstandschef Jim Hagemann Snabe führte Kanzlerin Angela Merkel gestern auf der CeBIT Roboter vor, die Jugendliche mit SAP-Hilfe konstruiert haben.

©  sap

Nicht weit von San Francisco erstreckt sich Silicon Valley, diese Landschaft mit mächtigen Gebirgszügen, die weltweit zu den bedeutendsten Standorten der IT-Branche zählt. 1938 gründeten die Freunde David Packard und William Hewlett hier die Firma HP. Mit einem Startkapital von 538 Dollar, in einer Garage an der Addison Avenue in Palo Alto. Heute arbeiten im Silicon Valley Google, Apple, Microsoft, Yahoo und auch Facebook.

Das "europäische Silicon Valley" erstreckt sich über Rhein-Neckar und Südhessen, weit weg von San Francisco und ohne mächtige Gebirgszüge. Zwar trägt das Gebiet nicht offiziell diesen Namen. Doch nennen es viele aus der deutschen IT-Szene so. SAP aus Walldorf, der größte Software-Hersteller Europas und Deutschlands, kommt hierher. Die Nummer Zwei, die Software AG, hat ihren Sitz in Darmstadt. "Wir können stolz auf die Innovationskraft dieser Region sein", sagt eine Sprecherin. Der sogenannte Software-Cluster ist Sieger beim Spitzenclusterwettbewerb der Bundesregierung.

In der Region arbeiten technische Universitäten, Unternehmen und Forschungsinstitute gemeinsam an innovativer Software. Längst auf internationalem Niveau. Die IT-Wirtschaft ist in den vergangenen Jahren stets gewachsen. Es gibt zahlreiche Firmen, die Marktführer auf ihrem Gebiet sind, aber auch viele kleine Start-ups. Einige stellen wir in dieser Ausgabe des "WirtschaftsMorgen" vor. "Die Region hat einen sehr hohen Wohlfühlfaktor - das A und O für eine konstant hohe Mitarbeiterzufriedenheit", sagt eine Sprecherin des SAS Instituts in Heidelberg. Die zentrale Lage sei auch attraktiv für Investoren, ist aus der Weinheimer Unternehmensgruppe Freudenberg zu hören.

  • "CeBIT" steht für "Centrum für Büroautomation, Informationstechnologie und Telekommunikation".
  • Nach Angaben des Veranstalters ist die CeBIT in Hannover die weltweit größte IT-Messe. Erstmals fand sie 1986 statt.
  • Die diesjährige CeBIT mit dem Namen "Heart of the digital world" ("Herz der digitalen Welt") läuft seit gestern und dauert noch bis Samstag, 9. März. Sie ist täglich von 9 bis 18 Uhr geöffnet.
  • Das Leitthema der CeBIT heißt "Shareconomy" und rückt Cloud-Anwendungen aller Art in den Mittelpunkt. Dabei geht es um das Teilen und gemeinsame Nutzen von Daten.
  • Weitere zentrale Themen sind "Big Data", das Bewegen gigantischer Datenmengen, "Mobility" und "Social Business".
  • Partnerland der CeBIT 2013 ist Polen.
  • Bis einschließlich Freitag haben Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren keinen Zutritt. Am Samstag dürfen Kinder und Jugendliche zwischen acht und 15 Jahren in die Hallen - aber nur in Begleitung eines aufsichtspflichtigen Erwachsenen.
  • Der Eintritt zur CeBIT kostet an der Tageskasse 40 Euro, im Online-Verkauf 35 Euro pro Person. Vereinzelt gibt es Ermäßigungen.
  • Mehr zu Ausstellern, Standplänen und Eintrittskarten unter www.cebit.de. Link zum mobilen Messeführer: www.cebit2go.de. jung

Seit gestern zeigt sich das europäische Silicon Valley der ganzen Welt: auf der CeBIT in Hannover. Wer das Ausstellerverzeichnis durchforstet, findet zahlreiche bekannte Namen aus Rhein-Neckar und Südhessen. Die meisten sind wiederholt dabei, einige zum ersten Mal, einige nach Jahren wieder - so wie die deutsche ABB aus Mannheim.

Als weltgrößte Messe der Informationstechnologie gilt die CeBIT als ideale Plattform, um neue Produkte vorzustellen. Daneben finden mehr als 1000 Vorträge, Seminare und Workshops statt. Auf drei Bühnen gestalten mehr als 100 internationale Redner insgesamt 75 Stunden Programm. Ein Forum kümmert sich speziell um Fragen des Mittelstandes.

