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Berlin: Kohl-Klage gegen Ghostwriter vor Gericht

Mittwoch, 02.03.2016

Berlin./Ludwigshafen. Altkanzler Helmut Kohl will einem Zeitungsbericht der "Bild" zufolge ab dieser Woche mindestens fünf Millionen Euro Schadenersatz von seinem einstigen Ghostwriter Herbert Schwan erstreiten. Wie die "Bild" (Mittwoch) weiter schreibt, befasst sich das Landgericht Köln von Donnerstag an mit einer entsprechenden Klage des CDU-Politikers. Hintergrund ist die inzwischen verbotene Veröffentlichung brisanter Äußerungen des Altkanzlers über andere Politiker in Schwans Buch "Vermächtnis: Die Kohl-Protokolle".

Die Höhe der Entschädigung richte sich nach der historischen Dimension des Vorgangs, dem Ausmaß der versuchten Geschichtsfälschung und dem irreparablen Schaden, heißt es "Bild" zufolge in der Klageschrift. Die Argumentation der Kohl-Anwälte lautet demnach: "Es gibt keinen vergleichbaren Fall, in dem ein langgedienter Staatsmann in politischen Spitzenämtern eines Landes nach seinem Ausscheiden in gleicher Weise derart hintergangen und durch Rechts- und Vertrauensbruch derart öffentlich bloßgestellt, vorgeführt und verspottet wurde." Die beantragte Entschädigungssumme sei nicht unverhältnismäßig - zumal Schwan dem Altkanzler im Herbst 2012, also zwei Jahre vor der Buchveröffentlichung, noch in einem persönlichen Schreiben versichert habe, kein "Enthüllungsbuch" zu schreiben. (dpa)

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