Wasser:
Ob im Thermalbad oder in der eigenen Badewanne – das feuchte Element hat viele positive Wirkweisen
Die Seele baumelt – und Sorgen platzen wie Seifenblasen
Von unserer Mitarbeiterin Sibylle Dornseiff
Thermalbäder sind eine wunderbare Möglichkeit, sich im feuchten Element wohlzufühlen.
© dpa
Es ist eiskalt. Um das Freiluftbecken herum liegt Schnee, doch im Wasser herrschen wohlige 36 Grad Celsius. Weil die Nase frische Luft atmet, lässt es sich darin sehr lange aushalten. Vorausgesetzt, Herz und Kreislauf spielen mit (andernfalls sind höchstens 20 Minuten empfohlen), und die Haare sind einigermaßen trocken. Denn wer einmal untergetaucht ist, muss seinen Kopf immer wieder unter Wasser aufwärmen. Ansonsten kann man es sich auf der Whirlpool-Liege, unter den Massagedüsen oder einfach nur bei nettem Geplauder gutgehen lassen. Ist das Wasser nur zwei Grad kälter, machen auch intensivere Bewegung und Wassergymnastik Spaß. Bei 29 Grad kann man sogar ausdauernd schwimmen.
Fazit: Thermalbäder sind eine wunderbare Möglichkeit, sich im feuchten Element wohlzufühlen "wie ein Fisch im Wasser" und die Seele baumeln zu lassen. Und wer nach ausgiebigen Kindheits- und Jugenderfahrungen in kalten Schwarzwald-Weihern oder beim obligatorischen täglichen Bad in der Ostsee (der Familienehre wegen morgens und abends bei jedem!!! Wetter) erstmals ins Nass steigt, ohne dass der Körper sich in ungeahnte Längen streckt, der weiß Wärme noch mehr zu schätzen.
Neudeutsch heißt Wasser-Wellness kurz und bündig Spa. Tatsächlich leitet sich das Wort aus dem lateinischen "Sanus per aquam" (die Gesundheit kommt aus dem Wasser) ab. Denn schon die Römer wussten um die heilende und entspannende Wirkung von warmen, nähr- und mineralstoffhaltigen Quellen, die - je nach ihrer Zusammensetzung - positive Auswirkungen auf die Atmung, auf rheumatische oder muskuläre Beschwerden, auf Stoffwechsel- und Durchblutungsstörungen hat.
Weil der Körper im Wasser bis zu 90 Prozent seines Gewichtes verliert - das Gefühl der Schwerelosigkeit verstärkt sich im Solebad - wird die Wirbelsäule entlastet, die Muskulatur gelockert, werden Bänder und Sehnen geschont. Insofern ist Bewegung im Wasser ein gutes Fitnesstraining - auch für Menschen, die wegen Gelenkproblemen zeitweise oder dauerhaft eingeschränkt sind. Schwimmen, Gymnastik oder Aqua-Jogging beanspruchen die Muskeln, straffen das Bindegewebe, zudem werden Beweglichkeit, Kraft und Ausdauer trainiert.
Verschiedene Therapien
Die Thalasso-Therapie (griechisch Meer) nutzt dazu Meerwasser, Meerluft, Algen, Sand und Schlick. Sebastian Kneipps Hydrotherapie setzte schon im 19. Jahrhundert auf die physikalische Reizwirkung des Wassers: den Wechsel warm-kalt und den Aufprall-Effekt. Keine Rolle spielten dabei Salze, Mineralien oder Öle. Mehr auf Entspannung setzt das türkische Hamam mit seinen Waschritualen und Seifenmassagen. Es heißt, mit jeder geplatzten Blase platze eine Sorge.
Nicht für jeden geeignet ist der Floatingtank. Er verspricht Erholung pur beim schwerelosen Schweben in extrem salzhaltigem Wasser. Doch um die äußeren Einflüsse auf ein Minimum zu reduzieren, wird der badewannengroße Tank geschlossen. Weder Licht noch Lärm dringen so in das Innere, der Mensch wird zurückgeworfen auf sich selbst, völlige Entspannung und neue Kreativität sollen positive Folgen sein. Vielleicht hat John Lennon ja deshalb einen eigenen Floatingtank besessen.
Eine zahmere Variante ist das Floating-Becken, in dem man sich - in einer offenen Wanne - das Erlebnis mit einem lieben Menschen teilen kann.
Doch fernab aller Kurorte und Thermalbäder kann man sich auch zu Hause eine Wellness-Oase schaffen. Mit entsprechenden Zusätzen, Düften, Kerzen, Musik und viel Zeit wird auch das Bad in der Wanne zum Erlebnis.