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Abschied: Rechtsanwalt Hans-Ulrich Kahl tritt in Ruhestand / Sigrid Wyrwoll Nachfolgerin beim „MM“-Hilfsverein

Soziales Engagement geht weiter

Von unserem Redaktionsmitglied Peter W. Ragge

"MM"-Geschäftsführer Dr. Björn Jansen begrüßt Sigrid Wyrwoll und verabschiedet Hans-Ulrich Kahl sowie Ingeborg Seibel (v. l.).

© Prosswitz

"Da geht heute eine Ära zu Ende", sagte Dr. Björn Jansen. Voller Respekt, Dankbarkeit und Anerkennung blickte der geschäftsführende Gesellschafter der Dr.Haas-Mediengruppe auf diese Zahlen: 21 Jahre arbeitete Hans-Ulrich Kahl für den "Mannheimer Morgen", 23 Jahre Ingeborg Seibel, davon zwölf Jahre als enge Mitarbeiterin von Kahl. Beide bildeten die Sozialredaktion des "Mannheimer Morgen", leisteten auch die Hauptarbeit für die "MM"-Aktion "Wir wollen helfen". Nun treten sie in den Ruhestand - und der "MM" organisiert den Bereich neu.

Die Sozialredaktion des "MM" war eine in dieser Form einmalige Einrichtung in der deutschen Zeitungslandschaft für Menschen, die einen Rat suchen: stets kostenlos, fachlich fundiert wie menschlich einfühlsam. Fritz A. Simon, ein Verfolgter des Naziregimes, war es, der ab 1947 die Aufgabe antrat, ein stets offenes Ohr hatte und die zur Veröffentlichung geeigneten, viele Leser interessierenden Fragen dann für den "MM" aufbereitete.

Keine Sprechstunden mehr

1963 übernahm die Juristin Ingeborg Schiele die Leitung. Vor 21 Jahren kam Rechtsanwalt Hans-Ulrich Kahl dazu. Den Juristen und früheren Justiziar der Universität Heidelberg hatte es nach seiner Tätigkeit als Kanzler (Verwaltungschef) der Medizinischen Universität Lübeck wieder in die Kurpfalz zurückgezogen. Nun scheidet er aus.

"Es war klar, dass dies ein großer Einschnitt ist, nach dem wir das völlig neu organisieren müssen", so Jansen, "ohne dass wir das, was unseren Lesern wichtig ist, ganz aufgeben". So finden die "MM"-Leser weiter stets am Samstag in ihrer Tageszeitung an vertrauter Stelle die Seite "Sozialredaktion". Sie wird nun aber vom Wirtschaftsressort betreut, das sich bisher schon mit Arbeits-, Mietrecht und Kapitalmarktrecht sowie Verbraucherfragen auseinandergesetzt und da viel Kompetenz erworben hat. "Wir wissen, wie wichtig solch eine Ratgeberseite ist, bieten sie daher weiter an und binden sie so noch enger an die aktuelle redaktionelle Arbeit an", erläutert Jansen die Umstrukturierung.

Die Sprechstunden, die Hans-Ulrich Kahl im "MM"-Kundenforum in der Innenstadt angeboten hatte, kann es dagegen ab dem neuen Jahr nicht mehr geben. "Kahl war Rechtsanwalt, wir haben keinen Juristen in der Redaktion, der das könnte", begründet Jansen diesen Schritt: Daher habe man "den Bereich neu organisiert und gestrafft". Zudem gebe es für die Bürger "ausreichende Alternativen", verweist Jansen auf die Angebote des Anwaltsvereins.

Nach wie vor viele Bedürftige

Dennoch sei dem "Mannheimer Morgen" sein "soziales Engagement unverändert wichtig", betont der geschäftsführende Gesellschafter des Verlags: "Daran wollen wir unbedingt festhalten!" Er wisse, dass es nach wie vor viele Bedürftige in der Stadt gebe, deren Notlagen nicht vom sozialen Netz aufgefangen werden könnten. Da sprang bisher die "MM"-Aktion "Wir wollen helfen" ein - und sie wird das weiter tun. "Es stand außer Zweifel, dass wir das unverändert fortsetzen, denn es ist ja nicht nur der Bedarf da, sondern die große Spendenbereitschaft von Bürgern und Firmen zeigt uns, wie stark die Aktion in Mannheim verankert ist", hebt Jansen hervor.

Doch wichtig bei "Wir wollen helfen" ist, dass sich die Spender darauf verlassen können, dass die Aktion nur nach genauer Prüfung hilft. Der Fachmann dafür war bisher Kahl. Er ließ sich die Bescheide über Renten, Sozialhilfe oder Arbeitslosengeld vorlegen, kontrollierte die Zahlen, stellte Einnahmen und Ausgaben gegenüber - und legte dann fest, ob und wie viel Hilfe jemand bekam.

Sensible Aufgabe

"Ich bin froh, dass wir für diese enorm wichtige, sensible Aufgabe jemand mit Fachkenntnis und Lebenserfahrung gefunden haben", freute sich Jansen. Sigrid Wyrwoll wurde als Nachfolgerin von Kahl zur geschäftsführenden Vorsitzenden des "Hilfsverein Mannheimer Morgen" gewählt. Die Rechtspflegerin und langjährige Verwaltungsleiterin des Sozialgerichts Mannheim, sozial engagiert und zupackend, freut sich auf diese wichtige Aufgabe - und darauf, sie nicht ganz alleine angehen zu müssen. Ingeborg Seibel wird sie noch zeitweise unterstützen, und auch Stefanie Avril verstärkt, wie schon bisher, zur Weihnachtszeit wieder das Team.

© Mannheimer Morgen, Samstag, 29.12.2012
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