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Reisekrankheiten:

Gesund durch den Urlaub - Hektik vermeiden und Hände gut waschen

Von Christian Vey

Ungewohntes Essen, Stress auf der Anreise oder lästige Insektenstiche: Im Urlaub drohen einige Unannehmlichkeiten, doch die meisten lassen sich auch ohne Arzt gut in den Griff bekommen.

© dpa

München (dpa/tmn) - Sonne tanken, im Liegestuhl entspannen und neue Orte entdecken: So stellen sich viele Urlauber die schönsten Tage des Jahres vor. Doch nicht immer spielt die Gesundheit mit. Wer auf Reisen krank wird, dem drohen Urlaubstage im Hotelbett. Mit Hilfe einiger Grundregeln und mit den richtigen Tipps für die Reiseapotheke lassen sich die häufigsten Urlaubserkrankungen aber vermeiden.

Bewegungskrankheiten: Fast jeder Reisende hat schon Luftlöcher auf dem Flug zum Urlaubsort, eine kurvenreiche und holprige Autofahrt oder schweren Seegang beim Schiffsausflug erlebt. Häufig sind Schweißausbrüche, Schwindelgefühl und Übelkeit die Folgen. "Das Gleichgewichtsorgan im Innenohr spürt die Bewegung, die Augen merken aber nichts", erklärt Klaus Schäfer, Reisemediziner beim ADAC in München.

Wer die Verwirrung der Sinnesorgane mindern will, sollte dafür sorgen, dass die Augen die Bewegung wahrnehmen. "Im Auto also nicht im Buch lesen, sondern nach vorne aus dem Fenster schauen", rät Schäfer. Auf einem Schiff sollten Betroffene am besten an Deck gehen und der Bewegung des Schiffs zusehen. Im Flugzeug seien empfindliche Passagiere am besten auf Plätzen zwischen den Tragflächen aufgehoben.

Tipps und Infos im Netz

Datenbank Apotheken mit reisemedizinisch geschultem Personal

ADAC-Tipps für die Reiseapotheke

Reisemedizinisches Zentrum des Bernhard-Nocht-Instituts

Außerdem gebe es verschiedene Möglichkeiten, Bewegungskrankheiten auch ohne Medikamente zu bekämpfen. "In Apotheken gibt es Akupressurbändchen, die am Handgelenk getragen werden und mit einem über dem Puls platzierten Knopf die Symptome lindern", sagt Schäfer. "Und viele Seefahrer schwören auf die Wirkung der Ingwerwurzel." Diese werde pur oder in Zucker eingelegt gekaut, darüber hinaus gibt es rezeptfreie Medikamente auf Ingwerbasis.

Reisediarrhö: Neben Sonnenbrand und Erkältungen sind Magen-Darm-Erkrankungen die häufigsten Spaßverderber im Urlaub. Meist sind verunreinigte Nahrungsmittel der Auslöser für Durchfall. "Oft sind es einfache Coli-Bakterien, die in anderen Ländern sehr viel häufiger vorkommen als bei uns", sagt Schäfer. Als bestes und einfachstes Gegenmittel nennt er sorgfältige Hygiene. Deshalb sollten immer wieder die Hände gereinigt werden. Wichtig sei, die Hände nach dem Waschen nicht an einem viel benutzten Stoffhandtuch zu trocknen, sondern mit Papiertüchern. Wenn es die nicht gebe, lieber an der eigenen Hose abwischen.

"Ein anderer Rhythmus, Stress oder Kulturschock können auch Reisedurchfall auslösen", ergänzt Helmut Jäger vom Reisemedizinischen Zentrum der Bernhard-Nocht-Klinik in Hamburg. Der Darm habe ein eigenständiges Nervensystem, das schnell durcheinandergeraten kann. "Wichtig ist deshalb, dass man langsam, genussvoll und vorsichtig reist." Wer sich und seinem Körper Zeit zur Akklimatisierung gibt, müsse auch weniger mit Verdauungsproblemen rechnen.

Betroffene sollte nicht sofort Medikamente einnehmen, da Reisedurchfälle meist harmlos sind und nicht sehr heftig ausfallen. "Das wichtigste ist, dass man Flüssigkeit zu sich nimmt und den Salzverlust ausgleicht", erläutert Jäger. Dafür bieten sich Cola und Bananen oder Salzstangen an. Einen vergeigten Urlaubstag müsse man eben in Kauf nehmen. Erst wenn der Durchfall länger als drei Tage anhält oder Fieber auftritt, rät er, einen Arzt aufzusuchen, um die richtigen Medikamente zu bekommen.

Hitzeschäden: Das ausgiebige Sonnenbad gehört für viele Urlauber dazu. Doch nicht nur Verbrennungen der Haut drohen. Strahlung und Hitze der Sonne können auch im Inneren des Körpers einiges durcheinanderbringen. "Wenn die Körpertemperatur zu hoch steigt, kann es zu schweren Schäden kommen", warnt Jäger. Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme können erste Anzeichen für einen Sonnenstich, Hitzekollaps oder gar Hitzschlag sein. Gefährdet seien besonders kleine Kinder und ältere Menschen, deren Körpertemperatur sich nicht mehr ausreichend selbst reguliert.

Es sei stets sinnvoll, sich nicht länger als nötig in der prallen Sonne aufzuhalten. "Besonders zwischen elf Uhr und drei Uhr am Nachmittag", betont Schäfer. In dieser Zeit kommen 80 Prozent der UV-Strahlen auf der Erde an, es herrscht die stärkste Hitze. "Der beste Sonnenschutz ist Schatten, auch wenn es unbeliebt ist", sagt er. Denn viele Urlauber reisten ja extra in Länder, in denen es viel Sonne gibt.

Spätestens wenn sich bei einem längeren Aufenthalt in der Sonne Anzeichen wie Kopfschmerzen und Schwindel zeigen, sei es Zeit, den Schatten aufzusuchen. Tabletten gegen den Kopfschmerz seien die falsche Maßnahme, da sie den Auslöser der Schmerzen - eine leichte Schwellung des Hirns durch die Hitze - nicht beseitigen können. "Dezentes Kühlen mit einem feuchten Lappen und schluckweises Trinken: Das ist alles, was man tun kann."

Insektenstiche: Sie schwirren um den Teller beim Essen und halten nachts müde Touristen mit ihrem Summen wach. Insekten sind häufig eine Plage. Um sie wenigstens davon abzuhalten, zuzustechen, sollten immer abwehrende Mittel, Repellents genannt, eingepackt werden. "Neben dem Textilschutz, also Kleidung, sind sie die wirksamsten Mittel gegen Insektenstiche", versichert Ulrich Klein vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen aus Witten. Sprays aus der Apotheke oder Drogerie seien wirkungsvoller als jedes Hausmittel. "Anders als bei vielen Sonnenschutzmitteln hält der Schutz aber nur einige Stunden und muss dann neu aufgetragen werden."

Wer dennoch gestochen wird, sollte trotz Juckreiz nicht am Stich kratzen, um Entzündungen zu vermeiden. "Kälte unterdrückt das Jucken. Am besten sollte man schnell einen Eiswürfel auf den Stich geben", rät Klein. Auch manche Antihistaminika, die bei Allergien eingesetzt werden, könnten benutzt werden. Nur wer an Hautkrankheiten leidet oder allergisch auf Insektenstiche reagiert, sollte stärkere Mittel in der Reiseapotheke haben, dies aber mit dem Hausarzt besprechen.

Mittwoch, 16.05.2012
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