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Arbeitsplatz: Ärger über Kollegen erst unter sich klären

Probleme ansprechen, nicht petzen

München. Legt ein Mitarbeiter sich auf Kosten der Kollegen auf die faule Haut, sollten sie nicht gleich zum Chef rennen. Denn petzen und andere anschwärzen kommt auch beim Vorgesetzten nicht gut an, sagt die Karriereberaterin Madeleine Leitner aus München. "Das wirkt illoyal."Außerdem ist es Gift für die weitere Zusammenarbeit, wenn Mitarbeiter einen Kollegen hinter seinem Rücken etwa als "faule Socke" schlechtmachen, ohne dass er sich wehren kann.

"Erst einmal sollte man dem Kollegen die Gelegenheit geben, die Auswirkungen seines Verhaltens zu erkennen und etwas zu ändern", sagt Leitner. Beschäftigte klären es deshalb zunächst besser unter sich, wenn sie meinen, dass ein Kollege sie bei der Arbeit im Stich lässt. Mit einer Aussprache darüber dürften sie aber nicht zu lange warten, warnt Leitner. Hat sich der Ärger so weit aufgestaut, dass Betroffene vor Wut platzen, sei es zu spät für ein konstruktives Gespräch.

Das Thema anzusprechen, ist aber eine heikle Sache. Schließlich kann ein derartiges Gespräch leicht zu einem Streit ausarten. Mitarbeiter müssten ihre Kritik daher so formulieren, dass das Gegenüber sie akzeptieren kann, erklärte Leitner. Pauschale Vorwürfe nach dem Motto "Du fauler Hund kümmerst dich ja um gar nichts!" bringen dabei nicht weiter. Besser ist es Leitner zufolge, ganz konkret und sachlich zu sagen, was einen stört - etwa so: "Ich sehe, dass du ständig zu spät kommst."Dann sollten Mitarbeiter beschreiben, was das in ihnen auslöst. dpa

Mannheimer Morgen
06. Juli 2010

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