Klar, jeder kennt Fast Food im Sinne von Hamburger, Currywurst und Pommes in der Tüte. Aber was ist bitte schön Slow Food? Die Philosophie eines Vereins mit diesem Namen und einer Schnecke als Symbol umschreibt der Soziologe Carlo Petrini so: "Ich möchte die Geschichte einer Speise kennen. Ich möchte wissen, woher die Nahrung kommt. Ich stelle mir gern die Hände derer vor, die das, was ich esse angebaut, verarbeitet und gekocht haben." Bereits 1986 hat Petrini in Italien die Slow-Food-Kampagne initiiert.
Längst hat die Botschaft, die für die Vielfalt regionaler Küche, saisonaler Produkte und unverfälschten Genuss steht, auch andere Länder erobert. Der internationalen Organisation gehören inzwischen über 100 000 Mitglieder an. Als 2007 erstmals in Stuttgart eine Slow-Food- Messe die Tore öffnete, hatten die Veranstalter auf Interesse gehofft - aber nicht mit dem enormen Publikumserfolg gerechnet. Im Frühjahr ist es wieder soweit - vom 11. bis 14. April präsentiert sich auf dem Areal der Landesmesse "Der Markt des guten Geschmacks". Angekündigt sind um die 400 Aussteller. Zwei Regionen stehen diesmal im Mittelpunkt: das Ebro-Delta in Katalonien und Rheinland-Pfalz.
Der Verein mit Symbol-Schnecke als Markenzeichen erweist sich manchmal auch als wieselflink - wenn es gilt Aktionen zu unterstützen. Beispielsweise gehört Slow Food zu den Kooperationspartnern bei der bundesweiten Kampagne "Zu schade für die Tonne - Wir retten Lebensmittel!" Hintergrund der Aktion: Laut einer Studie der Universität Stuttgart landen allein in Deutschland jährlich elf Millionen Tonnen Lebensmittel auf dem Müll - davon viele in genießbarem Zustand.
All jenen, die sich auf die guten alten "Reste-Rezepte" besinnen möchten, bietet das im Deutschen Landwirtschaftsverlag (für 7,50 Euro) erschienene Büchlein "Alle lieben ... restlos gute Küche" bewährte und neue Anregungen nach dem Motto "Aus 1 mach 2". Die 90 Vorschläge reichen von Knödelcarpaccio über Nudelpfannkuchen und "Helmuts Brotaufstrich" aus Bratenresten bis hin zu Kuchen-Lollis. wam