Matthias Kros
Heidelberg. Betriebsrat und IG Metall Heidelberg haben erbitterten Widerstand gegen die Sparpläne der Heidelberger Druckmaschinen AG angekündigt. "Wir werden die angekündigten Maßnahmen zum Personalabbau nicht mittragen", sagte Mirko Geiger, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Heidelberg. Die geplanten Kündigungen seien in hohem Maße sozial unverträglich, konzeptlos und nicht zukunftsfähig. "Wir werden nicht die Schlachtlämmer der Finanzkrise sein", formulierte es Betriebsratschef Rainer Wagner. "Notwehr ist angesagt."
Vorstandschef Bernhard Schreier hatte zuvor eine drastische Verschärfung der Sparbemühungen angekündigt. Kern ist der Abbau von weiteren 2500 Arbeitsplätzen - größtenteils über Kündigungen. Dafür will der Vorstand einen Zukunftssicherungsvertrag aus dem Jahr 2007 kündigen, der die Stammbelegschaft bis 2012 eigentlich vor Entlassungen schützt. "Es gibt keine Alternative dazu", rechtfertigte sich Schreier. "Wir befinden uns in der schwersten Krise unserer Unternehmensgeschichte. Nur so können wir unsere Wettbewerbsfähigkeit sichern, auch im Interesse der Beschäftigten".
Krise trifft Heideldruck hart
Das sehen die Arbeitnehmervertreter allerdings vollkommen anders: "Es hätte auf jeden Fall noch Alternativen gegeben", sagte Wagner, so zum Beispiel eine Ausweitung der Kurzarbeit. Heideldruck greift bereits seit November 2008 zu diesem Mittel - derzeit an elf Tagen pro Monat. "Das reicht aber nicht mehr aus", sagte Schreier. So habe man im vierten Quartal des Geschäftsjahres 2008/09 (31. März) einen Auftragseingang von unter 500 Millionen Euro zu verzeichnen, noch weniger als im dritten Quartal (560 Millionen Euro), das bereits das schlechteste der vergangenen zehn Jahre war. Heideldruck leidet extrem unter der Finanzkrise, weil die Kunden kaum noch Kredite für den Kauf von Druckmaschinen bekommen. Im Juni 2008 hatte das Unternehmen daher bereits ein erstes Sparprogramm gestartet, das den sozialverträglichen Abbau von 2500 Jobs vorsah. Das hatten auch die Arbeitnehmervertreter mitgetragen.
Doch nun fühlen sich IG Metall und Betriebsrat verschaukelt. Die Mitarbeiter hätten für den im Zukunftssicherungsvertrag vereinbarten Kündigungsschutz schließlich Zugeständnisse gemacht, zum Beispiel bei der Arbeitszeit. Wenn das Unternehmen nun zum "Dank" Kündigungen ausspreche, werde damit der "sozialpartnerschaftliche Heidelberger Weg" verlassen. "Und das ausgerechnet in Zeiten, in denen Sicherheit für die Beschäftigten gefordert wäre", beklagt Geiger. Das sei absolut nicht akzeptabel und werde das zukünftige Handeln der Arbeitnehmerseite prägen.
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