DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR

 

Donnerstag, 30.10.2014

Suchformular
 
 

Lieber Leser, bitte aktivieren sie Cookies, um in den vollen Genuss unseres Angebotes zu kommen.

  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden

Soziales: Die Belastungen des Privatlebens sollten außen vor bleiben und einige Grundregeln befolgt werden

Gute Stimmung am Arbeitsplatz ist kein Ding der Unmöglichkeit

Von unserem Redaktionsmitglied Ruth Weinkopf

Projekt gelungen, Großkunde an Land gezogen - es müssen nicht immer die großen Erfolge sein, um sich am Arbeitsplatz gut zu fühlen.

© stockphoto

Wohlfühlen am Arbeitsplatz - Hunderttausende Beschäftigte können ob dieser Wortkombination vermutlich nur zynisch lachen. Und die Fakten geben den Skeptikern, die Wohlfühlen mit Freizeit und Arbeitsplatz mit Bauchgrimmen oder Hörsturz verbinden, recht. Deutschlands Arbeitnehmer sind wieder vermehrt krank, psychische Leiden als Ursache für Fehltage rangieren mittlerweile auf Platz zwei.

Die falsche Haltung am Computer, ein nervtötender Geräuschpegel in Großraumbüros, die Monotonie am Fließband, die harte körperliche Arbeit am Bau und bei den Stahlkochern oder die psychische Beanspruchung in der Alten- und Krankenpflege sind nur die augenfälligen Gründe dafür, dass der Arbeitsplatz keine Wellnesszone ist. Ob wir uns gut oder schlecht fühlen, leistungsfähig oder krank sind, ist allerdings auch eine Frage der sozialen Kompetenz - was zugegebenermaßen nicht alle Beschäftigten gerne hören.

Der höhenverstellbare Schreibtisch, der ergonomische Bürostuhl, die lärmschluckenden Trennwände und die Industrieroboter für die Schwerstarbeit sind indes leichter zu realisieren als die gesunde Distanz zu den täglichen Herausforderungen, den Kollegen und den Chefs. Wer sein Leben eben auf die Arbeit ausrichtet, wird mit dem Einwand, dass Arbeit doch eigentlich nur das Girokonto füllen soll, wenig anfangen können. Als großer Unterschied zwischen der europäischen und der amerikanischen Arbeitswelt gilt, dass der Europäer lebt, um zu arbeiten, der Amerikaner dagegen arbeitet, um leben zu können. Es ist ungleich schwerer, diesen Hebel im Kopf umzulegen, als das Arbeitsumfeld nett zu dekorieren.

Auch die Gleichung Workaholic gleich Leistungsträger muss nicht aufgehen. Mit einem gesunden Abstand zu den Pflichten des Arbeitsalltags kann die "To-do-Liste" genauso perfekt bewältigt werden als ohne diese innere Distanz.

Patentrezept nicht möglich

"Die Konkurrenz sitzt außerhalb des Unternehmens, nicht in den eigenen Reihen", legt Martin Braun vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation in Stuttgart den Finger auf eine der Wunden. Wer die grundlegenden Regeln des menschlichen Miteinanders verletzt, darf nicht auf ein stimmiges Umfeld hoffen. Und die Liste der Regeln ist lang: Es geht um gute Kommunikation und genaues Zuhören, um Wertschätzung, Vorbildfunktion und den richtigen Ton, um Vertrauen, einen sachlichen Umgang mit Kritik und ein vernünftiges Maß an Kontrolle. "Ein Großteil des Unwohlseins", sagt Braun, "resultiert daraus, dass die sozialen und kommunikativen Bedürfnisse verletzt werden.

Ein Patentrezept für ein entspanntes Leben am Arbeitsplatz gibt es nach Ansicht von Karlheinz Sonntag allerdings nicht. "Man muss immer den Einzelfall sehen", sagt der Wissenschaftler, der an der Universität Heidelberg Arbeits- und Organisationspsychologie lehrt. Eine Grundregel hält er aber für unabdingbar: die harte Grenzziehung zwischen Arbeits- und Privatleben. "Der lange Arm des Privatlebens darf nicht in den Beruf und der ebenso lange Arm des Berufslebens nicht ins Private reichen", heißt der gute Rat des Experten.

Sonntag hält professionelles Arbeiten für unmöglich, wenn private Probleme an den Arbeitsplatz geschleppt werden. Wer morgens mit dem falschen Fuß aufsteht, sich beim Frühstück mit dem Partner zankt und dann vielleicht als Pendler im Stau steht, kommt mit denkbar schlechten Voraussetzungen am Arbeitsplatz an. Es sei denn, die Grenzziehung funktioniert, und der Mensch kann Belastungen gut abfedern. Gelingt das nicht, sind Überforderung und Erschöpfung bald ständige Begleiter. "Es gehört aber auch eine gewisse Eigenverantwortung dazu, die Belastungen des Lebens zu bewältigen", sagt Sonntag.

