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Rezepte für den Wohnstil

Von Sandra Cantzler

Anregungen sammeln, ausprobieren, dabei immer realistisch bleiben - und am Schluss ein Sahnehäubchen. So kommen Sie in vier Schritten ihrer ganz persönlichen Traumeinrichtung näher.

Nostalgisch angehaucht, aber trotzdem klar: Modische Vorlieben lassen sich oft auf den Wohnstil übertragen.

© dpa

Ob Garderobe, Sofa oder Kleiderschrank: Alle Möbel sind mit viel Liebe ausgesucht worden. Über Wandfarbe und Tapetenmuster wurde lange diskutiert. Und beim Teppich wurde ein besonderes Designerstück gekauft. Trotzdem wirkt die Wohnung überhaupt nicht so, wie man es sich eigentlich gewünscht hat. Denn es gibt ein Problem: Die besten Zutaten nützen nichts, wenn die Mischung nicht stimmt. Wie beim Kochen gibt es auch beim Wohnen ein paar Rezepte, die das Einrichten leichter machen.

1. Eigene Vorlieben herausfinden

Nur wer genügend Erfahrungen sammelt, kann wirklich wissen, was er mag und was nicht. "Ich würde mir immer Anregungen aus Interieur-Büchern holen", rät Constanze Köpp, Einrichtungsspezialistin und Gründerin des Beratungsunternehmens "Wohnkosmetik" in Hamburg. "Dadurch kann ich ein Gefühl dafür bekommen, in welche Richtung ich möchte."

Auch Wohnzeitschriften können hilfreich sein, empfiehlt die Innenarchitektin Katharina Dobbertin aus Hamburg. "Die sind sehr vielseitig." Außerdem sei auf der Suche nach dem eigenen Wohngeschmack oft ein Blick in den Kleiderschrank nützlich. "Mag ich viele Rüschen oder liebe ich es sehr schlicht? Modische Vorlieben lassen sich häufig auf den Wohnstil übertragen", so die Erfahrung der Expertin.

2. Realistisch bleiben

In nur einer halben Stunde lässt sich kaum ein Drei-Gänge-Menü auf den Tisch zaubern. Und wer für eine ganze Familie kocht, muss Rücksicht auf die unterschiedlichsten Vorlieben und Abneigungen nehmen. Solche ganz praktischen Aspekte sollten auch beim Einrichten beachtet werden. "Ziehe ich alle drei Jahre um? Lebe ich alleine oder habe ich Familie und Tiere?", zählt Innenarchitektin Dobbertin auf. Im letzten Fall müsse zum Beispiel alles ganz praktisch sein. "Ich gehe immer von den benötigten Funktionen aus" - eine Grundregel.

3. Entscheidungen treffen

Wenn die persönlichen Vorlieben und Bedürfnisse feststehen, ist es Zeit, sich für ein Konzept zu entscheiden. "Bei Kochrezepten muss ich mich ja auch beschränken", erklärt die Wohnberaterin Katharina Semling aus Oldenburg. "Wenn ich alle möglichen Zutaten, die ich lecker finde, einfach in den Topf werfe, kann nichts dabei herauskommen." Wilde Mixturen aus alt und neu oder dezent und schrill können originell sein. Kommt noch eine umfangreiche, unsortierte Sammlung an Wohnaccessoires dazu, wird es aber schnell zu bunt.

Hat ein neues Rezept überhaupt nicht geklappt, wird das Essen im schlimmsten Fall einfach entsorgt. Fehlgeschlagene Wohnexperimente dagegen gehen oft schnell ins Geld - und werden deshalb von den Betroffenen weiter ertragen. Eine kluge Einkaufspolitik kann vor solchen Pleiten schützen: "Die teuren Sachen, die viele Jahre halten sollen, möglichst schlicht wählen", empfiehlt Semling. "Bei den günstigen Sachen kann man sich dann austoben."

4. Sahnehäubchen am Ende

Wie die Cocktail-Kirsche auf der Torte macht auch beim Styling der Wohnräume der kleine Sahnetupfer den Unterschied aus. "Ein überraschendes Highlight setzen, das farblich oder vom Stil her herausfällt", rät Katharina Dobbertin. Ansonsten wirke die Einrichtung schnell langweilig.

"Alte Dinge sollte man unbedingt behalten", rät beispielsweise Einrichtungsspezialistin Nicole Maalouf. Die Wohnung bekomme damit eine persönliche Note. "Wird alles neu gekauft, sind die Leute anschließend oft unglücklich", sagt die Expertin aus Erfahrung. Und zu vollkommen sollte es ihrer Ansicht nach auch nicht sein - bei ihr selbst ziehe sich zum Beispiel ganz absichtlich das Unperfekte durch die Räume ihrer Wohnung.

"Das Sahnehäubchen ist grundsätzlich das Gefühl von Stolz. Es zu lieben, nach Hause zu kommen und gerne Freunde zu sich einzuladen, die lieber länger bleiben als früh gehen wollen", beschreibt Constanze Köpp das Gefühl bei einer gelungenen Einrichtung. Für sie gehören auf jeden Fall Möbel dazu, die sich verstellen lassen, verrückbar sind. Denn gegen Langeweile und schlechte Laune helfe grundsätzlich ein Verändern dessen, was ist.

Und auch wenn das Sahnehäubchen eigentlich ganz am Schluss kommt, muss es nicht unbedingt bis zum Ende warten. Es kann sogar der Ansatzpunkt sein. Innenarchitektin Katharina Dobbertin etwa stellt ihren Kunden gerne die Frage: "Was ist ihr größter Traum?". "Dann muss man gucken, wie er sich verwirklichen lässt. Vielleicht fängt man einfach damit an, anstatt abzuwarten, ob am Ende noch Geld übrig ist."

© Mannheimer Morgen, Samstag, 25.08.2012
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