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Rentenversicherung: Zuerst wird das Eintrittsalter nur um einen Monat pro Jahrgang angehoben

Schritte zur Rente mit 67 Jahren

Wer sich zur Ruhe setzen möchte, muss das entsprechende Alter erreicht haben. Sonst drohen ihm Kürzungen bei den Bezügen.

© dpa

Rente mit 67? Was ist, wenn ich schon vorher nicht mehr arbeiten kann? Wie viel darf ich hinzu verdienen? Haben Minijobber Rentenansprüche? Was bringen Kindererziehungszeiten? Fragen, die gesetzlich Rentenversicherte bewegen. Hier die Antworten: Einen Schritt zum Alter "67" hat erstmals der Geburtsjahrgang 1947 zu tun. Der aber ist noch recht klein.

Denn zunächst wird das "Renteneintrittsalter" nur um einen Monat pro Geburtsjahrgang angehoben. Das heißt: Sind Sie zum Beispiel im Oktober 1947 geboren, dann können Sie nicht bereits ab November 2012, sondern erst ab Dezember 2012 Altersrente ohne Abzug beziehen. Bei Rentenbeginn bereits ab November 2012 würde die Rente um 0,3 Prozent gekürzt.

Entsprechendes gilt für diejenigen, die an einem anderen Monat des Jahres 1947 geboren wurden. Im Januar 1948 Geborene können erst ab April 2013 abschlagfrei die Altersrente beziehen. Bei Rentenbeginn im Februar 2013, dem Monat nach dem 65. Geburtstag, müssten 0,6 Prozent Abschlag in Kauf genommen werden. Und so geht das weiter. 1964 und später Geborene können erst vom 67. Geburtstag an ohne Abzug in Rente gehen. Vorheriger Rentenbezug, der auch dann bis zu fünf Jahre möglich ist, kostet bis zu 18 Prozent Rentenabschlag - je nach Art der Rente.

Das Renteneintrittsalter steigt ab 2012 für die Jahrgänge 1947 bis 1964 schrittweise von 65 auf 67 Jahre. Derjenige, der 1947 geboren wurde, kann mit 65 Jahren und einem Monat ohne Abzüge in Rente gehen, der Jahrgang 1959 kann dies mit 66 Jahren und zwei Monaten tun. Ab Jahrgang 1964 gibt es die Rente ohne Abzüge erst mit 67 Jahren.

Die Abzüge betragen 0,3 Prozent für jeden Monat vor dem regulären Renteneintrittsalter. Der Versicherungsnehmer muss die Abzüge lebenslang in Kauf nehmen.

Versicherungsnehmer, die 45 Jahre Rentenversicherungsbeiträge gezahlt haben, können weiterhin mit 65 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.

Für schwerbehinderte Versicherungsnehmer steigt die Altersgrenze für die Jahrgänge ab 1952 ab 2012 von 63 auf 65 Jahre. Das Alter für den frühesten Rentenbeginn wird bis 2029 von 60 bis 62 Jahre angehoben. Wer dann ab 62 statt mit 65 Jahren Renten beziehen will, muss Abzüge von 0,3 Prozent pro Monat akzeptieren, hier also 10,8 Prozent.

Vertrauensschutzregelung für Schwerbehinderte: Wer vor dem 17. 11. 1950 geboren und spätestens am 16. 11. 2000 anerkannt schwerbehindert gewesen ist, kann mit 60 Jahren ohne Abzüge in Rente gehen.

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Doch auch vor "67" kann die Altersrente noch in voller Höhe zustehen. Das gilt zum Beispiel für "besonders langjährig Versicherte". Sie können auch 2012 noch mit 65 Jahren ungeschoren den Ruhestand genießen, wenn sie 45 Jahre Pflichtversicherungszeit (ohne Arbeitslosigkeit) nachweisen können. Wer in jungen Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheidet, bekommt keine Rente mehr, ist oft zu hören. Das ist falsch. Rentenversicherte, die ihre Erwerbsfähigkeit durch Krankheit, Behinderung oder Unfall eingebüßt haben, bekommen Erwerbsminderungsrente - allerdings reduziert um einen Rentenabschlag von bis zu 10,8 Prozent: "Voll erwerbsgemindert" sind Personen, die weniger als drei Stunden am Tag arbeiten können. Teilweise erwerbsgemindert (mit halbem Rentenanspruch) ist, wer zwar noch drei, aber weniger als sechs Stunden am Tag arbeiten kann. Erwerbsminderungsrenten werden so berechnet, als wäre bis zum 60. Geburtstag weiter gearbeitet worden. Die "Zurechnungszeit" sorgt dafür. Vor 1961 geborene Frauen und Männer können auch heute noch Anspruch auf die "alte" Berufsunfähigkeitsrente haben.

Ab "65" können Rentner unbegrenzt hinzu verdienen: An der Rente ändert sich nichts. Sozialversicherung und Steuern können allerdings fällig werden. Vorher ist für Altersrentner wie für Bezieher einer Rente wegen Erwerbsminderung die normale Hinzuverdienstgrenze auf 450 Euro pro Monat ab 2013 festgelegt. Zweimal im Jahr dürfen es 900 Euro sein. Höherer Nebenverdienst führt dazu, dass nur noch eine "Teilrente" gezahlt wird.

In welchem Umfang Zusatzeinkommen möglich ist und welche Rentenkürzung das zur Folge hat, das ergibt sich - individuell für jeden Rentner - aus dem Rentenbescheid und richtet sich nach dem Verdienst der letzten drei Jahre vor dem Rentenbeginn. Bezieher einer Berufsunfähigkeitsrente haben größere Hinzuverdienstmöglichkeiten, was mit ihrer vorherigen Berufstätigkeit zusammenhängt. Die Rententräger beraten individuell. GS

© Mannheimer Morgen, Samstag, 22.12.2012
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