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Getränke: Angebot reicht vom amtlich geprüften Naturprodukt bis zum leicht aufbereiteten Nass aus der Leitung

Große Unterschiede beim Wasser

Von unserem Redaktionsmitglied Madeleine Bierlein

Mannheim. Wasser ist lebenswichtig. Kein Wunder, schließlich besteht der menschliche Körper aus etwa 65 Prozent Wasser. Doch welches ist am besten? Heilwasser? Mineralwasser? Oder doch das ganz normale Leitungswasser? Hier eine Übersicht:

Mineralwasser: Natürliches Mineralwasser muss aus einem unterirdischen, vor Verunreinigung geschützten Wasservorkommen stammen. Zuvor hat es sich seinen Weg durch diverse Gesteinsschichten gesucht und dabei verschiedene Mineralstoffe aufgenommen, die ihm seinen Geschmack verleihen. Mineralwasser unterliegt dem Lebensmittelgesetz und muss direkt an der Quelle abgefüllt werden. Da es sich um ein natürliches Produkt handelt, darf es kaum verändert werden. Lediglich Schwefel und Eisen (färbt bräunlich) dürfen entfernt und der Kohlensäuregehalt eingestellt werden - wobei der Anteil an Kohlensäure reine Geschmackssache ist und an der Qualität nichts ändert. Manche Mineralwässer können sehr geringe Mengen radioaktives Radon, Radium oder auch Uran enthalten, das in dem Gestein, das sie durchflossen haben, natürlich vorkommt. Es gibt Grenzwerte, die eine gesundheitliche Gefährdung verhindern. In Frankreich wird dazu geraten, von Zeit zu Zeit die Wassermarke zu wechseln, um eine eventuelle Belastung zu verringern. Wird Mineralwasser in Kunststoffflaschen transportiert, kann es zu einer Verunreinigung mit Weichmachern kommen. In Glasflaschen ist es vor solchen Zusätzen sicher.

Heilwasser: Mineral- und Heilwässer benötigen als einzige Lebensmittel in Deutschland eine amtliche Anerkennung. Hierzulande gibt es über 60 anerkannte Quellen, an denen Heilwasser abgefüllt wird. Dabei handelt es sich um Mineralwasser, das zusätzlich nachgewiesenermaßen eine heilende, lindernde oder vorbeugende Wirkung hat. Es unterliegt dem Arzneimittelgesetz und wird besonders streng kontrolliert. Heilwasser kann beispielsweise bei einem Mineralstoffmangel und zur Begleitbehandlung bei Osteoporose eingesetzt werden. Der Großteil dieser Wässer ist auch für den Dauergebrauch geeignet. Früher erkannte man Heilwasser daran, dass es in grünen Glasflaschen abgefüllt wurde. Mittlerweile nutzen aber viele Hersteller diese Verpackungen für ihre kohlensäurearmen Mineralwässer.

Quellwasser: Quellwasser muss - wie der Name schon sagt - ebenfalls direkt an der Quelle abgefüllt werden. Die gesetzlichen Anforderungen sind allerdings nicht so hoch wie bei Mineralwasser. Es muss aber den geltenden Trinkwasser-Kriterien genügen. Viele Privatpersonen holen sich ihr Trinkwasser an einer Quelle. Normalerweise ist dies unbedenklich, allerdings werden viele Entnahmestellen beispielsweise im Odenwald oder Pfälzer Wald nicht amtlich kontrolliert. Somit ist es auch möglich, dass Koli-Bakterien ins Wasser gelangen. Es ist daher empfehlenswert, es vor dem Trinken abzukochen.

Leitungswasser: Leitungswasser wird in Deutschland sehr streng kontrolliert und ist laut der Zeitschrift Ökotest deutlich besser als sein Ruf. Es kann auch für die Zubereitung von Babynahrung verwendet werden. Allerdings sollte man sich beim örtlichen Wasserwerk nach dem Nitratgehalt erkundigen. Er sollte für Babys nicht mehr als zehn Milligramm pro Liter enthalten. Ein weiteres Risiko: Bis 1960 wurden in Häusern noch Rohre aus gesundheitsschädlichem Blei verwendet. In der Regel wird das Leitungswasser zu rund zwei Drittel aus dem Grundwasser entnommen. Ein Drittel stammt aus Oberflächenwasser wie Seen oder Flüssen und ist damit den Einflüssen von Düngemitteln aus der Landwirtschaft ausgesetzt. In manchen Fällen muss es aufbereitet werden, etwa 50 chemische Zusatzstoffe sind dafür zugelassen.

Tafelwasser: Bei diesem wohlklingenden Getränk handelt es sich im Grunde um nichts anderes als minimal verändertes Leitungswasser. Es ist also kein Naturprodukt, sondern eine künstlich hergestellte Mischung aus verschiedenen Wasserarten. Es darf zudem an jedem Ort hergestellt werden. In der Regel werden dem Leitungswasser Mineralsalze zugesetzt. Auch Meerwasser oder Sole sind häufig enthalten. Für das Mischungsverhältnis und den Mineralstoffgehalt gibt es keine gesetzlichen Vorgaben - es gelten lediglich die Trinkwasser-Vorschriften. Meistens wird dem Tafelwasser Kohlensäure zugesetzt. Anders als Mineralwasser muss es in Restaurants und Kneipen nicht in der Originalverpackung serviert werden. Obwohl es sich kaum von Leitungswasser unterscheidet, wird es bis zu 4000 Mal teurer verkauft.

© Mannheimer Morgen, Dienstag, 05.04.2011
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