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Ernährung: Die Fachfrauen Sabine Berndt-Sinz und Monika Maurer zu tückischen Abnehmfallen

„Wunderdiät – die gibt es nicht“

Von unserem Redaktionsmitglied Waltraud Kirsch-Mayer

Erdbeeren sind vitaminstark und damit gesund - aber wer sich nur von den roten Früchtchen ernähren würde, wäre bald krank.

© dpa

Zum Start der Wohlfühlwochen haben wir unsere beiden Ernährungsfachfrauen - Sabine Berndt-Sinz und Monika Maurer - über angebliche Wunderdiäten, abstruse Abnehmkonzepte, tückische Diätfallen, aber auch zu alltagstauglichen Tricks befragt.

Immer wieder sorgen Wunderdiäten für Schlagzeilen. Gibt es die tatsächlich?

Sabine Berndt-Sinz: Wunder gibt es beim Abnehmen nicht. Ohnehin ist nicht das Abnehmen das Problem, sondern das Gewichthalten.

Monika Maurer: Wunderdiät? Nein, die gibt es nicht! Es gibt Konzepte, bei denen man zu Beginn schneller abnimmt, weil man seine Kohlenhydratspeicher leert und dadurch Wasser freigesetzt wird. Isst man wieder normal, geht das Gewicht sofort wieder hoch - da diese Speicher wieder gefüllt werden.

Welche Abnehmkonzepte sind Ihnen als besonders abstrus in Erinnerung geblieben?

Berndt-Sinz: Eine Diät, die auf der jeweiligen Blutgruppe beruht. Und all jene Konzepte, die vorgaukeln, man könne essen, was man wolle und dabei abnehmen.

Maurer: Ich habe mal von einer Diät mit unterschiedlichem Essplan je nach Sternzeichen gehört. Da musste ich wirklich lachen. Immer wieder wird Chitosan, ein Ballaststoff aus der Schale von Meerestieren, als "Fettmagnet"oder "Fettblocker" bezeichnet und kommt unter einem neuen Namen auf den Markt. Die Wirkung ist aber fraglich.

Welche Diätfallen sind besonders tückisch?

Berndt-Sinz: Tückisch sind Konzepte, die mit einer sehr geringen Kalorienzahl arbeiten. Man nimmt zwar viel Flüssigkeit und körpereigenes Eiweiß ab - was letztendlich den Jojo-Effekt fördert.

Maurer: Wer zu wenig isst, leert nicht nur die Fettzellen, sondern baut auch körperaktive Muskelmasse ab. Ohnehin kann man so etwas nicht lange durchhalten. Deshalb rate ich, sich am Grundumsatz - abhängig von der derzeitigen Körperzusammensetzung - zu orientieren.

Welche Abnehmtricks bewähren sich im Alltag?

Berndt-Sinz: Über den Tag verteilt viel kalorienfreie Flüssigkeit trinken. Regelmäßige Mahlzeiten - dreimal essen mit Pausen von vier bis fünf Stunden. Kleinere Teller geben das Gefühl von großen Portionen. Langsam essen. Die natürliche Sättigung nach etwa 20 Minuten ausnutzen.

Maurer: Ganz wichtig ist eine gute Motivation. Nur wer seine persönlichen Gründe und sein langfristiges Ziel kennt, wird am Ende dort ankommen. Unbedingt mit einem Frühstück beginnen - sonst kommt abends der Heißhunger.

Wie bekämpfen Sie den inneren Schweinehund?

Berndt-Sinz: Ich versuche, ihn geschickt auszutricksen. Beispielsweise vermeide ich, Leckereien auf Vorrat ins Haus zu holen oder hungrig einkaufen zu gehen.

Maurer: Es gibt einen echten und falschen Hunger - also Bauch- oder Kopfhunger. Bei Lust auf etwas überlege ich, wie viel ich davon essen will und teile es mir ein. Ich esse nicht die ganze Kekspackung, sondern nur ein oder zwei Kekse davon. Das muss man aber lernen. Ich war im Alter zwischen 15 und 21 auch mal übergewichtig - damals konnte ich das noch nicht.

Welche Lebensmittel sind keine Dickmacher und sättigen trotzdem ganz gut?

Berndt-Sinz: Komplexe Kohlenhydrate bewirken eine lange Sättigung - beispielsweise Vollkornprodukte.

Maurer: Es geht nicht nur um das Sättigungsgefühl, wenn der Magen voll ist. Forscher bezeichnen die Zeit nach dem Essen als Sattheit. Inzwischen wissen wir, dass die Langfristigkeit von der Essgeschwindigkeit und Zusammensetzung der Nahrung abhängig ist. Wer schnell isst, der produziert in den Stunden nach der Mahlzeit weniger Neuropeptide, die Hunger unterdrücken. Also langsam essen und gut kauen!

Jemand, der ausschließlich gesunde Äpfel oder nur Erdbeeren essen würde, wäre bald krank. Was ist überhaupt gesundes Essen?

Berrndt-Sinz: Eine gesunde Mischkost. Und die natürlich in der richtigen Menge.

Maurer: Äpfel enthalten viel Fruchtzucker, der wiederum in der Leber in Fett umgewandelt wird. Ein Mensch, der nur Äpfel isst, könnte eine Fettleber entwickeln. Die neue Ernährungspyramide, die eine Kollegin entwickelt hat, gibt Empfehlungen, wie groß die Portionen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene sein sollen, und wie häufig wir aus der Lebensmittelgruppe essen sollen. Wer sich daran orientiert hat alle Mikro- und Makronährstoffe, die er benötigt - aber nicht zu viele Kalorien.

Schlank sein gut und schön, aber muss man ein Leben lang auf Currywurst und Schwarz- wälderkirschtorte verzichten?

Berndt-Sinz: Das sicher nicht! Schließlich dient die Nahrungsaufnahme nicht nur der Sättigung. Wenn Sie mal Lust auf ein Kalorienbömbchen haben, können Sie die Kalorien bei anderen Mahlzeiten oder am nächsten Tag wieder einsparen. Auf jeden Fall die Leckerei genießen!

Maurer: Mal zu schlemmen, das gehört zum Genuss. Wir sollten aber unser Gesamt-Kalorienbudget im Blick haben und die Currywurst oder Torte einplanen. Oder über Bewegung einen Ausgleich schaffen. Und wenn schon schlemmen, dann auf Qualität achten. Eine Currywurst würde ich nicht überall essen und Torte nur von einem guten Konditor.

Zum Schluss eine ganz persönliche Botschaft an die Wohlakteure!

Berndt-Sinz: Viel Spaß beim Ausprobieren der Rezepte und ein gutes Durchhaltevermögen.

Maurer: Ich wünsche, dass Abnehmwillige neue Möglichkeiten entdecken, bewusst und achtsam neue Essgewohnheiten zu entwickeln, die auch nach den Wohlfühlwochen weitergeführt werden können.

Mittwoch, 13.02.2013
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