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Rothaarige empfinden Schmerz anders

Archiv-Artikel vom Samstag, den 01.02.2014

Mehrere Studien haben bereits gezeigt, dass Männer und Frauen mit roten Haaren offenbar anders fühlen als Blonde und Dunkelhaarige. Eine Untersuchung aus Dänemark liefert nun neue Erkenntnisse. Von Andrea Tebart

© Amir Kaljikovic

Über Rothaarige gibt es eine Menge Vorurteile. Was der Volksmund als frech und verführerisch bezeichnet, hat rein wissenschaftlich gesehen womöglich einen durchaus realistischen Hintergrund, wie jetzt Forscher an der dänischen Universität Aalborg untersucht haben.

Schätzungen gehen davon aus, dass zwei Prozent der gesamten Weltbevölkerung rote Haare haben. In der nördlichen Hemisphäre sind es sechs Prozent. Und wenn man nach Schottland geht, liegt ihr Anteil gar schon bei optisch auffallenden 13 Prozent.

Einige ältere Studien weisen darauf hin, dass Menschen mit roten Haaren anfälliger für Krankheiten seien, weil sie die Sonne meiden und deshalb an Vitamin D-Mangel leiden würden oder weil sie das vorhandene Vitamin D nicht so gut absorbieren können. Ein weiteres Gerücht geht durch die Operationssäle der westlichen Welt: Chirurgen wollen festgestellt haben, dass sie bei Schnitten mehr bluten als andere Patienten.

Aber diese Feststellungen fielen alle in die Kategorie Mythos, so Professor Lars Arendt-Nielsen, der das sensormotorische Interaktionszentrum der Universität Aalborg leitet. Ein sicheres Ergebnis früherer Studien ist, dass Rothaarige anders auf Schmerz reagieren und auch ansonsten deutlich vom Rest der Bevölkerung abweichende Körperreaktionen zeigen.

Angst vor dem Zahnarzt

Neben dem starken Kälteempfinden leiden sie Untersuchungen zufolge stärker unter Zahnschmerzen und haben entsprechend größere Angst vorm Zahnarzt. Und verglichen mit dem Rest der Bevölkerung besteht für sie ein höheres Risiko, an Sklerose (Verhärtung von Gewebe und Organen) zu erkranken oder - für Frauen - eine Endometriose (Erkrankung der Gebärmutter-Schleimhaut) zu bekommen.

Und Schnee? Den mögen sie nicht gerne anfassen. Der ist ihnen zu kalt. Aber Chili-Sauce kann nicht scharf genug sein, behaupten Wissenschaftler. Während andere das Gefühl haben, ihr Mund würde verbrennen, genießen Rothaarige scharfe Sachen, ohne mit der Wimper zu zucken.

Überraschend robust sind sie jedoch in anderen Zusammenhängen. Stiche unter die Haut, so haben die dänischen Forscher in Aalborg jetzt festgestellt, machen ihnen wenig aus. Auch wenn zusätzlich das scharfe Capsaicin injiziert wird, das in Paprika- oder Chilischoten vorkommt. "Unsere Versuche haben gezeigt, dass rothaarige Menschen wenig auf diese spezielle Art des Schmerzes reagieren. Das gilt sowohl für den Nadelstich als auch für späteren Druck um die Einstichstelle herum. Es scheint, als seien sie da besser geschützt als andere.

Der Katalog der Unterschiedlichkeiten hat die dänischen Forscher zu dem einfachen Schluss geführt, dass es sich um eine fundamentale Ursache handeln müsse. "Es liegt an den Genen", da ist sich Lars Arendt-Nielsen sicher. Gewissermaßen ein Gen für Rothaarige, das sie in dem einen Fall stark und in dem anderen Fall kaum bis gar nicht reagieren lässt.

Im Mittelpunkt einer begleitenden Tierstudie stand das Rezeptor-Gen MC 1R, das für die Melanin-Produktion und damit für die Braunfärbung der Haut zuständig ist. Rothaarige tragen eine Variante dieses Gens in sich, das aber kein Melanin produziert. Der Grund, warum Menschen mit roten Haaren wenig bis gar nicht braun werden und stattdessen eher einen Sonnenbrand bekommen.

Die Tierversuche lieferten nun Hinweise darauf, dass dieses Gen MC 1R mit dem zentralen Nervensystem verbunden ist. "Untergruppen wie MC2R, MC3R und MC4R, die ebenfalls mit Rothaarigen in Verbindung stehen, sind stark an Funktionen des Gehirns beteiligt. Das könnte der Schlüssel zu dem Phänomen sein, warum Rothaarige ein bisschen anders sind als andere Leute," sagt Lars Arendt-Nielsen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 01.02.2014
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