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Alternativen zum Apfel

Von Dorothée Waechter

Loquat, Paw Paw und Jujube sind zum Anbeißen - und das aus dem heimischen Garten. Denn die exotischen Früchte reifen unter bestimmten Bedingungen auch hierzulande.

Die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica) findet man nur selten an der Obsttheke - im Wintergarten gedeihen sie aber gut.

© dpa

Die Paw Paw kommt aus Nordamerika ...

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... die Jujube aus China.

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Sternfrucht oder Litschi gibt es heute an vielen Obsttheken im Supermarkt zu kaufen. In der Gärtnerei sieht das oft anders aus. Das hat durchaus seinen Grund: Schließlich wächst nicht jede exotische Frucht hierzulande im Garten. Und wenn einer Banane die Sonne fehlt, merkt man das auch geschmacklich. Es gibt aber einige Pflanzen, die im Garten oder im Kübel bei uns prächtig wachsen, und von deren Früchten man noch nicht so viel gehört hat.

"Eine absolute Trendpflanze ist Asimina triloba", sagt Tanja Ratsch, Gartenbauingenieurin und Fachbuchautorin aus Nersingen bei Neu-Ulm. Häufig wird diese Pflanze als Paw Paw, Papau oder Indianerbanane bezeichnet. "Allerdings hat diese Frucht nichts mit der Banane gemein." Sie wächst an einem kleinen, eigentlich in Nordamerika beheimateten Baum, der einen halbschattigen Platz auf nährstoffreichem Boden benötigt.

Will man nicht nur den Schmuck der purpurnen Glocken im Garten haben, sondern auch Früchte ernten, benötigt man immer zwei Bäume unterschiedlicher Sorte, damit die Befruchtung klappt. "Bis auf wenige Ausnahmen wie den selbstfertilen Sorten ,Sunflower' und ,Prima', ist eine Kreuzbestäubung mit Pollen von Pflanzen unterschiedlicher genetischer Herkunft notwendig", erläutert Ratsch.

Geleeartiges Fruchtfleisch

Der Geschmack der tropfen- bis eiförmigen Früchte ist schwer zu beschreiben. "Das Fruchtfleisch ist weich und sahnig-cremig", sagt die Buchautorin. "Aber man kann den Geschmack nicht in eine Schublade stecken." Der Baum wächst langsam und wird zwischen zwei und zwölf Metern hoch. "Damit ist Papau eine empfehlenswerte Alternative zu traditionellen Obstgehölzen im kleinen Hausgarten", rät Hilke Steinecke, wissenschaftliche Betreuerin des Pflanzenbestandes im Palmengarten der Stadt Frankfurt.

Schon seit vielen Jahren wird der Blauschotenstrauch (Decaisnea fargesii) als Gartenpflanze kultiviert. Gerade im Herbst, wenn die Blätter abgefallen sind, fallen die blau bereiften Fruchtstände auf. "Dem Aussehen hat die Pflanze den Namen ,Finger des toten Mannes' zu verdanken", sagt Steinecke.

Im Innern der Schote werden die Samen von einem geleeartigen Fruchtfleisch umhüllt. Es hat eine feine säuerlich-fruchtige Note, ganz ähnlich wie der nah verwandte Blaugurkenwein (Akebia), der als Kletterpflanze in der Fassadenbegrünung gerne verwendet wird. Der Blauschotenstrauch wird bis zu drei Meter hoch und trägt von April bis Mai kleine gelbe Blüten.

Deutlich süßer schmecken die Früchte des Karamellstrauchs (Leycesteria formosa). In unseren Breiten ist dieser Strauch winterhart, allerdings friert das Holz in der Regel stark zurück. Neue Triebe wachsen aus dem Wurzelstock. "Besonders hübsch ist dieser Strauch mit seinen rosa Hochblätter und den schwarzen Früchten", erläutert Steinecke. Die Blütenstände hängen lang herunter und unter den schützenden rosa Hochblättern zeigt sich im Frühsommer eine weiße Blüte, wo später die nach Karamell duftenden Beeren sitzen. "Die Früchte sind besonders bei Vögeln beliebt", so die Botanikerin.

Beim Namen Erdbeerbaum läuft einem das Wasser im Mund zusammen. "Die Früchte kann man mal naschen. Ihr Geschmack ist allerdings eher nichtssagend", sagt Ratsch. Sie rät, die Früchte als dekorativen Schmuck an der Pflanze hängen zu lassen. "Die Ernte übernehmen dann die Vögel." Die buschigen, immergrünen Gehölze kommen vor allem im Mittelmeerraum vor. Die Bäume mit den weißen Blütendolden können im Kübel oder im milden Weinbauklima als ausgepflanzter Zierstrauch gehalten werden. "Allerdings darf man den Wasserbedarf bei der Topfkultur nicht unterschätzen", sagt Ratsch.

Richtig köstlich und fruchtig sind die Japanischen Wollmispeln (Eryobotria japonica). "Loquat, wie die Frucht auch genannt wird, findet man selten an der Obsttheke, denn die Früchte mit der bepelzten Schale sind druckempfindlich", sagt Ratsch. Sie rät, den attraktiven Zierstrauch mit den großen, immergrünen Blättern im Wintergarten auszupflanzen oder bei klassischer Kübelkultur im Haus zu überwintern, denn die Blüte setzt spät im Herbst ein und kann sich über die Wintermonate hinziehen. Nur so sei die Ernte auch gesichert. Darüber hinaus sollte man veredelte Wollmispeln den Sämlingen vorziehen, da sie früher Früchte tragen.

Die Jujube (Ziziphus jujuba) ist ein unscheinbarer Strauch. In China haben die Früchte jedoch eine Stellung, die bei uns mit dem Apfel vergleichbar ist. "Die Früchte werden einen Zentimeter groß und tragen auch die Namen Chinesische Dattel und Brustbeere", sagt Steinecke. Die Botanikerin empfiehlt, die geernteten Früchte zu einer Marmelade zu verarbeiten. Der dornige Strauch ist relativ winterhart und im Mittelmeerraum sogar eingebürgert.

Eine botanische Besonderheit stellt der Rosinenbaum (Hovenia dulcis) dar. "Das ist eine spannende Pflanze", sagt Steinecke. "Die Früchte sind nicht genießbar, aber die verzweigten Fruchtstiele weisen Verdickungen auf, die wie Rosinen schmecken." Der sommergrüne Strauch wächst eintriebig und wenig verzweigt. Im Weinbauklima ist er winterhart und ansonsten anspruchslos.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 07.07.2012
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