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Grüne Stars der 60er

Von Daniela Hoffmann

Alpenveilchen, Gummibaum, Weihnachtskaktus oder Bogenhanf: Wegen ihres extravaganten Charmes und ihrer Unkompliziertheit kehren Großmutters Pflanzen jetzt in die Wohnzimmer zurück.

© Franziska Koark

Von wegen altmodisch: Was Großmutter früher auf der Fensterbank stehen hatte, liegt inzwischen wieder voll im Trend. Alpenveilchen, Gummibaum und Co. sorgten in den Wohnungen der 60er Jahre für Flair. Dort wurden sie oft auf Blumenständern oder in besonderen Blumenfenstern von ihren stolzen Besitzern präsentiert. Die runden Plastiktöpfe mit gegitterten Lochmustern, die sie einst ummantelten, sind inzwischen natürlich passé. Geradlinige Übertöpfe etwa aus Glas oder Alu begleiten die Rückkehr der grünen Stars von einst und unterstreichen deren schlichte Schönheit oder deren besondere Extravaganz.

Für das außergewöhnliche Aussehen der Pflanzen sind ganz unterschiedliche Faktoren verantwortlich. Da sind zum einen die Blattformen, die die grünen Mitbewohner zwischen der modernen Einrichtung so attraktiv wirken lassen. Beispielsweise der Bogenhanf (Sansevieria trifasciata) - auch Schwiegermutterzunge genannt - dessen gestreifte lanzenförmige Blätter die gesamte Pflanze wie eine Skulptur erscheinen lassen. Ganz ähnlich wirkt die Echte Aloe (Aloe vera) mit ihren schmalen Blattrosetten, die derzeit als Kosmetik- und Heilpflanze in aller Munde ist. Aus dem Rahmen fällt auch der Geldbaum (Crassula ovata). Die dicken runden Blätter dieser Sukkulente erinnern den Betrachter leicht an Münzen.

Eine spektakuläre Erscheinung sind aber auch die Zimmerpflanzen mit besonderer Blattfärbung. Die buschige Blatt-Begonie (Begonia-Rex-Hybride) etwa schmückt sich mit Blattmustern in violett, weiß und grün. In Orange-, Rot- und Brauntönen kommt das Blattwerk der Buntnessel (Coleus scutellarioides) daher, die Punkteblume zieht mit ihren rosa oder weiß getupften kleinen Blättern Blicke auf sich. Auch der Pfeilwurz macht von sich reden. Hellgrüne Flecken und rote Blattadern veredeln seine vorwiegend smaragdgrünen Blätter.

Pflegetipps

Bogenhanf: Mäßig gießen, Blätter ab und zu feucht abwischen.

Die Echte Aloe bevorzugt kühleren Standort im Winter und hat nur mäßig Wasserbedarf.

Der Geldbaum mag kühle Plätzchen im Winter und will in der dunklen Jahreszeit fast trocken gehalten werden.

Die Buntnessel fühlt sich bei viel Licht und mäßig Wasser wohl.

Die Punkteblume bevorzugt Licht, Wärme und mäßige Wassergaben.

Der Pfeilwurz liebt es hell und warm; im Winter sparsam gießen.

Gummibaum: kühleres Plätzchen bis 18 Grad; im Winter, wenig gießen.

Fensterblatt: Blätter ab und zu feucht abwischen, ansonsten wenig gießen.

Kanarische Dattelpalme: bei etwa zwölf Grad überwintern, leicht feucht halten.

Die Blatt-Begonie mag keine Zugluft; im Winter trockener halten.

Die Flamingoblume liebt helle Standorte mit relativ hoher Luftfeuchtigkeit.

Die Blütenbegonie bevorzugt halbschattige Plätzchen und regelmäßige, aber nicht zu große Wassergaben.

Das Usambaraveilchen mag Standorte ohne direkte Sonneneinstrahlung und mäßig feuchte Erde.