Im Mittelpunkt steht dieses Jahr die "Shareconomy", also das Teilen von Daten, Wissen und Diensten im Netz. "Die neuen Ideen, die in Zeiten der Shareconomy entstehen, werden unsere Welt verändern", heißt es in einer Mitteilung der CeBIT. Auch mobile Anwendungen und Lösungen für immer größer werdende Datenberge ("big data") sollen Thema in Hannover sein.

Für Verbraucher gehören mobile Geräte, Kommunikation über soziale Netzwerke oder das Auslagern von Daten längst zum Alltag. Doch: "Im Geschäftsleben ist es nicht ganz so einfach, diese Trends auf vorhandene IT-Landschaften von Unternehmen anzuwenden", sagt die Sprecherin der Software AG. Hierzu wollen die Vertreter aus der Region Lösungen liefern.

Ein Ziel sei es, innovative Systeme einfacher zu gestalten, verkündet die IT-Sparte von Freudenberg. "Megatrends gilt es je nach Bedarf des Anwenders individuell und mit konkreten Lösungen anschlussfähig zu machen", so ein Sprecher. In der Praxis kann das so aussehen: Anbieter arbeiten an der "Intelligenten Fabrik" (Freudenberg), an der Automatisierung und an dem Schutz ganzer Rechenzentren (ABB) oder an Analyse-Software (SAS Institute). Daneben finden sich immer mehr Anwendungen für private Kunden. Wie die App von Heidelberg Mobil, um sich auf dem riesigen CeBIT-Areal zurechtzufinden. Mit über 450 000 Quadratmetern Hallenfläche und rund 58 000 Quadratmetern Freigelände gleicht es einer Stadt in der Stadt.

Selbst Themen wie Fachkräfte- und Nachwuchsbedarf stehen auf der Agenda. So stellt die Walldorfer SAP die E-Learning-Plattform "Academy Cube" vor. Sie soll Chancen arbeitssuchender Akademiker (Mathematiker, Ingenieure, Naturwissenschaftler) auf dem Arbeitsmarkt verbessern und gleichzeitig die Fachkräfte-Lücke bei Unternehmen schließen. Junge Berufseinsteiger - zum Start vorrangig aus kriselnden südeuropäischen Staaten - sollen sich über die Plattform weiter qualifizieren, um Anforderungen möglicher Arbeitgeber auf dem europäischen Markt besser zu erfüllen. "Academy Cube" enthält konkrete Stellenangebote. Das Projekt hat Premiere in Hannover, selbst EU-Kommissarin Neelie Kroes interessiert sich dafür.

Auch die Stände selbst könnten für Besucher wie eine Jobbörse sein. Firmen weisen auf offene Stellen hin und suchen gezielt nach Führungs-, Fach- und Nachwuchskräften. Vom Entwickler bis zum Vertriebsmitarbeiter. Vielleicht springt direkt ein Termin für ein Vorstellungsgespräch heraus? Schließlich sind allein in Deutschland mehr als 40 000 Stellen für IT-Fachleute unbesetzt. "Durch Fachkräftemangel sowie Wissens- und Kompetenzverlust entgehen deutschen ITK-Unternehmen jährlich Milliardenverluste im internationalen Wettbewerb", hatte Frank Pörschmann, Vorstandsmitglied des Veranstalters Deutsche Messe AG, zuletzt vorgerechnet. Am Freitag, dem Internationalen Frauentag, soll es speziell um die "weiblichen" Anteile an der Zukunft der digitalen Welt gehen.

P artnerland der Messe ist dieses Jahr Polen. Der osteuropäische Nachbarstaat sei seit vielen Jahren einer der bedeutendsten Handelspartner Deutschlands und eine schnell wachsende, innovative Wirtschaftsnation, so Dieter Kempf, Präsident des Hightech-Verbandes Bitkom. Während der Messe soll sich Polen auf einer Fläche von mehr als 3000 Quadratmetern präsentieren.

Frank Pörschmann von der Deutschen Messe erwartet eine "spannende CeBIT". Wie die Zukunft aussehen mag, können sich Besucher noch bis Samstag anschauen. Mit Vertretern des "europäischen Silicon Valley" aus der Metropolregion - unter insgesamt mehr als 4000 Unternehmen aus über 70 Ländern.

E IT-Region Rhein-Neckar

Seiten 2 bis 6

Mittwoch, 06.03.2013
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