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Donnerstag, 21.08.2014

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Telefonaktion: Zahlreiche Leser haben ihre Fragen zur Pflege gestellt – und bekamen wichtige Tipps und Informationen

Pflegestufe hängt nicht vom Alter ab

In einer Pflege-Wohngemeinschaft kann es monatliche Zuschüsse geben.

© dpa

Ununterbrochen haben die Apparate bei der Telefonaktion zur Pflege geklingelt. Das zeigt, wie bedeutsam das Thema ist. Folgend sind wichtige Fragen samt Antworten unserer Experten zusammengefasst.

Meine Mutter hat eine beginnende Demenz. Wir nehmen auch schon Hilfe von externen Kräften in Anspruch. Deshalb wollen wir eine Pflegestufe beantragen. Wie macht man das?

Ihre Mutter beziehungsweise stellvertretend Sie stellen bei der Pflegekasse Ihrer Mutter einen Antrag auf eine Pflegestufe. Dann beauftragt die Pflegekasse einen Gutachter, der Ihre Mutter besucht und prüft, inwieweit Hilfebedarf besteht. Ist Ihre Mutter gesetzlich krankenversichert, begutachtet jemand vom Medizinischen Dienst. Sollte sie privat krankenversichert sein, kommt ein Gutachter von Medicproof ins Haus. Auf der Grundlage des Gutachtens wird dann die Pflegestufe festgelegt, und Ihre Mutter kann entweder Pflegegeld bekommen, Sachleistungen beziehen oder eine Kombination aus beidem erhalten.

Muss man für eine Pflegestufe ein gewisses Alter haben?

Ob man eine Pflegestufe erhält und damit Pflegegeld beziehen kann, hängt nicht vom Alter ab, sondern von Ihrem tatsächlichen täglichen Hilfebedarf. Für die Pflegestufe I etwa müssten Sie 90 Minuten am Tag auf Hilfe angewiesen sein. Davon müssen mehr als 45 Minuten auf die sogenannte Grundpflege entfallen. Das heißt, Sie benötigen Unterstützung beim Anziehen, beim Waschen, bei der Nahrungsaufnahme und bei der Mobilität. Ist dem so, müsste dieser Zustand der Hilfebedürftigkeit bereits seit mindestens sechs Monaten bestehen.

Was passiert, wenn ich mit Pflegestufe II in ein Heim muss und mein Geld dafür nicht ausreicht? Müssen dann die Kinder zahlen?

Wenn Sie mit Pflegestufe II in eine stationäre Einrichtung kommen, stehen Ihnen von der Pflegekasse 1279 Euro monatlich zu. Ein Heimplatz kostet mehr als das Doppelte. Im Schnitt müssen 1400 bis 1500 Euro monatlich zugezahlt werden. Können Sie das nicht aus eigener Tasche bestreiten, springt das Sozialamt in die Bresche. Es behält sich jedoch vor, zu prüfen, ob und inwieweit Kinder eventuell zur Finanzierung herangezogen werden könnten. Das ist jedoch immer eine Einzelfallentscheidung. Zudem gelten diverse Freibeträge für die unterhaltspflichtigen Kinder.

Wie sehen die Zuschüsse aus, wenn mehrere Pflegebedürftige gemeinsam in einer Wohnung betreut werden?

Unter der Voraussetzung, dass mindestens drei pflegebedürftige Personen in einer Wohngemeinschaft (WG) von einer Pflegekraft betreut werden, gibt es einen monatlichen Zuschuss von jeweils 200 Euro. Für die Gründung einer solchen Pflege-WG kann eine Anschubfinanzierung beantragt werden. Die beträgt pro Person 2500 Euro, maximal für eine WG jedoch 10 000 Euro. Dazu kann man noch für sogenannte Wohnumfeld verbessernde Maßnahmen - wie den Umbau des Bades - jeweils 2557 Euro erhalten.

Kann ich als 80-Jähriger noch eine geförderte Pflegezusatzversicherung abschließen?

Bei der geförderten Pflegezusatzversicherung - dem "Pflege-Bahr" - gibt es weder eine Gesundheitsprüfung noch eine Altersgrenze für den Abschluss. Allerdings sollte man bedenken, dass eine fünfjährige Wartezeit gilt. Das heißt, Sie würden zunächst einmal fünf Jahre lang einzahlen, ohne einen Anspruch auf eine Leistung zu haben.

Ich habe vor drei Jahren eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen. Kann man die nun noch in eine geförderte umwandeln und den Zuschuss erhalten?

Nein, der "Pflege-Bahr", kommt nur beim Neuabschluss zum Tragen. Die 60 Euro Zuschuss im Jahr gelten nur für Pflegezusatzversicherungen, die ab dem 1. Januar 2013 vereinbart worden sind.

Ich pflege meinen Mann mit Pflegestufe II jetzt seit drei Jahren. Meine Familie drängt mich, auch mal an mich zu denken. Nur, wie soll das gehen?

Ihre Familie macht sich wahrscheinlich zu Recht Sorgen um Sie. Oft kommen Pflegepersonen an ihre physischen und psychischen Grenzen. Doch was ist, wenn Sie selbst dabei krank werden? Das hilft Ihrem Mann dann auch nicht. Gönnen Sie sich eine Auszeit. Es gibt die Verhinderungspflege. Das sind 1550 Euro im Jahr, die für den Einsatz von ambulanten Pflegekräften oder für die Bezahlung nachbarschaftlicher Hilfe von der Pflegekasse Ihres Mannes bereitgestellt werden.

Wir wollen für unsere Mutter eine osteuropäische Pflegekraft engagieren. Welche Möglichkeiten gibt es - und worauf sollte man achten?

Sie können über eine Vermittlungsagentur jemandem für Ihre Mutter engagieren. Dabei sollten Sie auf die Qualifikation und die sprachlichen Fähigkeiten achten - und vor allem darauf, ob die ausländische Pflegeperson in ihrem Entsendeland auch sozialversichert ist. Über die Arbeitsagentur kann man auch eine solche Hilfskraft bekommen. Allerdings ist man in diesem Arrangement dann selbst Arbeitgeber und hat dafür zu sorgen, dass die Pflegekraft kranken- und rentenversichert ist. jung

© Mannheimer Morgen, Samstag, 02.02.2013
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