Der Weihnachtskaktus fühlt sich bei Zimmertemperatur wohl und mag nur mäßig gegossen werden.

Das Alpenveilchen mag's hell, luftig und kühl.

Die Topf-Rose liebt helle, luftige Standorte und möchte gleichmäßig feucht gehalten werden. (off)

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Wer Pflanzen mit mächtiger Statur bevorzugt, hat an einem schön verzweigten Gummibaum (Ficus elastica), an einem Fensterblatt (Monstera deliciosa) mit majestätischem Umfang oder an einer Kanarischen Dattelpalme (Phoenix canariensis) samt ihrer ausladenden Wedeln Spaß.

Romantischer Retrolook

Omas Vielblüher setzen sich derweil mit romantischem Retrolook wieder in Szene. Die Flamingoblume (Anthurium scherzerianum beziehungsweise Anthurium andreanum) etwa belohnt Hobbygärtner, die ihr gute Wuchsbedingungen bieten, mit nahezu ganzjähriger Blütenpracht. Dabei präsentieren sich ihre fast lackartig wirkenden Hochblätter in Rot, Rosa, Orange, Weiß, Gelb oder Grün. In gigantische Blütenfülle gehüllt zeigt sich zudem die Blütenbegonie (Begonia-Elatior-Hybriden) oft monatelang - je nach Belieben in verschiedensten Tönen von Weiß bis Violett. Nach diesem Schauspiel jedoch sollte die Pflanze der Einfachheit halber durch eine Nachfolgerin ersetzt werden.

Als eine eher zurückhaltende Erscheinung lässt sich dagegen das Usambaraveilchen (Saintpaulia ionantha) charakterisieren. Dennoch ist es als nostalgischer Dauerblüher aus vielen Wohnungen nicht wegzudenken. Was in ihm steckt, beweist es insbesondere, wenn man es zu mehreren in eine größere Schale pflanzt. Dann nämlich können die Zimmerblümchen in weiß, rosa, rot, blau oder violett ein Farbfeuerwerk entzünden.

Für mächtig Vorfreude auf Weihnachten sind weitere anmutige Blüher zuständig. Beispielsweise ist beim Weihnachtskaktus (Schlumbergera-Hybrieden) sein Name schon Programm. Er sorgt in der dunklen Jahreszeit mit seinen Blüten für Farbtupfer und verbreitet so gute Laune. Weil er leicht überhängend wächst, macht er in hohen schmalen Gefäßen eine besonders gute Figur.

Für schlichte Festlichkeit steht das Alpenveilchen (Cyclamen persicum), das als Winter- und Frühlingsblüher gilt. Die herzförmigen Blätter und oft zarten Blütentöne lassen es überaus lieblich wirken. Mit unaufwendiger Weihnachstsdeko versehen, wird es daher auf jeder Festtafel zum Augenschmaus.

Und natürlich müssen es für Romantiker auch Rosen zum Christfest sein. Topfröschen geben zwischen Tannenzweigen ein hübsches Bild ab, bringen festliche Eleganz in die Häuser, vertreiben die Alltagshektik und strahlen Ruhe aus.

Übrigens: Wer über die Feiertage ein wenig wegfährt, muss sich um seine grünen Mitbewohner nicht allzu viel Sorgen machen, wenn er auf "Retro-Pflanzen" setzt. Wir erinnern uns nämlich nicht nur deshalb an eine üppige Pflanzenwelt aus Kindertagen, weil Oma den Grünen Daumen hatte, sondern auch weil die meisten Blumenstars der 60er schlicht umkomplizierte Zeitgenossen waren. Das mag mit ein Grund sein, warum sie sich heute wieder so großer Beliebtheit erfreuen - und sowohl als grüne Freunde für Business-Menschen, die viel auf Achse sind, taugen, als auch für Familienmenschen, die für die Pflanzenpflege nur wenig Zeit aufwenden wollen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 24.11.2012
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