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Farne: Sie mögen es feucht und schattig - aber sie gedeihen auch in der Wohnung erstaunlich gut

Urzeitliche Pracht

Von Dorothée Waechter

Farne gehören zu den ältesten Pflanzen dieses Planeten. Es gibt sie überall auf der Welt. Das mag daran liegen, dass sie auch fast überall wachsen können - vorausgesetzt, sie bekommen genügend Feuchtigkeit.

Im Wald begegnen einem Farne auf Schritt und Tritt. Sie besiedeln die schattigen Plätze unter den Bäumen, wachsen aus Felsritzen und schmücken mit ihren Wedeln Plätze, an denen sich die Sonne rar macht. "In schattigen, luftfeuchten Wäldern, Schluchten und Bachtälern sowie niederschlagsreichen Gebieten kommen unsere Zimmerfarne natürlich vor", sagt Michael Schwerdtfeger, Kustos des Alten Botanischen Gartens der Georg-August-Universität zu Göttingen.

Diese natürlichen Bedingungen gehören zu den Gründen, warum die Farne auch in der Wohnung gut gedeihen. "Sie haben als Pflanzen der Wälder einen geringen Lichtbedarf." Und sie benötigen eine hohe Luftfeuchtigkeit.

Gleichzeitig entsprechen die üblichen Zimmertemperaturen zwischen 16 und 22 Grad ihren natürlichen Ansprüchen, sagt Martin Nickol. "Die tropischen Arten sind in der Regel immergrün und haben einen bizarren, attraktiven Wuchs", erläutert der Kustos des Botanischen Gartens der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Zwar tragen Farne keine Blüten, allerdings haben sie attraktive Blätter - die sogenannten Wedel. Diese sind entweder einfach oder mehrfach gefiedert, hin und wieder aber auch riemenförmig.

Wunder Punkt

Da die Blüten fehlen, vermehren sie sich anders als die meisten Pflanzen. "Auf der Blattunterseite der Farnwedel sitzen kleine Sporenhäufchen", erläutert Schwerdtfeger. Aus den feinen Sporen entstehen Vorkeime, die wie kleine grüne Läppchen aussehen. Auf diesen bilden sich die männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane, aus denen schließlich ein neuer Farn entsteht. Für die Zimmerkultur ist dieser Vermehrungszyklus kaum von Bedeutung - es sei denn, man wundert sich über den braunschwarzen Staub auf der Fensterbank oder die dunklen Häufchen auf den Blättern, so Schwerdtfeger.

Zimmerfarne gibt es in vielen Größen. Zu den kleineren Gattungen zählt der Frauenhaarfarn (Adiantum). "Will man mit diesem sehr zarten und feingliedrigen Farn Erfolg haben, muss die Luftfeuchtigkeit stimmen", sagt Schwerdtfeger. Er reagiere empfindlich auf trockene Luft und Zugluft durch ein gekipptes Fenster.

Sein Wurzelballen sollte konstant feucht sein. Die Bewässerung ist laut dem Botaniker ein wunder Punkt vieler Exemplare: "Farne vertragen weder Trockenheit noch stehende Nässe", erläutert Schwerdtfeger. Optimal wäre es, den Ballen in regelmäßigen Abständen in Wasser zu tauchen, damit sich das humose Substrat vollsaugen kann und die Pflanzen gut versorgt sind. Eine Alternative ist das Setzen in Tongranulat, weil es die Feuchtigkeit aus einem Reservoir im Gefäß reguliert und gleichzeitig die Wurzeln nicht im Wasser stehen.

Klassiker fürs Bad

Es gibt aber Arten, die weniger empfindlich sind. Der Hasenfußfarn (Davallia) ist härter im Nehmen. "Er fällt auf, weil die goldbraunen Rhizome den Eindruck erwecken, als seien sie behaart", beschreibt Nickol die Besonderheit dieses Farns, die ihm auch den deutschen Namen gegeben hat. Ähnlich sehen die Rhizome des Goldtüpfelfarns (Phlebodium aureum) aus. Er verträgt nach Angaben von Schwerdtfeger auch trockenere Luft.

"Ein Klassiker für Badezimmer ist der Geweihfarn", sagt Nickol. Die Form seiner Wedel erinnert tatsächlich an die Schaufeln eines Elchs. Sowohl Hasenfuß- und Goldtüpfelfarn als auch Geweihfarn (Platycerium) wachsen epiphytisch. Das heißt, sie wurzeln eigentlich nicht in der Erde, sondern wachsen auf Bäumen. Daher kann man diese Farne sehr gut in einer Ampel halten.

Eleganter Überhänger

Eine besonders beliebte Farnpflanze ist der Schwertfarn (Nephrolepis), der im Laufe der Jahre sehr groß wird. Seine Wedel sind lang und hängen elegant über. Schwerdtfeger findet, die Pflanze hat allerdings einen entscheidenden Fehler: Sie lässt kleine trockene Blättchenteile auf den Boden rieseln. Eine weitere Alternative sind Saumfarne (Pteris) mit silbrigen Wedeln. Man findet sie häufig in Gartenbaumärkten und sie gelten als recht pflegeleicht.

"Schaut man sich das Angebot an Zimmerfarnen an, merkt man, dass die Farne wieder sehr gefragt sind", sagt Nickol. Sie bilden in Kombination mit modernen Gefäßen lebendige, attraktive Blickfänge in der Wohnung und sorgen gleichzeitig für ein gutes Raumklima.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 19.01.2013
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