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DER NUTZGARTEN IM OKTOBER

Pflanzen und Säen

Von Ilse jaehner

Das Gartenjahr ist schon weit fortgeschritten – das heißt aber nicht, dass man jetzt nichts mehr in die Erde bringen könnte.

Auch im Oktober wird noch Gemüse gepflanzt und gesät. Zu pflanzen sind ausdauernde, winterharte Küchenkräuter wie Schnittlauch, Zitronenmelisse, Estragon und dergleichen. Rhabarber ist Anfang des Monats dran. Bis Mitte Oktober steckt man winterharte Steckzwiebeln und Zehen von Knoblauch. Mit Saat von Spinat und Feldsalat lässt sich das ungeheizte Gewächshaus nutzen. Sogar Schnittsalat kann man säen. Er überwintert weitgehend als Same, eventuell unter Vlies, und wird im März/April geerntet.

Fruchtgemüse wie Bohnen, Zucchini, Tomaten, Kürbisse, Gurken frösteln bereits bei niedrigen Plustemperaturen. Man erntet beizeiten. Zucchini und vor allen Dingen Kürbisse lassen sich ganz gut, teilweise Monate lagern, Tomaten und Gurken einige Tage. Bohnen bereitet man sofort zu oder friert ein.

Wurzel- und Kohlgemüse mit Ausnahme von Kohlrabi bleibt, solange es nicht friert, auf dem Beet. Die meisten Kohlarten ertragen einige Minusgrade. Zuckerhut-Chicorée, Pak-Choi, Chinakohl überbaut man sicherheitshalber mit einem Folientunnel, bevor es kalt wird. Endivienköpfe bleichen arbeitssparend unter schwarzer Folie, müssen dazu allerdings abgetrocknet sein.

Im Obstgarten erlangen nun auch späte Apfel- und Birnensorten die Pflückreife, beispielsweise "Golden Delicious" oder "Gräfin von Paris". Sie sollen möglichst lange mildes sonniges Herbstwetter genießen. Darum sind sie - nebenbei bemerkt - wie auch andere ähnlich spätreifende Sorten ungeeignet für Gegenden mit frühem Herbst.

Auf jeden Fall pflückt man sie, bevor ein erster früher Frost die Früchte schockt. Das gilt übrigens auch für Quitten. Viel Sonne wünschen wie bisher herbsttragende Him- und Erdbeeren, Weinbeeren, Cranberrys und Kiwis. Dagegen können Preiselbeeren durchaus Frost vertragen, und Mispelfrüchte brauchen ihn sogar, damit sie überhaupt genießbar werden.

Bodenprobe nehmen

Unter den schon abgeernteten Obstbäumen ist zum letzten Mal Fallobst aufzulesen. Die Gürtel zum Fang von Raupen des Apfelwicklers (Obstmaden) werden Mitte bis Ende Oktober ersetzt durch solche zum Fang von Frostspannerweibchen. Abgeerntete Him- und Brombeerruten werden entfernt, ebenfalls überzählige, dagegen brauchbare, junge ans Spalier gebunden. Stachel- und Johannisbeerbüsche sind auszulichten.

Als Vorbereitung für die herbstliche Bodenbearbeitung nimmt man eine Bodenprobe für eine alle zwei bis drei Jahre fällige Untersuchung mindestens des Gemüselandes. Ab und an macht man dies jedoch auch im Obstgarten oder vor der geplanten Pflanzung von Obstbäumen oder -sträuchern. Gesunde Gemüseabfälle werden kompostiert, bereits abgeerntete Beete unkrautfrei zum Graben vorbereitet.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.09.2012
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