DÜSSELDORF. Die Bundesregierung hat ein großes Sparprogramm aufgelegt, dessen Folgen fast alle Verbrauchern im Portemonnaie spüren werden. Das ist ein guter Anlass, selber ein Sparprogramm aufzulegen und konsequent um Rabatte zu feilschen. Hier einige Tipps:
Bargeld und Kreditkarte: Der Rabattjäger hat immer beides dabei. Werden Kreditkarten generell akzeptiert (meist an den Eingangstüren beschildert), wird die Barzahlung praktisch immer mit einem Nachlass belohnt. Der Grund: Für die Kreditkarten-Abrechnung muss der Händler an die Kreditkarten-Gesellschaft eine Gebühr zahlen, außerdem hat er bei Barzahlung das Geld viel schneller, nämlich sofort.
Richtiger Zeitpunkt: Wer kurz vor Ladenschluss ankommt und so wirkt, als brauche er die Ware unbedingt, der wird beim Feilschen wenig Erfolg haben. Einerseits fehlt beim Personal die Ruhe, sich die Argumente anzuhören, andererseits erweckt der Kunde den Eindruck, als würde er auch ohne Rabatt kaufen. Am ruhigeren Vormittag sind die Chancen besser. Wirkt der Kunde entschlossen, bessere Angebote woanders zu suchen, wird er eher zum Ziel kommen.
Viele Informationen: Gut vorbereitet in ein Rabattgespräch zu gehen, ist geradezu Pflicht. Die Preisrecherche im Internet etwa zur Videokamera oder zum Fernseher gibt gute Hinweise, wie hoch der Spielraum des Vorort-Händlers sein könnte. Der günstigste Internet-Preis liegt in der Regel immer noch über dem durchschnittlichen Einkaufspreis. Wichtig zu wissen ist außerdem, ob Nachfolge-Modelle mit Verbesserungen bereits auf dem Markt sind oder angekündigt wurden. Das lässt die Preise purzeln.
Geschäftsgröße: Kleine, spezialisierte Geschäfte können mitunter selbst bei den regulären Preisen erstaunlich gut mit großen Ketten oder Kaufhäusern mithalten, die als Großeinkäufer zwar generell günstigere Einkaufskonditionen haben, aber wegen der zentralen Steuerung nicht so flexibel auf Sonderaktionen von Herstellern reagieren können. Für Rabattgespräche ist der Verkaufstresen eines kleinen Geschäfts fast immer besser: Die Mitarbeiter dürfen mehr entscheiden als die Kollegen im Kaufhaus und bei Bedarf ist der Draht zum Chef kürzer.
Große Umsätze: Dass bei größeren Mengen oder großen Umsätzen Rabatt gegeben wird, ist üblicher Handelsbrauch. Nur wenige Kunden werden allerdings an einem Tag gleich drei Kameras oder fünf Paar Schuhe kaufen. Wer hingegen bei einem Anbieter nicht nur die Einrichtung für ein Zimmer, sondern gleich für die ganze Wohnung kauft, sollte als "Großkunde" nach einem Nachlass fragen. Ins Spiel bringen lässt sich zudem, dass man schon öfter im Laden etwas gekauft hat und das sicher auch wieder tun wird - Stammkunden sind beliebt.
Zugaben: Wenn der Händler beim Preis nicht nachgeben will, bleibt immer noch die Chance auf eine Zugabe. Ein Speicherchip zur Kamera oder ein edles Etui für die Markenbrille lassen sich oft leichter heraushandeln als ein Bar-Rabatt. Ftx
Mannheimer Morgen
17. August 2010
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