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Gesundheit: Kasse muss häusliche Pflege genehmigen / Auch junge Menschen haben Anspruch auf Leistungen

Sofa statt Klinikbett

Von dpa-Korrespondentin Carina Frey

Die häusliche Krankenpflege bietet sich an, wenn sich ein Klinikaufenthalt vermeiden lässt.

© dpa

Pflege betrifft meistens alte Menschen. Wer auf Hilfe beim Waschen oder Essen angewiesen ist, der hat in der Regel bereits ein höheres Alter erreicht. Doch auch junge Menschen haben Anspruch auf Leistungen. Etwa, wenn sie so früh aus dem Krankenhaus entlassen werden, dass sie sich noch nicht selbst versorgen können. Zuständig für die häusliche Krankenpflege ist die Krankenkasse. Wichtig sind zwei Bestandteile.

Häusliche Krankenpflege meint zum einen die Krankenhausvermeidungspflege. Sie wird bezahlt, wenn eine Krankenhausbehandlung geboten wäre, aber nicht möglich ist oder abgelehnt wird. "Es kann vorkommen, dass ein Versicherter einen Krankenhausaufenthalt ablehnt, wenn er in seiner letzten Lebensphase ist und am liebsten zu Hause sterben möchte ", erklärt Ann Marini, Sprecherin beim Spitzenverband Bund der Krankenkassen.

Die häusliche Krankenpflege kommt auch infrage, wenn dadurch der Krankenhausaufenthalt verkürzt werden kann, der Patient aber Hilfe braucht. Beispiel Armbruch: Der Betroffene muss zwar nicht mehr in der Klinik liegen, kann sich aber weder anziehen noch kochen.

Streit um Zahlungen

Die Krankenhausvermeidungspflege umfasst die Grundpflege, die Behandlungssicherungspflege und die hauswirtschaftliche Versorgung. Diese Leistungen werden üblicherweise von ambulanten Pflegediensten erbracht. Die professionellen Pfleger helfen beim Waschen und Anziehen, wechseln Verbände, geben Spritzen und Medikamente, kochen, putzen und gehen einkaufen.

Voraussetzung ist immer, dass keine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgaben übernehmen kann. Außerdem muss eine ärztliche Verordnung vorliegen. "Der Krankenhausarzt kann die Häusliche Krankenpflege für bis zu drei Tage verordnen", erklärt Thorsten Mittag von der Bundesarbeitsgemeinschaft Hauskrankenpflege in Berlin. Für das Folgerezept ist der Hausarzt zuständig. Er kann die Krankenhausvermeidungspflege maximal für 28 Tage verschreiben.

Die Verordnung allein reicht aber nicht aus, um einen Pflegedienst zu buchen und mit der Kasse abzurechnen. Die Krankenkasse muss die häusliche Krankenpflege genehmigen. "An diesem Punkt gibt es am meisten Ärger", beobachtet Anne-Dorothee Speck von der Unabhängigen Patientenberatung Deutschland. Viele Patienten gingen davon aus, dass die Krankenkasse beim Vorliegen einer Verordnung automatisch zahlt. Das ist aber nicht immer der Fall. Die Kasse kann die Kostenübernahme ablehnen oder nur eine kürzere Zeit genehmigen.

Zur häuslichen Krankenpflege gehört neben der Krankenhausvermeidungspflege die Behandlungssicherungspflege. Sie soll die ärztliche Behandlung unterstützen. Die Pflegekräfte kommen vorbei, um Verbände zu wechseln oder Katheter zu legen. Die Behandlungssicherungspflege kann vom Arzt über Jahre hinweg verschrieben werden, wenn sie medizinisch notwendig ist und keine andere im Haushalt lebende Person diese Aufgaben übernimmt. Es wird also von Angehörigen verlangt, Spritzen zu setzen und Medikamente zu geben. "Ein Angehöriger kann nicht einfach sagen: Ich mache das nicht", so Speck. Er sei verpflichtet, sich die Tätigkeiten zeigen zu lassen.

Wer seine Ablehnung gegenüber den Kassen gut begründet, kann trotzdem um die Behandlungssicherungspflege herumkommen. "Man kann sagen, dass man es einfach nicht über sich bringt, dem Partner eine Spritze zu geben", sagt Speck. Braucht der Angehörige Hilfe bei anderen Tätigkeiten, lasse sich die Ablehnung mit der hohen Belastung durch die Pflege begründen.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 26.01.2013
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