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Den Sprung wagen

Archiv-Artikel vom Mittwoch, den 08.03.2017

Von Alexander Jungert

Wenn jemand in einer beruflichen Krise steckt, dann heißt das nicht, dass er dort bleiben muss. In der Region Rhein-Neckar wählen zahlreiche Menschen den Neustart. Ein Mutmacher.

Um noch einmal etwas ganz anderes anzufangen, ist es nie zu spät. Armin Buhlmann ist ein gutes Beispiel dafür. Lange hat der Heidelberger in der Gastronomie gearbeitet - bis er Chef eines Hausmeisterservices geworden ist. Mit 50 Jahren. "Ich habe das keine Sekunde bereut", sagt Buhlmann. Übertriebene Selbstzweifel liegen ihm nicht - ebenso wenig wie anderen Menschen, die auf den nächsten Seiten des "WirtschaftsMorgen" vorgestellt werden. Menschen wie Nada Sekulic zum Beispiel. "Ich bin überzeugt davon, dass mein Job mich findet", sagt sie und stellt sich bei der Perspektive Wiedereinstieg in Ludwigshafen vor, einem Angebot für Frauen, die "nach einer Familienphase" wieder ins Berufsleben starten wollen.

Viele Menschen aus der Region wagen den Sprung ins kalte Wasser. Die berufliche Laufbahn muss nicht immer einen geraden Weg gehen. Auch am gewohnten Arbeitsplatz können unerwartete Schwierigkeiten auftauchen. Weil man persönliche Probleme hat oder sich Abläufe im Unternehmen wandeln.

Berater und Trainer Lorenz Freudenberg aus Mannheim kennt einige Mittelständler, aber auch Führungskräfte, die erstaunliche Veränderungen durchgemacht haben. "In einer beruflichen Krise geht es immer um die Rückbesinnung auf die eigenen Kompetenzen", sagt er. "Was kann ich wirklich gut? Was kann ich gut und habe es nur noch nie ausprobiert?"

Zupackend und engagiert

  • In der Rhein-Neckar-Region sind überdurchschnittlich viele Menschen ehrenamtlich tätig.
  • Nahezu jeder zweite Einwohner engagiert sich in seiner Freizeit nach Angaben der Metropolregion Rhein-Neckar für Sport, Kirche oder Umweltschutz. Bundesweit ist es nur jeder Dritte.
  • Ein Ausdruck dieser aktiven Bürgergesellschaft sind die vielen Freizeitaktivitäten für Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
  • Wie sehr man zwischen Odenwald und Pfälzerwald bereit ist, sich mit Herz und Hand für seine Nachbarschaft einzusetzen, zeigt etwa der regionale Freiwilligentag: Bei der fünften Auflage im Jahr 2016 gingen über 7300 Bürger gemeinsam ans Werk - erneut bundesweiter Rekord. (jung)

Auch Unternehmen mögen sich derzeit den Kopf zerbrechen, wie es weitergeht - vor allem mit Blick auf den neuen US-Präsidenten Donald Trump und den geplanten Austritt der Briten aus der Europäischen Union (EU). "Da ist es normal, dass man erst einmal abwartet und an der ein oder anderen Stelle Risiken sieht, benennt und verarbeitet. Von fehlender Zuversicht würde ich nicht automatisch sprechen", erklärt der Berater weiter.

Die Wirtschaft der Region ist für Krisenzeiten ohnehin gut aufgestellt. Zu den größten Stärken gehört der Branchenmix. So gut wie alle Bereiche sind vertreten. Unter den Unternehmen befinden sich weltweit tätige Dax-Konzerne mit zigtausenden Mitarbeitern, Mittelständler, Familienbetriebe - und immer öfter erfolgreiche junge Unternehmen, die sogenannten Start-ups. Die Bedingungen für Gründer sind hervorragend. Mit einer Arbeitslosenquote von zuletzt rund fünf Prozent steht die Region Rhein-Neckar deutlich besser da als der bundesweite Durchschnitt.

In unsicheren Zeiten braucht es kluge Köpfe, auch davon gibt es in der Region genug. Sie sichern Innovationen, die wichtig für die Zukunft des Standortes sind. Zahlreiche Universitäten und Hochschulen genießen einen exzellenten Ruf bundesweit und über die Grenzen hinaus.

Gerade in unsicheren Zeiten sind gute Taten besonders gefragt. "Es gibt nichts Gutes, außer: Man tut es." Dieses Zitat des Schriftstellers Erich Kästner (1899-1974) drückt den hohen sozialen Zusammenhalt in der Region aus. Überdurchschnittlich viele Menschen sind ehrenamtlich tätig und setzen sich für verschiedenste Projekte ein (siehe Infokasten links).

Auch unzählige Stiftungen arbeiten in der Rhein-Neckar-Region - und machen sie so umso l(i)ebenswerter. Der Markt dafür boomt. Komplett unabhängig von allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklungen sind Stiftungen nicht - trotz ihrer Ausrichtung auf langfristiges Engagement. Dennoch gelten sie als robuster als andere Organisationsformen. Alleine die Stiftungen der Namensgeber Dietmar Hopp und Klaus Tschira gehören zu den größten in ganz Deutschland.

"Wirtschaft ist zur Hälfte Psychologie" - kaum ein Mutaufruf kommt ohne die Weisheit des ehemaligen Bundeskanzlers und Wirtschaftswissenschaftlers Ludwig Erhard (1897 - 1977) aus. Was berühmten Persönlichkeiten und Unternehmern alles an Motivationssprüchen einfällt, lesen Sie auf der letzten Seite dieser Ausgabe des "WirtschaftsMorgen".

E Seiten 2 bis 8

© Mannheimer Morgen, Mittwoch, 08.03.2017
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