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Ohrfeigen vermeiden - So bleiben Eltern bei Konflikten ruhig

Von Julia Kirchner, dpa

Kinder können einen manchmal zur Weißglut treiben. Manche Eltern verlieren dann die Beherrschung und verpassen ihren Kindern eine Ohrfeige. Es gibt aber ein paar Tricks, mit denen sich solche Ausrutscher vermeiden lassen.

Ein Luftballon mit der Aufschrift "Gegen Gewalt an Kindern!" wird am 07. März 2012 in Insel, einem Stadtteil von Stendal, gehalten. Rund 40 Prozent der Mütter und Väter gaben in einer repräsentativen Forsa-Umfrage zu, ihre Kinder mit einem Klaps auf den Po zu strafen, 10 Prozent verteilen Ohrfeigen.

© Jens Wolf

Das Zimmer ist schon wieder nicht aufgeräumt, und ein Wort gibt das andere: Beim Streit mit den Kindern fällt es Eltern manchmal schwer, ruhig zu bleiben. Droht die Stimmung zu kippen, sollten Eltern rechtzeitig die Notbremse ziehen, bevor ihnen die Hand "ausrutscht": "Sagen Sie Ihrem Kind, dass Sie kurz aus der Situation rausgehen", riet Karin Jacob vom SOS-Familienzentrum in Berlin. In der Regel spüre man sehr gut, wann man kurz davor sei, die Beherrschung zu verlieren. Zum Runterkommen sei alles erlaubt: "Gehen Sie eine Runde um den Block, drehen Sie die Musik auf oder atmen kurz auf dem Balkon durch." Wichtig sei, die Diskussion mit dem Kind danach wieder aufzunehmen und nicht unter den Teppich zu kehren.

Wissen Eltern von sich selbst, dass sie schnell die Fassung verlieren, sollten sie mit ihren Kindern ein paar grundsätzliche Regeln zur Lösung von Streitigkeiten vereinbaren. Dabei bietet es sich etwa an, dass Gespräche auf einen ruhigen Zeitpunkt verschoben und nicht dann geführt werden, wenn Mutter oder Vater gestresst von der Arbeit nach Hause kommen.

Bei der Erziehung ihrer Kinder schlagen viele Eltern noch immer zu, wie eine repräsentative Forsa-Umfrage ergeben hat. Rund 40 Prozent bestrafen ihr Kind mit einem Schlag auf den Po, 10 Prozent geben eine Ohrfeige und 4 Prozent versohlen den Hintern. Als Anlässe für die Bestrafung gibt die Hälfte der Befragten an (51 Prozent), dass die Kinder "unverschämt" waren. Jeweils 40 Prozent nannten das "Nicht-Gehorchen" und aggressives Verhalten den Eltern gegenüber als Gründe. Nach einer Ohrfeige oder einem ähnlichen Ausrutscher haben 75 Prozent der Mütter und Väter ein schlechtes Gewissen. Für die Studie im Auftrag der Zeitschrift "Eltern" wurden 1003 Personen mit mindestens einem Kind bis 14 Jahren befragt.

Eine Ohrfeige vermittele Kindern, dass sich ihre Eltern nicht kontrollieren können und nicht an Regeln halten, erklärte Jacob. "Bleibt die Ohrfeige keine Ausnahme, können Kinder sogar das Gefühl bekommen: 'Meine Eltern lieben mich nicht'." Außerdem sei für Kinder oft gar nicht klar, warum sie überhaupt geohrfeigt wurden. Das liege daran, dass die Strafe mitunter nicht sofort erfolgt, sondern Eltern ihre Kinder ohrfeigen, nachdem sich Ärger über allerlei Dinge in ihnen angestaut hat.

Haben Eltern ihr Kind trotz guter Vorsätze einmal geschlagen, sollten sie sich dafür sofort entschuldigen: "Erklären Sie Ihrem Kind, dass Sie einen Fehler gemacht haben und dass es nicht seine Schuld war", riet Jacob. Fühlten sich Eltern durch das Verhalten ihrer Kinder provoziert, könnten Sie das ruhig sagen: "Wichtig ist aber, klarzumachen, dass das keine Schläge rechtfertigt."

© Mannheimer Morgen, Montag, 12.03.2012
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