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Schöne Schlusslichter

Von Helga Panten

Die letzten Blüten vor dem Frost machen ein bisschen wehmütig - aber eigentlich kann man beim Anblick der Farbtupfer doch gar nicht traurig sein.

Auch der Duftsteinrich setzt lange seine Akzente auf Balkon oder Terrasse. Bilder: dpa

Von Januar an sorgt der Winterjasmin für erste Farbtupfer.

Strahlende Leuchtkraft hat die Winterheide, die bis

zum Frühjahr durchblüht.

Für die schöne Fächerblume ist dagegen im Oktober Schluss.

Ein bisschen Wehmut umgibt die letzten Blüten des Jahres. Nur eine kleine Weile, dann werden auch sie vergehen. Aber noch stehen sie tapfer in Kühle und Nässe. "Blüht bis zum Frost" lautet das Versprechen, das eine ganze Reihe an Pflanzen doch sehr zuverlässig hält. Ihr Rosen-Rot, Chrysanthemen-Gold und Heide-Purpur verlängert den Herbst und schiebt den Winter ein wenig hinaus.

Besonders eindrucksvoll erscheinen die späten Rosen. Wenn sie, die sonst so anspruchsvoll sind, noch im Novembergrau blühen, dann wirkt das wie ein kleines Wunder. Längst nicht jede Rosensorte vollbringt es. Aber wenn Raureif die Blüten umhüllt oder ihnen gar Schnee ein Häubchen aufsetzt, dann wird klar, wie sehr sich das Suchen nach den Spätblühern lohnt.

Tipps

Dünger kann allenfalls den Sommerblumen noch ein wenig Kraft geben. Allen anderen Pflanzen schadet er jetzt nur.

Trotz später Blüte haben Rosen, Stauden, Gehölze sowie die Kübelpflanzen, die überwintern sollen, sich bereits auf die Ruhezeit umgestellt. Dünger würde sie dabei nur stören.

Viele der robusten Bodendeckerrosen wie "Sweet Pretty", "Smooth Meidiland" oder "The Fairy" zählen zu ihnen. Die Kletterrose "New Dawn" öffnet ihre rosafarbenen Blüten noch in den rauen Spätherbsttagen. "Apricot Bells" mit ihren halbgefüllten, aprikosenfarbenen Blumen, die weiße "Schneewittchen" und die gelb-rosa "Concerto 94" halten tapfer aus. Sogar unter den alten Rosen gibt es Spätblüher wie die weiße "Stanwell Perpetual". Am schönsten aber leuchten die rosaroten oder roten Rosenblüten im Herbstgrau wie die von "Fairy Prince", "Gärtnerfreude" oder "Fairy Red".

Große Farbpalette

So wie bei den Rosen gibt es auch unter den Stauden etliche, die den Herbst nicht enden lassen wollen. Die Gartenchrysantheme (Chrysanthemum indicum) ist eine von ihnen. Viele Menschen bezeichnen sie aufgrund ihrer späten Blüte als Winterastern. Sie liefern unmittelbar vor Winterbeginn die größte Farbpalette, etwa mit "Anastasia" in kräftigem Rosa-Violett, mit "Citronella" in strahlendem Zitronengelb oder "Cinderella" in Bordeaux-Rot.

Die richtigen Astern verabschieden sich auf dem Höhepunkt der Chrysanthemenblüte. Nur die Myrten-Aster (Aster ericoides) hüllt sich bis zum Schluss in weiße Blütenschleier. Zum Purpur und Rosa der Heide macht sich das besonders hübsch. Ob es die nicht winterharte Topfheide (Erica gracilis) liefert oder die knospenblühende Besenheide (Calluna vulgaris) - die Farben beider leuchten bis weit in den Winter hinein. Ab November lässt sich das Rot und Purpur sogar noch durch die Winterheide (Erica carnea) verstärken, die unerschrocken bis zum Frühjahr durchblüht.

Süßer Duft

Zu den Schlusslichtern gehören viele der Balkon- und Kübelpflanzen wie Scharlach-Salbei (Salvia coccinea), Strauchmargerite, Husarenknöpfchen (Sanvitalia), Fächerblume (Scaevola), Eisbegonie (Begonia semperflorens) und Duftsteinrich (Lobularia maritima). Verwunderlich ist das nicht. In der tropischen, subtropischen oder mediterranen Heimat der Balkon- und Kübelpflanzen bedeutet abnehmende Tageslänge Regen und Kühle. Dabei lässt es sich besonders gut weiter wachsen und blühen. So missdeuten sie unsere Vorzeichen für Schnee und Frost.

Anders als diese "Unerfahrenen" haben ein paar Gehölze gelernt, dass in den Spätherbst-Wochen noch hungrige Insekten unterwegs sind, die sicheren Befruchtungserfolg garantieren. Alte, blühfähige Exemplare des heimischen Efeus sitzen deshalb genau jetzt voller Blüten und werden an sonnigen Tagen von Fliegen und Wespen umschwirrt. Die Virginische Zaubernuss (Hamamelis virginiana) und die Kreuzung Hamamelis x intermedia halten es genauso.

Währenddessen weht - sofern das Wetter mitspielt - von der Pergola oder dem Rankgerüst her süßer Geißblatt-Duft aus den cremeweißen Blüten von Lonicera japonica "Halliana". Am Buschklee (Lespedeza thunbergii) lassen sich auch jetzt noch kräftig rosa Schmetterlingsblüten entdecken. Und die Wintergrüne Ölweide (Eleagnus x ebbingei) entlässt süße Düfte aus ihren wachsartigen, cremeweißen Blüten in die Luft.

Vorwitzige Frühjahrsblüher

Neben diesen typischen Herbstblühern zeigen hin und wieder auch ein paar vorwitzige Frühjahrsblüher Farbe. So schauen frisch gepflanzte Stiefmütterchen mit ersten Blütengesichtern etwas neugierig in die Sonne. Bergenia "Herbstblüte" liefert einen Vorgeschmack auf den Frühling.

Dazu schickt der Winterschneeball (Viburnum bodnantense) seine Duftschwaden in die Luft. Spielt das Wetter mit, öffnet die zarte Winterkirsche (Prunus subhirtella) die ersten rosaweißen Blüten und der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) lässt gelbe Blüten platzen.

Diese drei Pflanzen zählen natürlich schon zu den Winterblühern, die der kalten Jahreszeit trotzen und jeden milden Wintertag zum Blühen nutzen werden. Kein Wunder, dass sie viele Fans haben und begierige Blicke anziehen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.09.2012
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