Selbsteinschätzung - auch ein schwieriges, aber wichtiges Teilchen im großen Puzzle der sozialen Kompetenz. In der Arbeitswelt sollte weder das Leistungsvermögen noch die Belastbarkeit überschätzt werden. Einer der beliebtesten Fehler auf dem Spurt zur letzten Sprosse der Karriereleiter hat meist einen hohen Preis - auch wenn der Betroffene lange nicht merkt, dass bereits Zahltag ist. "Auch Neinsagen ist wichtig", mahnt Sonntag - und davor sollte die sehr ehrliche Überlegung stehen, wie weit die eigenen Ressourcen reichen.

Auch die Chefs sind in der Pflicht, heißt es bei den Experten. Wer Menschen führt, muss sie wertschätzen, ihnen Vorbild sein, ehrlich und offen kommunizieren und die Fähigkeit haben, das eigene Verhalten kritisch zu hinterfragen. Auch Handlungsspielraum für die Mitarbeiter - Nährboden der Kreativität - , und Kritikfähigkeit in den oberen Hierarchie-Ebenen sind nicht von Schaden. Theoretisch sind die Voraussetzungen für eine Arbeitswelt, in der Wohlfühlen kein Fremdwort sein muss, gut erforscht. Die Praxis fordert indes täglich harte Arbeit - die jeder an sich selbst zu leisten hat.

Freitag, 15.02.2013
  • via Facebook teilen
  • Drucken
  • Senden
 

Video

Gesundes Kochen macht Schule

Mannheim, 16.03.14: Im Rahmen der Wohlfühlwochen 2014 nahmen zehn Leser des Mannheimer Morgen am Samstag bei einem Kochkurs zum Thema „Gesunde Ernährung“ im Mannheimer Johann-Sebastian-Bach-Gymnasium teil.

Video

Grüne Smoothies - die Vitaminbomben

Mannheim, 07.03.2014: Sie bestehen zu mehr als der Hälfte aus Gemüse und gelten als Vitaminbomben: Grüne Smoothies. Zu den "MM"-Wohlfühlwochen stellt Redakteurin Michaela Roßner das Lifestyle-Getränk vor.

Video

Bensheim: Fitnesstrend "Natural Running"

Bensheim, 06.03.2014: Sogenannte "Barfußschuhe" haben "Natural Running", übersetzt "natürliches Laufen", bekannt gemacht. Viel wichtiger als die Schuhe ist allerdings die richtige Lauftechnik.

"MM"-Aktion

Das Quiz zu den Wohlfühlwochen

Gesund und fit ins Frühjahr: So heißt auch in diesem Jahr wieder das Motto der "MM"-Wohlfühlwochen. Vom 5. bis zum 22. März versorgen wir unsere Leser mit Informationen und Tipps rund um die Themen Ernährung, Fitness und Wohlbefinden. Wie gut kennen Sie sich dabei aus?

Wissenstest: Wohlfühlwochen

Wissenstest

Ernährungsirrtümer: Hätten Sie es gewusst?

Ernährungsirrtümer - in diesem Quiz werden Sie mit Wahrheiten, Halbwahrheiten, und Flunkereien konfrontiert. Testen Sie ihre eigene Toleranz für Irrtümer in diesem lebensnotwendigen Bereich. [mehr]

Wohlfühlen

Kennen Sie sich mit Wellness-Trends aus?

Sind Sie auf dem Laufenden, was die neuesten Wellness-Trends betrifft? Kennen Sie die neuesten Fitness-Methoden? Testen Sie Ihr Wissen und prüfen Sie, ob Sie "Up-to-Date" sind. [mehr]

Wissenstest: Sind Sie ein Wellness-Experte?

Wohlfühlen

Kennen Sie sich mit Wellness-Trends aus?

Sind Sie auf dem Laufenden, was die neuesten Wellness-Trends betrifft? Kennen Sie die neuesten Fitness-Methoden? Testen Sie Ihr Wissen und prüfen Sie, ob Sie "Up-to-Date" sind. [mehr]

Wissenstest: Sind Sie ein Wellness-Experte?

Quiz

Das große Lebensmittel-Quiz

  • Wie bewusst ernähren Sie sich? Kennen Sie sich mit den einzelnen Lebensmitteln und Ihren Inhaltsstoffen aus? Testen Sie hier Ihr Wissen.

Fitness

Mit Gurt und „Wackelteller“ fit werden

Sergej hängt sich seit November regelmäßig auf - und es scheint ihm ausgesprochen gut zu tun. Sein gestählter Körper könnte glatt ein Werbeplakat zieren. "TRX" heißt seine Erfolgsformel: Mit Gurten und Karabinerhaken befestigt der 23-Jährige im Pfitzenmeier-Studio Neuostheim regelmäßig Arme oder… [mehr]

Seuche

Ebola-Erkenntnisse aus Hamburg können helfen

Hamburg. Die Erkenntnisse aus der Behandlung des ersten Ebola-Patienten in Deutschland könnten nach Ansicht des Hamburger Tropenmediziners Stefan Schmiedel auch im Krisengebiet in Westafrika helfen. Der Erkrankte aus dem Senegal sei ohne experimentelle Mittel wie "ZMapp", sondern ausschließlich mit… [mehr]

 

DAS NACHRICHTENPORTAL RHEIN-NECKAR