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Fürsorge

Von Ingeborg Schiele

Schiele.eps

Schiele.eps

Beim Spielen hat sich der Junge das Knie aufgeschlagen, die Wunde ist schmutzig und tut höllisch weh. Trotzdem geht er nicht nach Hause, sondern hinkt zur Großmutter. Die macht kein Aufhebens um die Verletzung, aber sie tröstet, erklärt, was sie tut, um die Wunde zu reinigen, zu desinfizieren und zu verpflastern. Liebevolle Zuwendung und Mut machen, das hilft, da schmerzt es gleich viel weniger.

Zu Hause hätte es geheißen: "Nimm Dir ein Pflaster und versorge Dich selbst. Du bist groß genug." Sicher nicht böse gemeint, aber Kinder und nicht nur sie brauchen in einer solchen Situation Anteilnahme und Fürsorge.

Für einen anderen in einer Notsituation da sein, sich Zeit nehmen, helfen, trösten und aufrichten, scheint eine fast unübliche Art der Zuwendung geworden zu sein. Schon das Wort Fürsorge weckt bei manchen den Gedanken an Abhängigkeit und Bevormundung.

Wer Fürsorge nie selbst erfahren hat, vermag sie auch nur schwer anderen Menschen angedeihen zu lassen. So musste erst ein Lehrer die Jugendlichen in seiner Klasse auffordern, ihrem an Krücken gehenden Mitschüler die Türen zu öffnen und die Schultasche zu tragen. Die Idee, dass er nach dem Unfall ihrer Fürsorge bedürfe, war ihnen nicht gekommen. Aber ihre Namen hatten sie schon am ersten Tag auf sein Gipsbein geschrieben.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 16.06.2012
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