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Hagebutte – „Männlein“ im Walde

"Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm, es hat von lauter Purpur ein Mäntlein um": Es ist ein altes Kinderlied, und des Rätsels Lösung zeigt sich bald wieder an den Rosenstauden. Kinderbuchautor August Heinrich Hoffmann (besser bekannt als Hoffmann von Fallersleben) widmete die Zeilen im Jahr 1843 der Hagebutte - und nicht wie oft vermutet, dem Fliegenpilz.

Die Hagebutte ist die Schein-Frucht oder Sammelnussfrucht der Wildrosen und wenig gefüllten Rosensorten. Deren eigentliche Früchte sind kleine, behaarte Nüsse, die sich im Inneren der fleischigen Hülle verstecken. Diese Hülle entwickelt sich aus dem hochgewachsenen Blütenboden, der Stempel und Staubblätter beinhaltet. Form, Farbe, Behaarung, Größe und Zahl der Hagebutten variieren stark. Manche stehen aufrecht wie die "Männlein", andere hängen herab.

Fünf große Kelchblätter

Zur reizvollen Erscheinung der Gewächse tragen auch die fünf großen Kelchblätter an der Spitze der Hagebutte bei. Diese sind mal herabgeschlagen und angepresst, mal stehen sie unregelmäßig ab, mal sind sie steif nach vorn gestreckt. Sie unterscheiden sich auch an einer einzigen Frucht: Zwei davon sind fiedrig geteilt, zwei ungeteilt, eines ist auf einer Seite fiedrig, auf der anderen ganzrandig.

Die Hagebutten bilden sich nur, wenn die welken Blüten stehengelassen werden. Wer den Herbstschmuck haben will, sollte daher auf den Rückschnitt ganz verzichten oder Verblühtes nur an ausgewählten Stellen abschneiden - dann kann die Pflanze einen Teil ihrer Kraft in neue Triebe stecken.

Grundsätzlich können alle Rosen Hagebutten bilden - bei Gartenrosen ist dies allerdings selten der Fall, da die Bienen und Hummeln oftmals nicht an die Staubgefäße der herrlich blühenden, dicht gefüllten Sorten kommen.

Bis zu 3000 Früchte

Unzählige hellrote Hagebutten sieht man im Herbst an den blattlosen Zweigen der Hundsrose (Rosa canina). Reinhard Witt, Rosenspezialist und Buchautor aus Ottenhofen, rät Gartenbesitzern besonders zu den Moschus-Rosen-Sorten "Puccini", "Richard Strauss" oder "Wilhelm". Ab September bildeten diese kleine, aber lange haltbare, nicht verschrumpelnde, rote Hagebutten. Zwischen 300 und 3000 Früchte können einen einzigen Strauch schmücken.

Besonders große, bis fünf Zentimeter lange Hagebutten bilden die Mandarin-Rosen (Rosa moyesii). Ebenfalls große Hagebutten, die flach-kugelig sind, bekommen die Kartoffelrosen (Rosa rugosa). Drüsig-stachelige Hagebutten hat die Apfelrose (Rosa villosa). Groß, orangefarben und rundlich sind die Hagebutten der Bibernell-Rose (Rosa pimpinellifolia) "Fenja". Die Bauernrosen Alba blühen im Frühjahr und Sommer weiß, danach bilden sie ebenfalls den Herbstschmuck. Große Rosensträucher passen nicht überall hin - die schöne Herbstzier tragen aber auch Kleinstrauchrosen.

Neben ihrem zierenden Effekt im herbstlichen Garten haben Hagebutten einen besonderen Reiz für Kinder. Aus ihnen lässt sich Juckpulver für Streiche herstellen. Auch kann man aus ihnen hübsche Ketten machen oder in Kombination mit Kastanien Männchen basteln. Haltbar werden die Früchte, wenn man sie bei schwacher Hitze ein paar Stunden im Ofen trocknet. tmn

© Mannheimer Morgen, Samstag, 25.08.2012
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