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Krankenversicherung:

Kein Risiko für die Gesundheits-Prämie eingehen

Von Samuel Acker, dpa

Viele gesetzliche Krankenkassen bieten Tarife an, bei denen Patienten umso mehr sparen, je seltener sie eine medizinische Leistung in Anspruch nehmen. Doch Patienten sollten mit Rücksicht auf die Prämien nicht in Kauf nehmen, eine Krankheit zu verschleppen.

Prämien von Krankenkassen sollten Versicherte nicht dazu verführen, auf notwendige Leistungen zu verzichten. Es lohne sich nicht, dafür seine Gesundheit zu riskieren, sagte Kai Vogel, Gesundheitsexperte von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, dem dpa-Themendienst. Bei manchen Wahltarifen der gesetzlichen Kassen erhält der Versicherte eine Prämie, wenn er ein Jahr lang keine Leistungen der Kasse in Anspruch genommen hat. "Man sollte trotzdem im Zweifel immer zum Arzt gehen", betonte Vogel. "Schlimmstenfalls ist die Prämie weg".

Draufzahlen muss der Patient in diesem Fall aber nicht, es bleibt beim vereinbarten Beitrag. Eine Krankheit aufgrund der fehlenden Untersuchung zu verschleppen, sei meist deutlich teurer als der Vorteil durch die Prämie. Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen führen außerdem nicht dazu, dass die Prämie gestrichen wird.

Beim Selbstbehalt-Tarif bezahlt der Patient die Arztrechnungen und erhält dafür am Jahresende ein Geldgeschenk von der Kasse. "Das ist aber schnell aufgebraucht, dafür reicht schon ein Beinbruch." Dieser Tarif sei daher generell nicht zu empfehlen, warnte Vogel.

Bei den Wahltarifen sei außerdem zu beachten, dass sich der Versicherte ein bis drei Jahre an sie binden muss. Sinnvoll seien Tarife mit Gesundheitsprämien allenfalls für junge, gesunde Gutverdiener. "Menschen mit niedrigem Gehalt, ältere Menschen, chronisch Kranke und psychisch Belastete sind in den normalen Tarifen besser aufgehoben", sagte Vogel.

© Mannheimer Morgen, Montag, 19.03.2012
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